Irgendwo in der Steppe der Inneren Mongolei, dort wo die Gobi näher ist als Peking, findet der kleine Bilike nah der Jurte seiner Eltern einen Tischtennisball, der im Fluss dahergetrieben kommt. Was das Ding denn nun sein könnte, fragen sich Bilike und seine beiden Freunde. Die Oma glaubt, es sei ein Schatz der Geister, aber sicher ist sie sich nicht. Obwohl die Familie vom etwas zwielichtigen Lieferanten Siriguleng immer wieder mit Produkten der westlichen Welt beliefert wird – Elektrorasierer, dem berühmten amerikanischen Tee „Kaffee“ und einem Fernseher – weiß eigentlich niemand, was die durchschimmernde weiße Kugel sein soll. Doch eines Tages – man versucht mittels Eigenbauantenne das chinesische Fernsehprogramm zu empfangen und schafft es zumindest zeitweilig, einen Sender akustisch wahrzunehmen – hören die Jungen vom „Nationalsport Ping Pong“ und dass ihre weiße Kugel nicht nur vergleichbar einem, sondern DER „Nationalball“ sei. – Kurzentschlossen machen sich die drei auf zwei Pferden und einem Moped nun auf, den Nationalball ins Zentrum der Nation zurückzubringen, nach Peking. Nach Peking aber ist es erstens ein weiter Weg und zweitens wird die Orientierung in der Grassteppe zur ungeahnten Herausforderung: Anstatt in Richtung Peking geht das Abenteuer in die entgegengesetzte Richtung los, auf die Wüste Gobi zu. Ein Steppenpolizist, Verkörperung der Staatsgewalt, wird die drei finden und wieder nach Hause bringen...
In breiten Panoramabildern der Steppe Ostasiens erzählt der chinesische Regisseur Ning Hao die Geschichte dreier mongolischer Jungen. Die unvermittelte Spielweise der Laiendarsteller und seine Dramaturgie des Alltäglichen verleihen dem Film dokumentarischen Charakter. Ironische Momente, wie das an die Flanke eines Pferdes geklebte "4x4"-Signe eines Jeeps, wechseln mit spektakulären Landschaftsaufnahmen. Sommerkino, in dem die Weite der Steppe an jene der Phantasie heranführt.
„Mongolian Ping Pong“, China 2005, OmU, 105 Minuten, jugendfrei und empfohlen ab 14 Jahren, ist von 21. bis einschließlich 27. Juli 2006, jeweils um 18.30 Uhr im augartenkino kiz, Friedrichgasse 24, 8010 Graz zu sehen.
Kartenreservierung: T 0316/82 11 86 0
- Verfasser/in:
- Wenzel Mracek, Empfehlung


