Das Institut für Wohnbau und die Fakultät für Architektur an der TU Graz luden am Donnerstag, den 21. April 2005 zum Fest für Hansjörg Tschom, Grazer Architekt und Professor am Institut für Wohnbau.
Anlässe zum Feiern gab es genug, das versprach schon die Einladung: 35 Jahre Architekturfakultät an der TU Graz, 25 Jahre Büro Tschom, 15 Jahre Wohnbauteam an der TU Graz, Buchpräsentation „Monographie“, Präsentation der gleichnamigen Ausstellung, die übrigens noch bis 27. April 2005 an der TU Graz, Rechbauerstraße 12 zu sehen ist und begleitend zum Buch versucht, das gesamte Werk von Hansjörg Tschom zu dokumentieren.
Das Fest selbst begann zunächst akademisch: Grußworte des Vizerektors Johann Theurl, Grußworte des Dekans Urs Hirschberg, einleitende Worte von Hansjörg Tschom, dem Jubilar des Abends. Und dann Pressetermin: eine Stunde lang stand Tschom für berufliche wie auch private, teilweise sehr private Fragen, zur Verfügung.
Bereits während seines Studiums hat Tschom den Wohnbau als die interessanteste Bauaufgabe, die Architektur bieten kann, für sich entdeckt. Zunächst beschäftigte er sich damit in der Forschung und verfasste die Dissertationsschrift „Dezentralisierung im Gesundheitswesen“ und die Habilitationsschrift „Wohnen und Gesundheit“. Mehr und mehr widmete er sich auch in der Praxis der „Königsdisziplin aller Bauaufgaben“, so Tschom. In Folge entstanden weitere Forschungsprojekte, eine große Zahl von Wohnbauprojekten wurde realisiert.
Hansjörg Tschom, seit 1975 an der TU Graz tätig, ist gegen die Verschulung der Hochschulen. Er führte an seinem Institut „Teaching Offices“ ein und ist momentan im Begriff ein „Wohnbaulabor“ zu implementieren, das sich in Theorie und Praxis mit den neuen Anforderungen des Wohnbaus in Bezug auf den gesellschaftlichen Wandel beschäftigen soll. Außerdem veranstaltet er jährlich einen Studentenworkshop in Rovinj/Istrien, der immer wieder interessante Studentenarbeiten hervorbringt. Tschom wird bei seinen universitären Tätigkeiten von einem kompetenten Team unterstützt, das sich in erster Linie aus jungen erfolgreichen Architekten zusammensetzt: Andreas Gratl (balloon), Andreas Reiter und Bernd Steinhuber (INNOCAD), Andrea und Ivan Redi (ORTLOS architects), Mark Blaschitz (SPLITTERWERK), Walter Sametinger und Armin Stocker (S3), Doris Dockner, Jörg Kindermann, Marlies Nograsek und, nicht zu vergessen, Assistent (und bald) Dr. Wolfgang Purt.
Das im Rahmen der Veranstaltung präsentierte, brandneue Buch „Monographie“, das vom Verlag des HDA Haus der Architektur Graz herausgegeben wurde, dokumentiert in umfassender Weise das Leben und Gesamtwerk von Hansjörg Tschom. Sämtliche Bauten und Projekte sind darin ebenso enthalten, wie die Dokumentation seiner jahrelangen Lehrtätigkeit an der TU Graz und einige von Tschoms Mitarbeitern verfasste Artikel, die den Architekten und Lehrer aus verschiedenen Perspektiven beschreiben. Das Buch ist nicht nur inhaltlich sehr interessant und gut strukturiert, sondern auch gestalterisch gelungen. Das Layout und vor allem der ungewöhnliche Einband können sich sehen lassen.
Und nun noch einmal zurück zum Fest: Die Band „Element Five“ führte im Programm weiter durch den Abend, das hervorragende Buffet stärkte, die Lesungen von Mitgliedern des Wohnbauteams gingen im allgemeinen angeregten Tritschi-Tratschi der Architektenschaft unter. Zur Mitternacht gab es eine musikalische Einlage von Irene S. und dann, lang erwartet, wieder einmal mehr Musik und Visuals von Doctors on Decks bis in die frühen Morgenstunden.
Ein gelungener Abend, ein schönes Fest!
- Verfasser/in:
- Elisabeth Krammer, Bericht