Beschreibung > Siegerprojekt des EU-weiten offenen Wettbewerbs Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Lambach (OÖ) > Arch. DI Hans Mesnaritsch, Graz

Das Siegerprojekt von Hans Mesnaritsch für die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Lambach stellt zwei neue geometrische Baukörper zu den Bestandsgebäuden des Meierhofes.

21/02/2006

Die Anlage besteht aus zwei neuen streng geometrischen Baukörpern und den Bestandsgebäuden des Meierhofes mit ihren charakteristischen Satteldächern.

Zusammen sollen sie ein beziehungs- und kontrastreiches Ensemble ergeben, in dem die Stellung der Baukörper unter Aufnahme bestehender Richtungen spannungsreiche Außenräume erzeugt.

Die größere Kubatur bildet das Schulgebäude, das als langgestreckter Quader so in den Hof eingebettet wird, dass es vom Bestandsgebäude und dem Schülerheim umschlossen wird und von der Uferzone aus gesehen nur wenig in Erscheinung tritt.

Das Schülerheim – ein dreigeschossiger Kubus – ist mit einem flachen eingeschossigen Verbindungsteil an das Bestandsgebäude angebunden, so dass zwischen den beiden Baukörpern eine räumliche Zäsur entsteht.

Die Erschließung erfolgt vom Nordwesten, wobei die Wirtschaftszufahrt und die PKW-Abstellplätze nördlich der Schule situiert sind.

Zwischen dem Schulgebäude und dem Schülerheim öffnet sich ein großzügiger hofartiger Vorplatz, der im Hintergrund von einem transparenten Gang begrenzt ist. Hinter diesem Gang schließt dann ein zweiter intimerer Hofbereich an, der von den „Wirtschaftsgebäuden“ und einem Teil der Schule umgeben wird.

Im Süden der Anlage spannt sich der weitläufige Grünbereich bis zum Flussufer der Traun. In diese abfallende Wiese werden möglichst schonend die Freianlagen eingefügt.

Im äußeren Erscheinungsbild dominieren bei den neuen Gebäuden die Materialien Holz, Glas und Beton, bei den Bestandsgebäuden Putzflächen, Glas und die roten Ziegeldächer.

Die räumliche Struktur des Schulgebäudes besteht im wesentlichen aus der über alle Geschosse offenen und mit einem Dachoberlicht versehenen Mittelzone mit Erschließungs- und Aufenthaltsbereichen, und den um diese Mittelzone angeordneten Unterrichts- und sonstigen Funktionsräumen.

Der zentrale „Hallenraum“ ist durch verschiedene Einbauten (Treppen- und Sanitärtürme) und die Bewegungs- und Aufenthaltsbereiche gegliedert und zoniert.

Die Pausenbereiche erweitern sich von der Mittelzone zur Fassade, so dass immer wieder Sichtverbindungen nach außen gegeben sind.

Das Internat ist ein Punkthaus auf quadratischem Grundriss. Hier sind die Zimmer U-förmig um einen zentralen Aufenthaltsbereich angeordnet, der sich zum Vorplatz hin öffnet. Auch hier ein dreigeschossiger Luftraum, der von Galerien umgeben ist, von denen aus die Zimmer erschlossen werden. Da vom Auslober die Vierbettzimmer inklusive Sanitärbereich mit 29 m² begrenzt wurden, sind im Entwurf für diese Zimmer Stockbetten vorgesehen, um noch eine gewisse Bewegungsfläche zur Verfügung zu haben.

Im eingeschossigen Verbindungsteil zum Bestandsgebäude sind allgemeine Räume wie Bibliothek und Spielzimmer untergebracht, während im Bestandsgebäude selbst der Speisesaal, die Betriebsküche und ein Foyer situiert werden.

Innerhalb der „Säulenhalle“ werden die Raumtrennungen nur durch Glaswände und halbhohe max. bis unter die Kämpferpunkte reichende Trennpaneele vorgenommen, um den Raumeindruck trotz der Einbauten möglichst weitreichend zur Geltung zu bringen.

Die bestehenden Fensteröffnungen werden bis zum Boden hin verlängert.

Die Struktur des Gebäudes bleibt gänzlich erhalten, der Dachboden wird nicht ausgebaut, so bleibt die ruhige Dachfläche zusammenhängend erhalten.

(Text: Arch. DI Hans Mesnaritsch)

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