Einkaufszentrum ECE (EinkaufsCenterEntwicklungsgesellschaft) am Standort Annenstraße, Eggenberger Gürtel

Stadträtin Fluch äußert sich zum geplanten Einkaufszentrum ECE an der Annenstraße in Graz und zur Frage, ob Graz es braucht.

29/01/2009

Braucht Graz die ECE, fragt GAT, entsprechend dem Argument, die Umgebung, vor allem die Annenstraße, nah der ECE werde dadurch wirtschaftlich aufgewertet? Schon jetzt besteht in Graz die österreichweit größte Fläche an Einkaufszentren pro Einwohner. Eine Versorgungsstudie, die Asset One in Verbindung mit der Entwicklung der Reininghaus-Gründe heranzieht, zeigt, das Graz in Punkto Versorgung schon sehr gut strukturiert ist. Zwei Grazer Bürgerinitiativen opponieren. Eine deutsche Untersuchung des ECE-Modells (siehe LINK am Ende dieser Seite) weist markante Wettbewerbsnachteile im Umfeld der ECE-Module aus.

„Graz hat den Weg gewählt“, führt StR.in Fluch aus, „zu sagen: Wir ermöglichen Einkaufszentren in Graz und nicht wie in anderen Städten vorrangig an der Peripherie oder außerhalb der Stadt. Auch vor meiner Tätigkeit hat man Einkaufszentren errichtet, die sich durch sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr auszeichnen, was bedingt auch für den Murpark gilt. Das ECE ist sozusagen ein Einkaufszentrum, das diese Reihe komplettiert.“ Die Diskussion um die ECE, holt die Stadträtin aus, war schon weit gediehen, bevor die derzeitige Stadtregierung ins Amt gerufen wurde. Es folgte eine heftige Diskussion, zwar „weniger um das Einkaufszentrum selbst“, vielmehr ging es um die Umwelt- und Stellplatzproblematik. „Ich denke, und das steht auch im Regierungsübereinkommen, das (ECE) wird das Ende der Einkaufszentren sein“, sagt die Stadträtin und meint, das ECE müsste als letztes Einkaufszentrum aus derzeitiger Sicht, in Graz noch gebaut werden. Der Bebauungsplan für das ECE sei ist beschlossen, wird allerdings aktuell „noch immer“ vom Land geprüft. Über den Stand der ebenfalls noch im Gang befindlichen Umweltverträglichkeitsprüfung, sei sie nicht informiert. „Ich stehe dazu, dass wir nach langen Diskussionen auch in meiner Fraktion zu der Auffassung gelangt sind, dass das ECE eine Chance ist für die dortige Gegend.“ Mit den Bürgerinitiativen sei sie immer wieder in Kontakt, erklärt Fluch. Man habe Strategien zum Branchenmix mit Geschäftsführern von ECE diskutiert, um zu vermeiden, dass Traditionsbetriebe aus der Innenstadt in das ECE gezogen würden. Betreffend Neuansiedlung von Geschäftsbetrieben in der Annenstraße werde es aber „nicht nur um typische Ketten gehen“. Fluch ortet die große Chance der Annenstraße in der Kreativwirtschaft, deshalb sollen Schwerpunkte gesetzt werden.

Ihres Erachtens, sagt StR.in Fluch, ginge es in erster Linie um Fragen der Verkehrsanbindung bzw. Anzahl von Stellplätzen. Gerade das sei die Besonderheit am ECE, „dass dort nicht 1000, 1200 Stellplätze vorgesehen sind, weil man dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt.“

Einwände seitens GAT, direkt anliegende Einkaufsbereiche wie die Annenpassage (z.B. keine Mieternachfrage nach Übersiedelung eines Elektrogroßhändlers in das neue SC-Nord) oder das gegenüber am Eggenberger Gürtel gelegene Haus der Baudirektion (vormals Einkaufszentrum, jetzt leer stehend) – deuteten nicht gerade auf einen optimalen Standort für ein neues Einkaufszentrum hin, lässt die Stadträtin nicht gelten. Das sei die „Situation, wie sie jetzt ist, das heißt, die ganze Bahnhofsumgebung ist momentan nicht sonderlich attraktiv“, ausgenommen die von Peter Kogler gestaltete Bahnhofshalle.

Aus dem langen Gespräch um die ECE kristallisiert sich die Präferenz der Stadträtin, hinsichtlich des Standortvorteils, für die direkte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel heraus. Der Transport sperriger Einkäufe mittels PKW – ein allgemeines Argument für die Frequenz von Einkaufszentren – sei gerade für die ECE nicht relevant. Das „Erfolgsrezept“ für Geschäftsansiedelungen in der Annenstraße dagegen sieht sie im Zusammenhang mit Maßnahmen zur zunehmenden Attraktivität für Fußgänger.

Verfasser/in:
Wenzel Mracek, Gespräch

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