„Erdnuss“, „Monsterkartoffel“, „verkehrtes Schiff“, das sind nur einige der Spitznamen für das FabLab House, das im Rahmen der Solar Decathlon Europe 2010 den Publikumspreis erhielt. Solar Decathlon (SD) ist ein Wettbewerb, der von der amerikanischen Energiebehörde organisiert wird. Dieser Wettbewerb wendet sich an Universitäten weltweit und schreibt den Entwurf und die Konstruktion von Wohnstätten aus, die energieautonom sind, ausschließlich mit Sonnenenergie funktionieren und am öffentlichen Versorgungsnetz angeschlossen sind. Sie müssen mit Technologien ausgestattet sein, die maximale Energieeffizienz ermöglichen. Die von den Universitätsteams entwickelten Projekte treten bei zehn Prüfungen (Decathlon) gegeneinander an, in deren Rahmen sie ihre Energieeffizienz und Selbstversorgungskapazität beweisen müssen.
Der diesjährige Gewinner kommt von FabLab BCN, einem Forschungs- und Produktionszentrum mit Sitz in Barcelona. Das FabLab BCN ist Teil des Institut d´Arquitectura avançada de Catalunya (IaaC, Institut für fortgeschrittene Architektur, Katalonien) und bietet Schulungs- und Profiprogramme für digitale Produktion. Auf Basis der Idee „Vom Personal Computer (PC) zur Personal Fabrication (PF)“ betreibt das FabLab BCN zusammen mit dem Center for Bits and Atoms des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein weltweites Netzwerk von Labors, in welchen man so gut wie alles mit den gemeinsam genutzten Ausstattungen und Technologien machen kann.
Das „Erdnusshaus“ bzw. die „Monsterkartoffel“ begeisterte während des zehntägigen Wettbewerbs in Madrid mehr als 20.000 Besucher aus der ganzen Welt. Und das nicht nur wegen des thermischen Komforts und seiner Energiegewinnungskapazität (2,5-mal mehr Energie als eine vierköpfige Familie benötigt), sondern vor allem wegen seines innovativen Designs und der sozialen Vision.
Form follows Energy
Durch die Krümmung des Hauses soll unter Berücksichtigung der spezifischen Koordinaten seines Standortes möglichst viel Sonnenenergie eingefangen werden. Die gesamte, im oberen Teil sowohl über die flexiblen Paneele als auch über die Wasserheizelemente gewonnene Energie wird über Stützen in das untere Stockwerk (zu den „Wurzeln des Hauses“) geleitet, wo der Energieverbrauch geregelt wird. Überschüssige Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist.
- Verfasser/in:
- Susanne Baumann-Cox, Bericht
Weiterführende Links


