Chance vertan

Eine Wiener Mustersiedlung hätte es werden sollen, nördlich des Heeresspitals. Sieben österreichische Biennale-Architekten haben daran gearbeitet. Gescheitert ist das Pro

06/03/2011

Eine Wiener Mustersiedlung hätte es werden sollen, nördlich des Heeresspitals. Sieben österreichische Biennale-Architekten haben daran gearbeitet. Gescheitert ist das Projekt, weil der Bauträger eine Erhöhung der Bebauungsdichte verlangte.

Es ist ziemlich genau zwei Jahre her, dass der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig „ die Entwicklung innovativer Bau- und Wohnkonzepte an der Schnittstelle von Architektur, Nutzerfreundlichkeit und Leistbarkeit“ als „ein Gebot der Stunde“ beschwor und zugleich ein Projekt, dass eben diese Innovationen leisten möge, vorstellte. Die sieben zum Thema Wohnbau im österreichischen Pavillon bei der Architektur- Biennale 2008 in Venedig vertretenen Architekturbüros, Maria Flöckner und Hermann Schnöll, Henke und Schreieck, Jabornegg & P´alffy, Marte.Marte, Wolfgang Pöschl/Tatanka Ideenvertriebsgmbh., Riegler Riewe und Gerhard Steixner, wurden beauftragt, rund 200 Wohnungen umzusetzen. Laut der österreichischen Biennale-08- Kommissärin und Anstoßgeberin für die Mustersiedlung, Architektin Bettina Götz, waren die Ansprüche an das Projekt hoch. Von Hinterfragung gängiger Bebauungsplanung im Wohnbau über neue Wohntypologien bis hin zu technologischen Innovationen sollten aus dem Projekt neue Erfahrungen und Rückschlüsse gewonnen werden. Auf die wird man weiterhin warten müssen. Die Architekten sind aus dem Werkvertrag mit dem Bauträger ausgestiegen, weil sie die verlangte Bebauungsdichte für den Standort nicht vertreten können.

Verfasser/in:
Franziska Leeb; erschienen am 05.03. 2011 im Spectrum, Die Presse

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