„Die Zentralvereinigung der Architekten Österreichs“

Diplomarbeit von Mag. phil. Vilja Popovic, als Abschluss des Studiums der Kunstgeschichte und des Kulturmanagements an der Karl-Franzens-Universität Graz im Jahr 2005.

16/02/2006

Diplomarbeit von Mag. phil. Vilja Popovic, als Abschluss des Studiums der Kunstgeschichte und des Kulturmanagements an der Karl-Franzens-Universität Graz im Jahr 2005.

Abstract

von Vilja Popovic

Die Diplomarbeit bietet einen Überblick über die Aktivitäten der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs (ZV) seit ihrer Gründung. Es wird die Anfangszeit beleuchtet und auf den Architekten Ludwig Baumann, den Gründungsvater der ZV, biografisch eingegangen. Baumann, eine Persönlichkeit von enormer Schaffenskraft, rief 1907 die „Zentralvereinigung der Architekten der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“ ins Leben, aus der Notwendigkeit heraus, die Architekten gegen die Baumeister und Bautechniker abzugrenzen. Die Aufgabe der ZV sollte die klare Definition des Berufsbildes eines Architekten sein. Die Zentralvereinigung begann mit der Ausarbeitung von Standesvorschriften, einer Gebührenordnung und einer Wettbewerbsordnung. Weiters erstellte sie einen Gesetzentwurf für die Schaffung einer Architektenkammer.

Der ZV traten die hervorragendsten Architekten der damaligen Zeit bei: Otto Wagner, Ferdinand Fellner, Josef Hoffmann u.v.m. Der erste große Erfolg der Zentralvereinigung war bereits im Jahr 1908 die Abhaltung des VIII. Internationalen Architektenkongresses in Wien. In dessen Zuge kam es aber wegen der Frage der geistigen Urheberschaft einer Petition zur Auseinandersetzung mit Otto Wagner. Sie trieb einen Spalt in die von Baumann geführte ZV, die Wagner und seine Anhänger als Mitglieder verlor.

Mit Erfolg setzte die ZV durch, dass 1909 die Bauordnung für Wien neu verfasst wurde.

Da die Zeit von 1910- 1945 kaum durch Quellen erschließbar ist, setzt eine nähere Betrachtung der ZV mit dem Wiederaufbau nach 1945 ein. In der Arbeit wird auf die Präsidenten der ZV eingegangen. So war z.B. Siegfried Theiss von 1919- 1931 Präsident der ZV. Auch Clemens Holzmeister fungierte in dieser Funktion von 1932 -1936.

Die Errichtung von Architektenkammern war in der Ära Theiss noch immer ein großes Thema.

Nach der dunklen Zeit des Nationalsozialismus bestand die ZV vorübergehend nur als Architektensektion in der „Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs“.

Nachdem die Zentralvereinigung der Architekten in den 50er Jahren wiedergegründet worden war, erfolgte die Einteilung in die Bundesländersektionen. In der Steiermark ist die ZV seit dem Jahr 1959 aktiv und ihr erster Präsident war Franz Hafner.

1957 wurde das Ziviltechnikergesetz eingeführt und die Organisierung der Architekten in der Ingenieurkammer erreicht.

Auf die Darstellung der aktuellen Organisation der ZV folgt ein Kapitel über Eugen Wörle (Präsident der ZV von 1961 - 1996), da seine Arbeit und seine Persönlichkeit besonders geschätzt wurden.

Die Diplomarbeit behandelt auch die sozialen und kulturellen Aufgaben des Vereins, die durch Beispiele ab den 1980er Jahren illustriert werden. Weiters wird die ZV- Zeitschrift „Der Bau“ besprochen. Mit der Neukonzeption der Zeitschrift unter dem Titel „Bau“ im Jahr 1965 festigte sich der Ruf der Zeitung als Medium des architektonischen Diskurses in Österreich.

Die großen ZV- Preise, der Karl-Scheffel-Preis, der Friedrich-Zotter-Preis und der Bauherren- Preis werden dokumentiert.

Die Aktivitäten der Zentralvereinigung in der Steiermark werden ab 1980 beleuchtet, und durch ein Interview mit Martin Krammer, derzeitiger Präsident der ZV- Landesverband Steiermark wird ein Einblick in die gegenwärtige Situation des Vereins gegeben.

Die Internetportale der ZV können dem Leser als Kommunikationshilfe dienen.

Im Anhang befinden sich ein handgeschriebener Brief von Ludwig Baumann, Statuten aus dem Jahr 1907, Abbildungen des Bauherren- Preises und ein Interview mit Franz Kiener, Kassier des Landesverbandes Wien, Niederösterreich und Burgenland, und weiters die Bedingungen, die für eine Mitgliedschaft bei der Zentralvereinigung notwendig sind.

Mag. Vilja Popvic wurde 1977 in Graz geboren. Sie studierte von 1997 – 2005 Kunstgeschichte und Kulturmanagement an der Karl-Franzens-Universität Graz.

Seit Februar 2003 ist sie u. a. für den organisatorischen Bereich der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs – Landesverband Steiermark (ZV) verantwortlich.

KONTAKT UND RÜCKFRAGEN:

Mag. Vilja Popvic

vilja.popovic@zv-steiermark.org

oder

vilja@gmx.net

Verfasser/in:
ZV
popovic_kopf.jpg
Kopf der Mitteilungen der Zentralvereinigung, Österreichische Nationalbibliothek, Cäcilia Bischoff, Ludwig Baumann (1853-1936). Architekt in Wien, Stilpluralismus als ökonomische Strategie, Diss., Bonn 2003
popovic_baumann.jpg
Ludwig Baumann als Präsident des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins, Historisches Museum der Stadt Wien, Kolowrath Rudolf, Ludwig Baumann. Repräsentant der großbürgerlichen Architektur der Jahrhundertwende, Diss., Wien, 1982, Abb.30
popovic_kirche.jpg
Kirche St. Margareten, Cäcilia Bischoff, Ludwig Baumann (1853-1936). Architekt in Wien, Stilpluralismus als ökonomische Strategie, Diss., Bonn 2003, Abb. 274, 275
buchtipp_0.jpg
Kirche St. Margareten, Cäcilia Bischoff, Ludwig Baumann (1853-1936). Architekt in Wien, Stilpluralismus als ökonomische Strategie, Diss., Bonn 2003, Abb. 274, 275

Artikelempfehlungen der Redaktion