Das Aus für Spielberg aus der Sicht der Projekt-Architekten

Das Aus für das Projekt Spielberg ist ein harter Schlag für die Region. Doch was bedeutet es für das mit der Planung beauftragte Architektenteam, die Arge Domenig&Wallner

24/01/2005

Das endgültige Ende des Projekts Spielberg kam am vergangenen Mittwoch. Red Bull Eigner Mateschitz ließ verlautbaren, dass er an einer Fortführung des Projekts nicht interessiert sei, weil die Rechtslage nur mehr einen Neuantrag, also ein Projekt mit neuen Inhalten erlaube. Die Presseaussendung enthält zwar den Hinweis, dass in den nächsten Monaten über alternative Möglichkeiten nachgedacht werden wird, macht jedoch keine wirklichen Hoffnungen auf ein neues Projekt, wenn im zweiten Halbsatz betont wird, dass man sich außerstande sehe zur „Erstellung eines anderen Projekts, das eine infrastrukturelle Verbesserung der gesamten Region auch nur annähernd im gleichen Maße erfüllt“.

Zu glauben, dass die infrastrukturelle Verbesserung der Region das erste Motiv für Mateschitz 700 Millionen Euro Investition gewesen ist, wäre naiv. Entweder rechnet sich ein kleineres Projekt für den gewieften Geschäftsmann nicht und er zieht sich nun deshalb zurück oder er ist wegen der unprofessionellen Projektbegleitung und -unterstützung der steirischen Landesregierung beleidigt.

Viel ist jedenfalls über die katastrophalen Folgen der Absage für die gesamte westliche Obersteiermark in den letzten Tagen geschrieben und gesagt worden.

Was die Absage für die Planer und deren Mitarbeiter bedeutet, wurde dabei nie erwähnt.

Für das Büro des mit der Planung beauftragten Architekten Günther Domenig und seines Projektpartners Gerhard Wallner bedeutet das Aus einen schmerzhaften Schnitt. Die finanzielle Abgeltung des bisherigen Planungsaufwands ist den Planern zwar vertraglich zugesichert, ob sämtliche infrastrukturelle Investitionen des Büros, die für die Abwicklung eines derart großen und umfangreichen Auftrags notwendig waren, damit abgedeckt sind, ist noch offen. Von den 40 Mitarbeitern des Büros, die zum überwiegenden Teil zuletzt an der Ausführungsplanung und Ausschreibungsvorbereitung des Projekts gearbeitet haben, muss ein Großteil abgebaut werden. Zehn sind es bis jetzt, nach Abschluss der Planungsdokumentation werden weitere arbeitslos werden.

Im Gepräch mit Domenig betont dieser, dass sich alle Kräfte auf das Projekt Spielberg konzentriert haben und es daher zur Zeit wenige andere Aufträge gibt. Gearbeitet wird an der Umsetzung einer Schule in Vaduz – sonst bleiben nur Kleinigkeiten. Für die nächste Zukunft haben sich Domenig und Wallner, die ihre künstlerisch produktive Arbeitsgemeinschaft fortführen werden, vorgenommen, wieder verstärkt in Wettbewerbe zu investieren.

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