Vorbote der diesjährigen Diagonale 2009, die von 17. - 22. März stattfinden wird, ist die Ausstellung "Bewegende Räume", eine Kooperation von HDA Graz und DIAGONALE.
WANN: Bis 1. März 2009
Geöffnet Di-So 10.00-18.00 Uhr
WO: HDA Graz, im Palais Thinnfeld
Mariahilferstraße 2., 8020 Graz
Die erste Pressekonferenz der DIAGONALE am 28.01.2009 im Kunsthaus Graz gab einen Vorgeschmack auf das, was auf die filmbegeisterte Seherschaft zukommen wird, nämlich an die 200 Filme und Videos plus Rahmenprogramm, Workshops, Empfänge etc. Das Ganze wie immer in sechs Tage gepackt.
Ein erster sehenswerter Teaser ist die kleine Schau "Bewegende Räume" im HDA Graz. Allein schon der Titel birgt ein El Dorado der Interpretationslust in sich: Von gemorphten Formen, über sich verändernde Kulturräume bis zu emotional aufgeladenen Raumkonstruktionen reicht das Spektrum an Assoziationen. Letztere wohl verstärkt durch die Vorschau des heurigen Diagonale-Trailers, der auch von Raum handelt. Allerdings von einem ausgesprochen statischen Raum, fast zeitlos, dafür umso berührender. Völlig unspektakulär gefilmt, kann es schon passieren, dass dem Betrachter das Lächeln gefriert. (Daumenkino lässt sich daraus wahrscheinlich keines machen.) Der diesjährige Festival-Trailer „Interrogation Room“ stammt von Dariusz Kowalski. Der Raum - Hauptdarsteller des Filmes - kann auch im Kunsthaus im Rahmen einer Personale über den jungen Filmemacher von 6. März bis 26. April 2009 besichtigt werden. Der Trailer selbst ist ca. ab Mitte Februar in den Festivalkinos in Graz zu sehen.
Zurück zu den Bewegenden Räumen im HDA Graz. Was da elegant als Raumteiler, Filter, Vorhang, Schleier, oder wie immer man die mittlerweile vielerorts vorkommenden hängenden, trennenden oder verbindenden Elemente nennen mag, fungiert, sind schlicht und ergreifend unglaublich viele schwarze, ineinandergesteckte Strohhalme! Richtig schön darf man in diesem Zusammenhang sagen, gemäß dem aktuellen Motto des HDA "Gemeinsam schön sein - ist Architektur Formsache?" Besser ausgedrückt heißt es auch die Ästhetik des Banalen. zweintopf (Eva und Gerhard Pichler) zeichnen für die Ausstellungsgestaltung verantwortlich.
In den so erzeugten Kojen laufen sieben Filme, zwischen 5 und 11 Minuten lang:
“quadro“, von Lotte Schreiber (Absolventin der Architekturfakultät der TU Graz und schon mehrfach auf der Diagonale vertreten), handelt von einem alten Bekannten - einem monumentalen Wohnblock der 1960er Jahre -, der wie eine Ritterburg über der italienischen Küstenstadt Triest "schwebt" und dem Vorbeifahrenden förmlich ins Auge springt! "Gebauter Raum manifestiert sich in filmischer Zeit" (Norbert Pfaffenbichler) - eine künstlerische Architekturdokumentation.
„kingkong“, von Michaele Grill, evoziert Bilder von unter unkontrolliert gewordenen Naturgewalten zusammenbrechender modernistischer Architektur.
In „Parabol“, von Flora Watzal, bildet ein Parabolspiegel buchstäblich den Mittelpunkt des Geschehens, um den herum sich Welten mittels langsamen Überblendungen verschiedener Fotos aufspannen.
Weiters zu sehen sind „frame“ von Annja Krautgasser [n:ja], „jogging“ von Josef Dabernig, „Zurückleiben bitte!“ von stadtmusik (Sam Auinger, Dietmar Offenbacher, Hannes Strobl) und „4/61: Mauern-Positiv-Negativ und Weg“ von Kurt Kren; insgesamt 53:47 Minuten, die sich lohnen und auf mehr einstimmen.
Im Übrigen hat auch der Eröffnungsfilm der Diagonale 09 "Kleine Fische" von Marco Antoniazzi eine Affinität zur Architektur: "Als ich drei Jahre alt war, gründete mein Vater mit seinem Bruder eine Firma, die Baumaterialien verkaufte. Als Kind verbrachte ich die Sommer in leeren Bauaufzugskartons, die ich mir bemalte und wohnlich einrichtete," so der Regisseur. Seiner Beschreibung nach steht der Film auch in der Tradition des Neorealismo seines Kollegen ähnlichen Namens.
Kontakt:
HDA Haus der Architektur
Palais Thinnfeld/EG
Mariahilferstraße 2
A - 8020 Graz
T 0316/32 35 00
office@hda-graz.at
- Verfasser/in:
- Ute Angeringer-Mmadu
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