Mittelfristig soll er deutliche Auswirkungen auf die Immobilienbewertung und auf den Energieverbrauch in der Steiermark und Kärnten haben. So das Ergebnis der Energieausweis-Informationsveranstaltung der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten am Donnerstag, den 8. Mai 2008.
Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten hat mit einer Informationsveranstaltung in der Grazer Stadthalle eine Info-Offensive zum Energieausweis gestartet: Nach einer Begrüßung durch Kammerpräsident DI Gerald FUXJÄGER und einem Impulsreferat von DI Ingo SONNEK, Leiter des Arbeitskreises „Energieausweis“ war ein von Dr. Peter RESETARITS moderiertes Podiumsgespräch zu verfolgen: HR DI Friedrich BAUER, Sachverständiger für Immobilienbewertung, DI Wolfgang JILEK, Landesenergiebeauftragter der Steiermark, Architekt DI Erwin KALTENEGGER und Architekt DI Martin GRUBER sprachen über die durch den Energieausweis zu erwartenden Veränderungen am Immobilienmarkt.
Zum Thema Förderungen
Mit Blick auf ein Artikel 15a-Verfahrens werde derzeit an einer österreichweiten Vereinheitlichung der Landesgesetzgebung zum Thema Bauförderung gearbeitet, so DI Wolfgang Jilek, und es sei davon auszugehen, dass mittelfristig nur mehr Neubauten mit Passivhausstandard in den Genuss von Förderungen kommen.
Veränderungen bei Lebenszykluskosten von Gebäuden
Dass sich Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden in jedem Fall rechnen, machte DI Martin Gruber klar: Nachdem alle bisherigen Prognosen bezüglich der Heiz- und Energiekosten deutlich nach oben revidiert werden müssen, sei das Einsparungspotential durch einen geringen Energiebedarf von Gebäuden weit größer als bisher angenommen. Auf der anderen Seite sind die technischen Maßnahmen zur Eindämmung des Energiebedarfs in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden. Aufgerechnet auf den Gesamtlebenszyklus eines Gebäudes machen die Baukosten heute nur mehr 15% des fi nanziellen Gesamtaufwands aus, hier zu investieren zahlt sich also.
Paradigmenwechsel bei der Immobilienbewertung
Bislang wurde bei der Bewertung von Gebäuden die Energieeffizienz nur auf Basis der Betriebskosten berücksichtigt. Mit dem Energieausweis steht nun ein Instrument zur Verfügung, das sinnvolle und längerfristig gültige Vergleiche von Gebäuden möglich macht, betonte HR DI Friedrich Bauer. Unter Berücksichtigung der ermittelten Vergleichswerte sei bei Gebäuden mit hohem Energiebedarf mit Abschlägen von mehreren hundert Euro pro Quadratmeter zu rechnen.
Was ist der Energieausweis für Gebäude?
Seit 2. April ist es fix: Durch eine Novelle des Steiermärkischen Bau- und Feuerungsanlagengesetzes ist die Ausstellung eines Energieausweises vorgeschrieben. Und zwar für alle Neubauten und umfassenden Altbausanierungsvorhaben. Der Energieausweis zeigt – ähnlich wie das beim Normverbrauch eines Autos funktioniert – Kennzahlen zum Energiebedarf eines Gebäudes. Damit ist für Jedermann deutlich sichtbar, ob die Energiebilanz eines Gebäudes stimmt. Oder eben nicht.
Weitere Informationen zum Thema fi nden Sie auf www.zt-energieausweis.at.
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