Die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft ENW hat in Kooperation mit der ÖWG Mitte 2010 ein österreichweit offenes, städtebauliches Gutachterverfahren für eine Wohnbebauung mit Zusatznutzungen im Grazer Westen, zwischen der Waagner-Biro-Straße und der Alten Poststraße, ausgelobt. 70 Architekturbüros aus ganz Österreich haben sich an diesem Verfahren beteiligt.
In einer zweitägigen Sitzung des Preisgerichtes im Oktober 2010 wurden 10 Projekte ausgewählt und mit konkreten Aufträgen in eine zweite Runde geschickt. Anfang März 2011 wurde, nach einer weiteren Überarbeitung von vier Projekten, in der Endauswahl das Projekt des Grazer Büros HoG Architektur ZT GmbH, Martin Emmerer, Hansjörg Luser, Clemens Luser aus Graz zum städtebaulichen Leitprojekt gekürt. Den 2. Rang erlangte das Architekturbüro Frei & Wurzrainer ZT GmbH (Hausmannstätten), den 3. Rang das Büro Schwarz.Platzer.Architekten ZT GmbH (Graz).
Der Grazer Westen befindet sich in einer Umbruchphase, wobei durch den geringeren Platzbedarf der Industrien große Bereiche für eine neue Nutzung zur Verfügung stehen. Die sich laufend verbessernde Infrastruktur trägt dazu bei, dass der Grazer Westen ein aufstrebender Stadtteil mit viel Zukunftspotenzial ist. Eine Herausfordeung für die Planung auf dem Grundstücks sind die noch bestehende naheliegende Industrienutzung und das Ziel, in dieser Umgebung ein innovatives urbanes Milieu zu erzeugen. Mit mehr als 500 Wohnungen, einer Kinderbetreuungseinrichtung, Gewerbe- und Büroflächen zählt das Projekt neben dem Reininghausareal zu den größten Stadtentwicklungsaufgaben in den nächsten Jahren.
BESCHREIBUNG DES SIEGERPROJEKTES
Das Leitprojekt bildet eine großstädtische Form zum Thema „Wohnen im Park“. Durch die Anordnung von zwei Blöcken mit großzügigen Innenhöfen gelingt es, die Grünflächen zu maximieren und eine entschiedene Antwort auf die unterschiedliche Nachbarschaft und die zentrale Lage in der Stadt zu geben. Der geplante Park stiftet einerseits durch seine Großzügigkeit eine klare Identität, reagiert aber gleichzeitig auf die unterschiedlichen Orte und bildet so eine Vielzahl von Nischen, die unterschiedlichste Funktionen aufnehmen können. Das weitgehend wohnungsfreie und stark öffentlich durchzogene Erdgeschoss schafft eine offene Verzahnung von Innen- und Außebeziehungen, eine große Freiheit in der Wegeführung und kreiert eine großzügige durchgehende Landschaft. Eine öffentliche Durchwegung von Ost nach West ermöglicht eine Querung für Fußgänger und Radfahrer von der Waagner-Biro-Straße zur Alten Poststraße mit ihren öffentlichen Einrichtungen und Versorgungseinrichtungen wie Schule, Lebensmittelmärkte, aber auch eine kurze Wegverbindung zur Haltestelle der Linie 1. Mit der künftigen Verlängerung des Nordtunnels wird es weiters eine attraktive und kurze Verbindung von der Waagner-Biro-Straße direkt zum Hauptbahnhof geben.
Die Anlage soll ab 2012 mit Wohnbauförderungsmitteln in vier Bauabschnitten errichtet werden.
AUSSTELLUNG
Die Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge findet von 01.04.2011 bis einschließlich 08.04.2011, jeweils Montag bis Freitag, in der Zeit von 8.00 bis 15.00 Uhr im Unterschoss des Bauamtsgebäudes, Europaplatz 20, Graz (Eingang Bahnhofcenter) statt.
Die umfassende Dokumentation des Verfahrens finden Sie demnächst im WB Portal der bAIK, www.architekturwettbewerbe.at .
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
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