„Ideenwettbewerb Eisenerz 2021“
Projekt 20_270754
LEITIDEE
RÜCKBAU BAUT AUF !!!
klare Zuordnung von Funktionsbereichen und was soll dort passieren
STADTKERN
Dieser ist von außen - für den an der B 115 Vorbeifahrenden - nur sehr schwer erkennbar. Die kleine Fußgängerzone ist nahezu funktionslos, weil kaum Geschäfte vorhanden sind, die von Fußgängern besucht werden könnten. Das Geschäftsleben ist überall dort, wo man mit dem Auto hinfahren kann, wesentlich belebter - der Dr. Theodor Körner Platz funktioniert so halbwegs. Wohnungsleerstände runden das Bild eines verfallenden Stadtkernes ab.
DAHER:
Im Bereich der nordöstlichen Stadteinfahrt soll anstelle der leerstehenden Geschäftsflächen ein Parkplatz/Parkdeck errichtet und als neues Stadttor des 21. Jahrhunderts gestaltet werden. Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert hat ein Stadttor im Bereich des Freiheitsplatzes geschaffen. Zwischen diesen beiden Toren sollte sich das geschäftliche Zentrum entwickeln, unterstützt durch neue Parkplätze an jenem Punkt, an dem derzeit und auch zukünftig die meisten Besucher ankommen. Der südliche Teil des Stadtkernes (bis zum Rathausplatz) soll eine Aufwertung durch Förderungsmaßnahmen erfahren: Forcierung der Wohnraumsanierung, aber auch Forcierung von neuen Geschäftsnutzungen durch Creative Industries, wie IT-Branche, Designer, etc. Es sollen nicht unbedingt Eigentumsrechte begründet werden, sondern langfristige Nutzungsrechte (im Gegenzug zu Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen). Dadurch könnten junge initiative Unternehmer angezogen werden, welche die Vorteile der ausgezeichneten Breitband-Internet-Infrastruktur von Eisenerz erkennen, aber auch den nahen Erzberg für den persönlichen Kick (Motocross, Mountainbiking, Climbing, etc.) oder Skifahren am Präbichl nutzen wollen.
Parkplatz für Dauerparker im Süden
WOHNTERRASSE NÖRDLICH UND ÖSTLICH DES STADTKERNES
Die dichtbebauten Wohngebiete mit ihren teilweise stark abgewohnten Geschoßwohnungsbauten weisen neben gestalterischen Mängeln große qualitative Mängel auf. Die alte, teilweise sanierungsbedürftige Bausubstand ermöglicht kaum zeitgemäßes Wohnen. Die mangelnde Nutzbarkeit der umgebenden "Schau"-Grünflächen und die hohe Anzahl von 270754 gartenlosen Wohnungen bewirken ein ständiges Abwandern, welches nicht nur auf die allgemeine demografische Entwicklung geschoben werden darf. Überdies befindet sich der überwiegende Teil der Wohnungen in Genossenschaftsbesitz, was die Identifikation der Bewohner mit "ihrer" Siedlung auch nicht gerade fördert. Die Wohnterrasse bietet im oberen Bereich qualitativ wertvolle Wohnbereiche, die auch in Zukunft erhalten werden sollen. Der untere Bereich hingegen bietet sich für eine Umgestaltung an: Reduktion von Wohneinheiten durch "Ent-Dichtung". Wie das Beispiel im Wettbewerbsprojekt zeigt, können 200 Wohneinheiten auf 50 Wohneinheiten reduziert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bessere Wohnqualität, private Gärten für alle Bewohner, höhere Identifikation mit der Siedlung, Erhaltung der bestehenden Infrastrukturen ist möglich. Rückbau baut auf!
Eine Umgestaltung dieser Bereiche kann als Pilotprojekt weitere Ent-Dichtungen induzieren. Eine Reduktion von Wohnungen ist als 1. Schritt auf relativ sanfte Art möglich - im Vergleich zu einer Totalaufgabe.
WOHNEN AN DER ALTSTADT
Dieses Gebiet schließt im Nordwesten an den Stadtkern an und ist wie die Wohnterrasse zu behandeln: Differenzierte Entdichtung in ausgewählten Bereichen. Hier kann auch das Element "Wasser" (Erzbach) in die Gestaltung einbezogen werden, etwa durch Aufweitung des Landschaftsraumes und Schaffung von Retentionsflächen.
BETRIEBSZONE
Die bestrehende Betriebszone soll nach Nordosten, also über die Bahnlinie hinaus, bis zur B 115 erweitert und ausgedehnt werden. Die bisherige Wohnbebauung gewährleistet keine gute Wohnqualität. Das gebiet eignet sich wesentlich besser für betriebliche Nutzungen.
SONDERNUTZUNG BHS/PFLEGESCHULE/ALTENPFLEGE
Im Bereich der BHS soll nach Nordwesten hin eine Erweiterungsfläche für neue Schuleinrichtungen reserviert werden (anstelle der bisherigen Betriebsgebietswidmung). Im Bereich der architektonisch reizvollen, jedoch stark überalteten Siedlung Münichtal soll eine Sondernutzung in Form einer Altenpflegeschule und -ausbildungsstätte, mit angewandter Praxis etabliert werden. Gerade dieser Sektor bietet in Zukunft große berufliche Chancen. Die Auszubildenden könnten hier am lebendigen Objekt unter professioneller Aufsicht ausgebildet werden - nicht nur in der eigentlichen Pflege, sondern auch im Hinblick auf sozialpsychologische und altersspezifische Problematiken.
SONDERNUTZUNG SIEDLUNG VEIGLWIESE
Dieser architektonisch reizvolle Bereich, mit seinen traditionellen Holzbauten und räumlichen Qualitäten könnte als "Wanderer-Lodge" um- und ausgebaut werden. Hiking zählt mittlerweile in Übersee (USA, Australien) zu Sportarten einer gehobenen Bildungsschicht, welche die Annehmlichkeiten und ein gewisses Maß an Wohnstandard schätzt und auch bereit ist, dafür zu bezahlen. Neben einer guten Bettenausstattung könnte ein ausgedehnter Spa-Bereich sowie ein Info-Center für Touren, Zubringerdienste zur Museumsbahn, etc. das Angebot ergänzen. Ein gut ausgebaute und ausgestattete Promenade (Beleuchtung!) zwischen Veiglwiese und Stadtkern könnte auch für eine Belebung der Stadt am Abend sorgen.
LANGFRISTIG AUFZUGEBENDE WOHNGEBIETE
Diese befinden sich im Anschluß an die an den Stadtkern zwiebelschalenförmig anschließenden Wohnsiedlungen. Im Nordwesten Europasiedlung, im Süden Krumpental. Die Aufgabe (=Abbruch) der Wohnungen soll sukzessive erfolgen - nach Maßgabe der Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung. Die freiwerdenden Flächen können für Freizeit- und Erholungseinrichtungen genutzt werden und als Siedlungstrennung bzw. Siedlungsabschluß fungieren.
KLEINSTSIEDLUNGSGEBIETE MIT GERINGER DICHTE
Diese aus Einfamilienhäusern bestehenden Kleinstsiedlungen sollen erhalten werden. Sie weisen eine bemerkenswerte Stabilität auf, offenbar, weil es sich um privates Grundeigentum handelt, welches nicht so schnell verlassen wird wie Mietswohnungen. Es liegt daher im Interesse der Stabilisierung der Bevölkerungsentwicklung, diese locker bebauten Siedlungen zu erhalten bzw. baulich abzurunden.

