Ergebnis des Verhandlungsverfahrens "Zubau zum Schulgebäude am Kernstockplatz in Hartberg"

Das Grazer Architekturbüro balloon_Rampula/Gratl/Wohofsky wurde mit den Planungsleistungen für das Schulgebäude am Kernstockplatz in Hartberg beauftragt.

13/02/2007

Im Oktober 2006 wurde der von der Stadtgemeinde Hartberg ausgelobte EU-weit offene Architekturwettbewerb Zu- und Umbau des Schulgebäudes am Kernstockplatz in Hartberg entschieden: Das Grazer Architekturbüro balloon_Rampula/Gratl/Wohofsky landeten ex aequo mit dem Hartberger Architekturbüro DI Hans Purkarthofer auf Platz 2. Den dritten Platz erlangte Arch. DI Wolfgang Peter Zawodnik aus Feldbach. Insgesamt wurden 11 Projekte eingereicht. Aus dem nachgeschalteten Verhandlungsverfahren gingen die Arbeitsgemeinschaft Planung Architekturbüro balloon_Rampula/Gratl/Wohofsky und Örtliche Bauaufsicht Arch. DI Hans Purkarthofer als Bestbieter hervor und wurden vergangene Woche mit den Planungsleistungen beauftragt. Der Wettbewerbsbeitrag von balloon_Rampula/Gratl/Wohofsky wird umgesetzt.

Gegenstand des Wettbewerbs war die Reorganisation, Erweiterung und Generalsanierung eines denkmalgeschützten Gründerzeitgebäudes, in dem eine Schule untergebracht ist. Das Gebäude der Kernstock- bzw. Gerlitz Schule bildet mit dem Kernstockplatz einen wichtigen städtebaulichen Eckpunkt am Rande des historischen Zentrums Hartbergs. Es wurde in den Jahren 1873/74 errichtet und macht nach außen hin einen durchaus intakten Eindruck. Problematisch stellt sich die Situation im Inneren dar, wo mit dem gegebenen Raumgefüge aktuellen Anforderungen eines modernen Schulbetriebes kaum mehr entsprochen werden kann. Hinzu kommt, dass die Gebäudetechnik veraltert ist und insbesondere sicherheitstechnische Belange derzeit nur im geforderten Mindestmaß erfüllt werden.

Laut Ausschreibung soll das in der Ortsbildschutzzone Hartbergs befindliche Gebäude nahezu unverändert bleiben, die originalgetreue Rekonstruktion der historischen Fassade wird im Rahmen der Renovierung angestrebt.

Das siegreiche Team balloon_Rampula/Gratl/Wohofsky sieht in seinem Entwurf die Veränderung der Dachform vor. Zwei große neu geschaffene Dachaufbauten bilden mit dem bestehenden Dachgiebel über dem Eingangsbereich ein „Dreigespann“. Die zwei neuen Öffnungen im Dachgeschoss folgen dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer, das Volumen des in Richtung Stadtpark sich öffnenden Dachaufbaues schafft ein visuelle „Brücke“ in den Stadtpark und ein gedankliches Pendant zum ehemaligen Grazertor.

Als unmittelbare Nutzung von öffentlichen Räumen wird der Kernstockplatz als zukünftig eindeutig der Schule zugeordneter Freiraum konzipiert und zum Schulhof umfunktioniert. Der Stadtpark kann temporär von der Schule als Freifläche genutzt werden, ein neu angelegter breiter Fußgängerübergang über eine überhöhte Fahrspur und eine Druckampel gewährleisten eine sichere Überquerung der Grazerstraße. Der bestehende Schuleingang bleibt erhalten, wird jedoch durch die Gestaltung des Kernstockplatzes als Fußgängerzone gegenüber dem zeitweise hohen Verkehrsaufkommen abgesichert. Durch die Vergrößerung der Fenster seitlich des Haupteinganges wird der gesamte Eingangsbereich transparenter gestaltet und tritt mit dem Platz in Beziehung. Über die nordseitig gelegene Dachöffnung entsteht außerdem eine Blickbeziehung zu dem für das Gebiet so charakteristischen Grünraum des Kapuzinerklosters und des Stadtparks. Der nach Süden gerichtete Dachaufbau öffnet den Blick auf die Ebene südlich von Hartberg. Durch die Neupositionierung des Turnsaales im Untergeschoss und eine Reihe von neuen Fensterpositionen, ist der Durchblick unmittelbar nach Betreten des Schulgebäudes bis in die dahinter liegende Gasse möglich.

Die Konstruktion der neuen Stiegenabgänge unmittelbar neben dem Haupteingang sind nicht nur für einen reibungslosen Betrieb dringend notwendig, durch die neuen zweigeschossigen Raumvolumina und durch die Vergrößerung der Fensterportale wird ein angemessener Eingangsbereich geschaffen, der eine adäquate Größe zum gesamten Schulkomplex darstellt.

Die Aula, die Gänge und der Foyerbereich im Erdgeschoss, liegen auf gleichem Niveau und bieten damit eine große Bewegungsfläche. Die Konzeption der neuen Aula als halbtemperierter Innenraum ermöglicht einen raschen Luftaustausch der Klassenzimmer und der Gänge über das dreigeschossige Raumvolumen des überdachten Innenhofes. Die Aula trägt ein leichtes, Kosten sparendes Dach in Stahlkonstruktion.

Planungsbeginn ist noch im Februar 2007, Baubeginn bereits im Juli 2007 und fertig gestellt soll der Umbau mit Schulbeginn 2008/09 sein.KONTAKT:

balloon_Rampula/Gratl/Wohofsky

Architekturbüro

Lendkai 43, A-8020 Graz

T +43 (0)316/71 44 14-13

F +43 (0)316/71 44 14-30

www.balloon-rgw.at

Zweigniederlassung:

Schlossblickweg 14

A-9400 Wolfsberg

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

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