Ergebnis Architekturwettbewerb Gemeindeamt Unterfladnitz

Umfassende Präsentation des Siegerprojekts des Grazer Architekten Heinz Wondra und der fünf weiteren eingereichten Projekte inklusive Juryprotokoll.

20/01/2005

Gegenstand des von der Gemeinde Unterfladnitz (Unterfladnitz KEG) geladenen Architekturwettbewerbs war die Erlangung von Vorentwürfen zur Errichtung eines neuen Gemeindeamtes mit Veranstaltungssaal in der Gemeinde Unterfladnitz, Gst. Nr. 249, KG Unterfladnitz.

SIEGER:

Projekt 3 > Arch. DI Heinz Wondra, Graz

Mitarbeiter: DI Oliver Kupfner

Projektbeschreibung des Architekten:

Der Veranstaltungssaal kann mit großen Türen zum Vorplatz geöffnet werden.

Saal, Vorplatz, Sitzstufenanlage und die abgesenkte Festwiese werden als e i n Innen-und-Außen-Raum vorgeschlagen. Mit dem auskragenden Vordach des Saalgebäudes wird der Platz in seiner Höhenentwicklung gefasst und räumlich definiert. Der entstehende "Freiraum" gilt als Neuinterpretation eines Dorfplatzes. Dieser Platz erweitert das Angebot für die Gemeinde und ihre Gemeindebürger, Veranstaltungen im Freien mit gleichzeitiger Nutzung des Veranstaltungssaales durchzuführen. Die ständige Verfügbarkeit dieses Ortes bewirkt, dass hier kein neues "Abseits" entsteht, sondern sich Gemeinde-Identität einstellt.

NACHRÜCKER:

Projekt 5 > Arch. DI Reinhold Tinchon, Graz

Mitarbeiter: DI Fabian Wallmüller, Arch. DI Andreas Salfellner

WEITERE GELADENE TEILNEHMER WAREN:

Projekt 1 > Arch. DI Franz Eitzinger, Graz

Mitarbeit: DI Gerhard Schweitzer, Christian Scheiber

Projekt 2 > Arch. DI Erich Prödl, Graz

Mitarbeit: Michael Engelputzeder, Christoph Jahrmann

Projekt 4 > Arch. DI Hans Gangoly, Graz

Mitarbeiter: DI Irene Nikolaus, Alexandra Hammerl

Projekt 6 > Arch. DI Martin Strobl, Graz

Mitarbeiter: DI Heinz Zehetner, Martin Strobl jun.PREISGERICHT:

Fachpreisrichter:

Arch. DI Irmfried Windbichler, Graz

Arch. DI Arnold Werner, Graz

Arch. DI Ferdinand Certov

Sachpreisrichter (alle Unterfladnitz):

Bgm. Gerhard Hütter

Vizebgm. Franz Hierzer

GK Manfred Wagner

Vorprüfung:

INGENOS ZT GmbH, Gleisdorf

Ansprechpartner: DI Heimo Tröster

JURYPROTOKOLL

ORT:

Rüsthaus Kühwiesen

Kühwiesen Nr. 63, 8181 Unterfladnitz

DATUM: 14.01.2005

BEGINN: 09.00 Uhr

Bgm. Hütter begrüßt die anwesenden Architekten und Gemeinderäte und übergibt das Wort an den Juryvorsitzenden Arch. DI Windbichler. Dieser weist auf die Verschwiegenheitspflicht aller anwesenden Teilnehmer hin und bitte DI Tröster mit dem Vorprüfungsbericht zu beginnen.

DI Tröster erläutert den Vorprüfungsbericht, der auch allen Jurymitglieder in ausgedruckter Form zur Verfügung gestellt wird.

Im Anschluss werden die einzelnen Projekte in der Reihenfolge des Vorprüfungsberichtes ausführlich diskutiert.

BESCHREIBUNG DER PROJEKTE

_ Projekt 1:

Zweigeschossig,

städtebaulich gut gelöst,

funktionelle Lösung wird positiv bewertet,

kritisiert wird im EG der schlecht belichtete innenliegende Gang,

die konstruktive Inkohärenz der Geschosse,

Beschattungsproblem der Glasfronten,

durch die dichte Baumbepflanzung wird die Platzwirkung zerstört und die Präsenz des Gemeindeamtes verdrängt.

_ Projekt 2:

Eingeschossig,

sehr ökonomisch aufgrund geringer Gebäudehöhe und knapp bemessener Verkehrsfläche,

die Teilbarkeit wird sehr positiv bewertet,

sehr sympathische Erscheinungsform,

negativ bewertet werden die Abkehr vom Ort und die Orientierung des Innenhofes zur Bahn,

die städtebauliche Situierung wird von der Jury jedoch als prinzipiell falsch erachtet,

die geringe Gebäudehöhe ist angesichts der Umgebungsbauten nicht adäquat,

der Zugang vom Ort her hat Nebeneingangscharakter,

_ Projekt 3:

Eingeschossig, winkelförmige Anordnung von Gemeindeamt und Saal mit Orientierung zur Gemeinde bzw. Platzbildung mit dem Gasthaus

die Sinnhaftigkeit der Absenkung des Platzes wird in Frage gestellt,

der Zugang zum Gemeindeamt wird in Frage gestellt und sollte klarer erkennbar sein,

die städtebauliche Anordnung und Platzbildung wird positiv bewertet,

die Orientierung der Büroräume zum Platz und Ort wird positiv bewertet,

die Überblickbarkeit des Eingangsbereiches ist gegeben,

mangelhaft ist die Funktionalität des Eingangsbereiches,

die Wand um den Wirtschaftshof wird in ihrer Größe und Länge in Frage gestellt,

der Saal erscheint in seiner Konzeption spannend und mit einem Potential – allerdings bedürfen die angebotenen Varianten einer Verfeinerung,

Erweiterungsmöglichkeiten sind angedeutet,

die natürliche Belichtung des Innenganges im Gemeindeamtsbereich wird positiv bewertet

_ Projekt 4:

Zweigeschossig

die Situierung des Baukörpers ist städtebaulich nicht überzeugend

die Öffnung des Platzes zur Bahn erscheint problematisch

positiv bewertet wird die klare Funktionsteilung und der kompakte Baukörper, wobei die Rücksprünge im EG die Klarheit der Form wiederum schwächen

auch der Zugang erscheint nicht optimal gelöst – entlang der Bürofenster

_ Projekt 5:

Zweigeschossig,

einfacher, klarer Baukörper,

städtebaulich gut situiert,

funktional gutgelöst,

klare Trennung zwischen dem Gemeindebereich und dem Saalbereich, wobei dem Saalbereich vorgelagerte Bereich bzw. die Nebenräume für Künstler positiv bewertet werden,

die Situierung des Lastenliftes ist im EG nicht dargestellt,

stark verbesserungsbedürftig ist die Eingangssituation und die Situierung der „Boxen“ verhindert eine großzügige Eingangslösung,

von den Nutzern wird die Situierung der Büros mit Blick weg vom Platz und Publikumsgeschehen stark kritisiert,

die Überdachung der Parkplätze im Bauverbotsbereich der Bahn wird kritisiert

das angedachte Festzelt erscheint sehr engagiert und könnte auch als Erweiterungspotential verstanden und positiv bewertet werden,

_ Projekt 6:

Zweigeschossig,

städtebaulich gut gelöst,

der Vorplatz wird als attraktiv bewertet,

problematisch erscheint die Aufwertung der Fluchttreppe zu einem dominanten Aufgang, dem sich auch der Zugang zum Gemeindeamt unterordnen – der eigentliche Eingang des Gemeindeamtes geht unter, damit wird ein falsches Signal gesetzt,

die Grundrisslösung des OG wird positiv bewertet, während die Mittelganglösung im EG negativ beurteilt wird,

die funktionelle Aufweitung des Saales zum Sessellager wird als interessante Lösung hervorgehoben,

die Situierung der Behindertenparkplätze hinter dem Haus ist inadäquat,

In einem ersten Wertungsdurchgang werden jene Projekte die zumindest eine Stimme erhalten haben weitergeführt. Das sind die Projekte 1, 2, 3, 5, 6.

In einer weiteren Bewertungsrunde wird einzeln über den Verbleib der Projekte mit folgendem Ergebnis abgestimmt:

Projekt 6: einstimmig ausgeschieden

Projekt 1: ausgeschieden mit 3 JA-Stimmen, 1 Enthaltung, 2 Gegenstimmen

Projekt 2: einstimmig ausgeschieden

Anschließend, nach einer weiteren ausführlichen und längeren Diskussionsrunde über die Vor- und Nachteile der verbliebenen Projekte, stellt der Bürgermeister um 16.00 Uhr den Antrag das Projekt Nr. 3 zum Sieger zu erklären. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Der Vorsitzende der Jury stellt den Antrag das Projekt Nr. 5 als Nachrücker zu nominieren. Auch dieser Antrag wird einstimmig angenommen.

Empfehlungen der Jury zum Projekt Nr. 3:

Das Projekt enthält großes Potential, wobei die Umsetzung unbedingt mit einer sensiblen Detailbearbeitung gekoppelt sein muss.

Die Saalkonzeption samt Nebenräumen muss mit der Gemeinde abgestimmt werden.

Der Zugang zum Gemeindeamt müsste aufgewertet werden – es ist zu überlegen, das Vordach des Saales auf Höhe der Erdgeschossdecke abzusenken.

Die Zugangs- und Platzgestaltung (Absenkung mit Sitzstufen) müsste in Hinblick auf eine Zugänglichkeit vom Ort überarbeitet werden.

Die Geschlossenheit und die Materialwahl der Sichtschutzwand aus Trapezblechen im Bereich des Wirtschaftshofes werden in Frage gestellt.

Ein kostengünstiges Fassadensystem muss angewendet werden.

Empfehlungen der Jury zum Projekt Nr. 5:

Der Eingangsbereich zum Gemeindeamt müsste großzügiger gestaltet werden, es ist zu überlegen, die Boxen auf zwei zu reduzieren.

Die Materialwahl der Fassade ist nicht zufriedenstellend definiert.

Ende der Jurysitzung: 17.30 Uhr

TERMIN FÜR DIE AUSSTELLUNG

Die Wettbewerbsprojekte sind von 26.01. bis 09.02.2005 während der Amtszeiten (Mo-Do von 8.00-16.00 Uhr und Fr von 8.00-12.00 Uhr) im Gemeindeamt Unterfladnitz ausgestellt. Das Juryprotokoll wird zur Einsicht aufgelegt.

Kontakt Gemeinde Unterfladnitz:

8181 Unterfladnitz 78

T 03178/2600

F 03178/2600-19

ukeg@unterfladnitz.at

Verfasser/in:
Redaktion GAT GrazArchitektur Täglich

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SIEGER - Projekt 3: Grundriss Arch. DI Heinz Wondra, Graz

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