Den Handel lernen mit Stadträtin Sonja Grabner

Gleich einem Affront kommt jetzt die jüngste Idee, präsentiert von City Manager Heimo Maieritsch und Stadträtin Grabner: In Coachings um die Themen Reklamation, Kundenber

22/10/2009

Wie die Grazer Annenstraße trotz angedrohtem ECE zu retten sei, beantwortet Wirtschafts-StR. Sonja Grabner „… mit dem ECE …“ in einem Interview. Erfahrungen mit ECE in Kapfenberg oder Klagenfurt, das den Einzelhandel im Umkreis der Zentren de facto erledigt hat, werden weiterhin beinhart ignoriert. Auch im Einkaufszentrum Annenpassage steht inzwischen die Hälfte der Geschäftsflächen leer und gerade hat gegenüber das Einkaufszentrum im Bahnhof eröffnet. Dass schon vor Jahren ein Shopping-Center im gegenüber liegenden Haus des Bauamts verhungert ist, haben wir schon fast vergessen.

In Graz besteht jetzt schon pro Einwohner der größte Flächenanteil an Einkaufszentren in Österreich, etwa 400 Geschäftslokale in der Stadt stehen dagegen leer. Die besonders angeschlagene Jakoministraße soll durch Ansiedlung von „Kreativen“ (wer immer die sind), „Architekten, Dienstleistern und Künstlern“ belebt werden (Vorschläge des Künstlerkollektivs rhizom, ebendort ansässig, finden bis zum heutigen Tag kein Gehör); „Showrooms“ sollen installiert werden und in verwaisten Geschäftslokalen „Abstellplätze für Radfahrer“ geschaffen werden. Gut, die Stadträtin mit „FH/Campus 02-Diplom „Marketing“ für Berufstätige“ meinte wohl Abstellplätze für Fahrräder. Zudem soll die Jakoministraße „heuer aber endlich auch mit Weihnachtsbeleuchtung“ ausgestattet werden. Sichtlich ist Frau Grabner bemüht, etwas zu tun.

Gleich einem Affront kommt jetzt aber die jüngste Idee, präsentiert von City Manager Heimo Maieritsch und Stadträtin Grabner. „Die Grazer Kaufleute sollen die Nase vorn haben“ wird sie in der Kleinen Zeitung vom 13. Oktober zitiert. In Coachings um die Themen Reklamation, Kundenberatung und Warenpräsentation sollen die Händler ihr Geschäft lernen. Experten der arco-group haben ein „Package“ gepackt, nachdem Kaufleuten zum Preis von läppischen 650 Euro das Verkaufen gelehrt wird. City Management und Wirtschaftskammer fördern mit jeweils 300 Euro – eine Mezzie! Teilnehmern wird ein „Check“ durch Mystery-Shopper in Aussicht gestellt, die einen Stärken-Schwächen-Katalog erstellen, abschließend gibt es eine Qualitätskontrolle. 1000 Grazer Händler werden im November schriftlich zu einer „Kick-off-Veranstaltung“ eingeladen. – Und wenn sie’s danach immer noch nicht können, werden sie wohl selbst daran schuld sein, wenn der Innenstadthandel gänzlich die Mur runtergeht, um sich Auffangrechen des „Design-Kraftwerks“ wiederzufinden.

Verfasser/in:
Wenzel Mracek, Kommentar

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Annenstraße in Graz. Foto: Elisabeth Lechner

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