Am 29.04.2009 wurde im Az W der Architekturpreis für Einfamilienhäuser in Österreich verliehen.
Die Preisverleihung erfolgte durch:
Bernd Hartmann, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Josef Schmidinger, Generaldirektor s Bausparkasse
Dietmar Steiner, Direktor Architekturzentrum Wien
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Architekturzentrum Wien und unter Mitarbeit der regionalen Architekturinstitutionen in den Bundesländern suchte die Bausparkasse der österreichischen Sparkassen die besten Einfamilienhäuser Österreichs. Für „Das beste Haus 2009“ waren neben dem klassischen freistehenden Hausbau auch Erweiterungen, Umnutzungen oder Aufstockungen von Einfamilienhäusern zugelassen. Die Fachjury, unter dem Vorsitz von Gabriele Kaiser, Architekturpublizistin und im Architekturzentrum Wien tätig, war besetzt mit je einer Vertreterin bzw. einem Vertreter für die neun Architekturinstitutionen aus den Bundesländern. Die Jury wählte aus 124 Wettbewerbsbeiträgen in einem ersten Durchgang die besten 28 Einfamilienhäuser, aus denen dann in der zweiten Bewertungsrunde die neun Bundesländersieger hervorgingen. Prämiert wurden herausragende Beispiele von Alltagsarchitektur: von der Neuinterpretation traditioneller Bauformen und Typologien, vom intelligenten Materialeinsatz, dem verantwortungsvollen Umgang mit der umgebenden Landschaft über optimierte Energiekonzepte bis hin zu sinnlichen und haptischen Qualitäten eines Baus. Gesucht waren Eigenheime, die einen Beitrag zur Steigerung der Bau- und Wohnkultur leisten. Aus ganz Österreich kamen die Wettbewerbsbeiträge, die in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit einen Querschnitt der vornehmlich jungen österreichischen Architekturszene zeigen.
Die von der s Bausparkasse und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur gestiftete Preissumme beträgt pro Projekt 6.000,- Euro (je 3.000,- Euro für ArchitektIn und BauherrIn).
SIEGERPROJEKTE:
BURGENLAND
Preisträger, Haus Weiden am See
ArchitektIn/PlanerIn: Andreas Doser, Andrea Dämon
Fotos: Arch. Doser/Arch. Dämon/ad2
„Über Geschmack lässt sich streiten, über Konsequenz nicht. Dass die Architekten zugleich die Bauherren dieses Einfamilienhauses sind, ist unverkennbar. Was außen versprochen wird, wird innen gehalten – kompromisslos. Die Bauherren leben ihr Design – und designen ihr Leben. Alles ist stimmig, bis hin zum Katzenklo. In der nationalen Zusammenschau wird wieder
einmal die Bandbreite des Bauens deutlich. Sie zeigt, dass architektonische Preziosen Anerkennung finden. Das schwarzweiße Designstück befindet sich im rotgoldenen Burgenland.“
Erich Kugler, Juror
Architektur RaumBurgenland
KÄRNTEN
Preisträger, Rundbogenhaus
ArchitektIn/PlanerIn: Winkler + Ruck Architekten
Fotos: Winkler + Ruck Architekten
„Ein sehr kleines, auf den ersten Blick scheinbar unbebaubares Grundstück in zentrumsnaher Lage, umliegend sehr hohe Geschoßwohnbauten, eine bestehende Mauer und ein Kirschbaum bilden die Basis für dieses einzigartige Haus. Die bestechend einfache Antwort bildet eine große Dachfläche aus Tonnengewölben, aufgelegt auf den bestehenden Mauern an der nördlichen Grundgrenze, um so unter den Blicken der Nachbarn und dem Lärm der Stadt ‚hindurchzutauchen‘.“
Gerfried Ogris, Juror
Kärntens Haus der Architektur
NIEDERÖSTERREICH
Preisträger, Haus am See
ArchitektIn/PlanerIn: DI Katja Nagy
Fotos: Wolf Leeb/wolfleeb.com
„Wohnen am Schotterteich an der Südautobahn ist Häuseltristesse hinter Thujenhecken. Plötzlich lacht ein fein proportioniertes beigefarbenes Gebilde hervor. Das Wohnhaus formt sich gekonnt aus dem maximal erlaubten Bauvolumen und beherbergt im Inneren ein licht durchflutetes Raumkontinuum. Die modellierte Landschaft gleitet eindrucksvoll bis ins Bad und Schlafzimmer im Untergeschoß. Die Bebauung des Ufers war nicht möglich. Gekonnt steht deshalb ein Gäste- und Saunahaus mit Durchblick zwischen Haus und See. Es rahmt und inszeniert die Landschaft zugleich.“
Gordana Brandner-Gruber, Jurorin
ORTE – Architekturnetzwerk
Niederösterreich
OBERÖSTERREICH
Preisträger, Haus HP
ArchitektIn/PlanerIn: Schneider & Lengauer Architekten
Fotos: Kurt Hörbst
„Das Gebäude besetzt auf geschickte Weise einen kleinen, steilen Grundstreifen, der zwischen Wald und Straße ein nur zwischen 4,10 und 6,30 Meter breites Haus zulässt. Große Fensteröffnungen in der Lochfassade aus braunen Eternitschindeln erlauben gerahmte Blicke in den Mischwald und auf die gegenüberliegende Talseite. Am Waldrand liegt einer Lichtung gleich eine Schattenterrasse eingebettet. Das Projekt begeistert durch seine intensive Herausarbeitung der Atmosphäre unter Laub und Ästen.“
Gernot Hertl, Juror
architekturforum oberösterreich
SALZBURG
Preisträger, Haus 47°40’48”N/13°8’12”E
ArchitektIn/PlanerIn: Maria Flöckner und Hermann Schnöll
Fotos: Stefan Zenzmaier
„Das bis ins letzte Detail intelligent konzipierte Haus wurde als Knoten zwischen Straßen- und Landschaftsraum interpretiert, als Loge zum unmittelbaren Erleben des grandiosen Gebirgspanoramas im jahreszeitlichen Wandel. Die von konsequentem Designanspruch geprägte Wohnatmosphäre entsprang dem Bauherren-Wunsch nach ungewohnt hoher Zurücknahme des Persönlichen. Das Haus drückt sich nur leicht – ohne Abgrabungen oder Aufschüttungen – in das etwas abfallende Gelände. Am Ende bleiben die Landschaft und der Mensch als Gast.“
Norbert Mayr, Juror
Initiative Architektur Salzburg
STEIERMARK
Preisträger, Haus in Stocking
ArchitektIn/PlanerIn: DI Andreas Karl
Fotos: Walter Henisch
„Selten entdeckt man eine solch charmante Reaktion auf Vorgefundenes wie in diesem Fall. Die markante asymmetrische Form des Nachbarhauses wurde einfach gespiegelt und präzise an der Geländekante des Grundstückes als Split Level platziert. Während sich das Haus auf der Straßenseite mit seiner schlichten grauen Fassade angenehm zurückhält, öffnen sich die Wohnräume auf der Südseite großzügig verglast und stützenfrei zu der parkähnlichen Gartenanlage und bieten ihren Bewohnern vielfältige Raumerlebnisse.“
Markus Bogensberger, Juror
Haus der Architektur Graz
TIROL
Preisträger, Haus Meyer
ArchitektIn/PlanerIn: Holzbox ZT GmbH
Fotos: www.norbert-freudenthaler.com
„Das Plateau der Hungerburg oberhalb von Innsbruck ist ein sehr beliebtes Wohngebiet, das leider in den letzten Jahren aufgrund mangelnder Raumplanung sukzessive durch niveaulose Architektur zerstört wurde. Umso wichtiger ist daher das Projekt von Holzbox, da es sich subtil mit dem Ort wie der Topografie auseinandersetzt und ein maßgeschneidertes Etui für eine Familie schafft. Die feinen Details und intelligenten Raumlösungen machen das Haus zu einem atmosphärisch stimmigen Lebensraum.“
Arno Ritter, Juror
aut. architektur und tirol
VORARLBERG
Preisträger, Lehmhaus
ArchitektIn/PlanerIn: Boltshauser Architekten AG, Martin Rauch
Fotos: Beat Bühler
„Ein im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltiges Haus, kaum zu übertreffen an Ressourcenschonung, handwerklicher Fertigkeit und Wagemut in Material und Detail. Das Haus besticht auf allen Linien: gekonntes Einfügen in die Landschaft, atmosphärisch aufgeladene räumliche Qualität, wohltuendes Klima durch den ausgleichenden Lehmbaustoff, Oberflächen von berührender Haptik. Archaisch im Typus und dennoch energetisch hochtechnologisch bietet es ein unvergleichliches Ambiente für komfortables, entschleunigtes Wohnen und Arbeiten.“
Marina Hämmerle, Jurorin
Vorarlberger Architektur Institut
WIEN
Preisträger, Hofhaus Millergasse
ArchitektIn/PlanerIn: Froetscher Lichtenwagner
Zimmermeister: Christoph Kastner
Fotos: Stephan Huger/www.studiohuger.at
„Nicht nur der Speckgürtel der Städte hält Raumreserven bereit: Mitten im dicht verbauten Gebiet des 6. Bezirks entdeckte die Bauherrin in einem Hinterhof eine verfallene Werkstattbaracke, erkannte das Potenzial dieses Orts und beauftragte die Architekten ihres Vertrauens mit der Planung eines Einfamilienhauses samt Einliegerwohnung. Widmungsbedingt kam nur eine bauliche Änderung innerhalb der bestehenden Hülle infrage, d. h., die Baracke wurde Stück für Stück abgetragen und durch neue Bauteile (Wand- und Deckenfertigteile in Holzständerbauweise, Niedrigenergiehausstandard) ersetzt. Entstanden ist ein überraschend lockeres Gefüge aus ,separaten Zimmern‘ inmitten eines idyllischen Gartens – eine beispielhafte Wiedererweckung scheinbar verlorener Bausubstanz im Hinterhof.“
Gabriele Kaiser, Jurorin
Architekturzentrum Wien
AUSSTELLUNG DER AUSGEZEICHNETEN HÄUSER
Ausstellungsdauer: 30. April – 18. Mai 2009
Öffnungszeiten: täglich 10 – 19 Uhr
AUSSTELLUGSORT: Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1, im MQ, 1070 Wien
- Verfasser/in:
- Az W Architekturzentrum Wien
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