Bildpunkt 12/05 „Raum greifen“

Bildpunkt ist die Zeitschrift der IG Bildende Kunst und widmet sich in der Dezemberausgabe dem Thema „Raum greifen“. Das Heft erscheint vier Mal im Jahr.

04/01/2006

Bildpunkt ist die Zeitschrift der IG Bildende Kunst und widmet sich in der Dezemberausgabe dem Thema „Raum greifen“. Das Heft erscheint vier Mal im Jahr.

Raum greifen hat immer mit Macht zu tun, denn die Möglichkeiten Räume zu konstituieren hängen von gesellschaftlichen Positionen ab. Raumfragen sind immer in kulturelle, soziale und politische Kämpfe verstrickt und kaum ohne die Frage nach Herrschaftsverhältnissen zu stellen. Der aktuelle Bildpunkt diskutiert Möglichkeiten, sich Raum anzueignen, in ihn einzugreifen oder Raum durch Intervention überhaupt erst zu schaffen.

Dass systematische Exklusionen immer wieder Anlass für interventionistische Verfahren sind, beschreibt Luisa Ziaja am Beispiel eines Netz- bzw. Vernetzungsprojektes in Spanien und Marokko: Fadaiat. Um soziale und politische Ausschlüsse geht es auch im Textbeitrag der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte sowie im Mittelposter des K-Duo Bratic'/Ferkl.

Wenn im Kunst-Kontext von "Raum" die Rede ist, sind meist zwei Ebenen angesprochen: einerseits die gesellschaftlichen Räume, an denen Kunst teil hat, andererseits die kunstspezifischen Räume, die Fragen der Werkgestaltung und Ausstellungsräume betreffen. Im Gespräch mit der Aktivistin Gini Müller und dem Künstler Florian Pumhösl hat die Redaktion nachgefragt, ob und, wenn ja, wo es Überschneidungen in den jeweiligen raumbezogenen Fragestellungen gibt. Beatrice von Bismarck untersucht kritische Potenziale des Raum-Paradigmas anhand von Kunstpraxen seit den 1970er Jahren. Um die theoretischen wie praktischen Voraussetzungen widerständiger Praktiken geht es auch bei Mark Terkessidis: Er diskutierte in einer Veranstaltungsreihe mit DenkerInnen und AktivistInnen die Tragweite und Tauglichkeit von Michel Foucaults viel zitiertem Heterotopien-Text.

Während die Bildstrecke von Mandarina Brausewetter eine graffitidominierte Praxis des Raumgreifens vorführt, reflektiert Monika Vykoukal eben solche Praktiken aus einem kulturwissenschaftlichen Blickwinkel. Markus Wailand widmete seine Glosse "Schnee von heute" dem Fehlen einer antirassistischen Hetzparolen-Entfernungsverordnung für den öffentlichen Raum. Die Rückseite des Heftes hat Andreas Fogarasi gestaltet, er beschäftigt sich mit der Bildwerdung von Orten und Räumen. Buchbesprechungen zum und eine Einführung ins Thema verfasste Jens Kastner.

Im Kulturpolitik-Teil des aktuellen Bildpunkt erläutert Daniela Koweindl wie sich der Künstlersozialversicherungsfonds von KünstlerInnen Geld zurückholen will. Franziska Maderthaner führte ein Interview mit Angelika Fitz, u. a. Kuratorin des Österreichbeitrags zur 6. Architektur-Biennale in Sao Paulo (22.10.-12.12.2005), der von SPLITTERWERK gestaltet wurde.

Versand-Abos sind zum Preis von EUR 12,- (Inland) bzw. EUR 16,-

(Ausland) pro Jahr über die IG Bildende Kunst zu beziehen.

BESTELLUNG:

IG Bildende Kunst

Gumpendorfer Straße 10-12

1060 Wien

office@igbildendekunst.at

T 01/524 09 09

Verfasser/in:
Redaktion GAT, Empfehlung
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