Fachhochschule Bad Gleichenberg
Planung: Arch. DI Alfred Bramberger, Graz
Bauherr: Bad Gleichenberger Fachhochschule GmbH & Co. KEG
Der klaren, einfachen Formensprache des quaderförmigen, über die verglaste Erdgeschoßzone aufgeständerten Hauptbaukörpers ist eine spannungsvolle und akzentuierte Fassadengestaltung gegenübergestellt, die auch bei Dunkelheit durch effektvolle Beleuchtung dem Bau eine besondere Note verleiht. Die erhabene Stellung des Gebäudes am Rande des Kurparks bildet ein selbstsicheres Gegenüber zur mächtigen alten Baumkulisse. Das Grün der Parklandschaft wird durch Ein-, Aus- und Durchblicke zum Thema gemacht und ins Innere geholt. Der Eingangs- und Foyerbereich vermittelt eine angenehme Großzügigkeit und Offenheit. Die Hanglage wird geschickt und funktionell sinnvoll zur Tiefenentwicklung des Baukörpers für große Raumansprüche genutzt, ohne die Transparenz und Durchlässigkeit aufzugeben. Die langen Gänge sind durch transparente Abschlüsse an den Enden optisch an den Außenraum angebunden. Das Spiel mit den beiden höhengestaffelten Belichtungsbändern ermöglicht in jedem Raum eine variable Belichtungs- und Ausblicksituation. Die Materialien und Oberflächen sind gekonnt eingesetzt und vermitteln ein bis ins Detail reichendes, überzeugendes Bild von hoher Qualität.
Wohnbau Heinrichstraße 62-68, Graz
Planung: Architekten DI Peter Reitmayr und DI Martin Küng, Graz
Bauherr: ÖWGES, Graz
Die Wohnanlage besticht durch eine klare und zweckmäßige Formgebung von hoher architektonischer Qualität und stellt ein urbanes Vorzeigebeispiel im Rahmen des sozialen Wohnbaues in der Steiermark dar. Die Situierung des nördlichen Baukörpers zur Lärmabschirmung der stark frequentierten Heinrichstraße nimmt die Form des Eckgrundstückes durch elegante Ausrundung sehr gut auf und lässt einen geschützten Wohnhof entstehen. Die verwendeten Materialien, Formen und Farben sind intelligent und ansprechend eingesetzt, die Laubenganglösungen entsprechen der zeitgemäßen Architektursprache. Die einzelnen Wohnungen sind in ihrer Ausgestaltung funktionell, hell und wirtschaftlich gut nutzbar. Der gesamte Innenhof ist durch die Tiefgarage auf Straßenebene autofrei, was den Wohnwert des großzügigen Freiraumes für die Benutzer erhöht. Die Außen- und Freiflächengestaltung ist sparsam und doch gut nutzbar auf die Bewohnerschaft abgestimmt.
Justizzentrum Leoben
Planung: Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz
Bauherr: Bundesimmobiliengesellschaft mbH
Der große, mächtige Gebäudekomplex des Justizzentrums stellt einen Meilenstein des heimischen Architekturschaffens dar. Das multifunktionale Gebäudeensemble besticht durch gestalterische Ästhetik, ausgeklügelte Logistik mit klar ablesbaren Nutzungsfolgen und eine neue Interpretation des Strafvollzugs. Beeindruckend und von der Stadtansicht prägend ist die optische Leichtigkeit des großen Bauvolumens durch die Gliederung in drei Turmbauten – den Nutzungen als Landesgericht, Bezirksgericht und Staatsanwaltschaft zugeordnet - sowie die transparente Fassadengestaltung. Diese zweischalige Fassade mit vorgeblendeten, drehbaren Glastafeln und Beschattungselementen bringt neben dem bauphysikalischen Nutzen der Klimaregulierung auch eine spannende, variable und leichte Wirkung. Der Gerichtstrakt ist im Inneren großzügig, hell und übersichtlich über den nordseitigen Foyerbereich gegliedert. Durch die Auflösung des Baukörpers in mehrere Trakte mit Innenhöfen werden alle Räume großzügig mit Tageslicht versorgt. Die Vollzugsanstalt auf der Stadt abgewandten Seite, schafft durch ein interessantes und funktionelles Nutzungskonzept den Bogen zwischen Sicherheit und Menschlichkeit. Über viele Zusatzeinrichtungen, Kunstinstallationen und Freibereiche wie Loggien und Dachterrasse wird ein angemessenes Maß an Freiheit gewährt, positive Stimmung vermittelt und für Insassen und Bedienstete die Qualität des Lebens und Arbeitens im Sinne der Resozialisierung verbessert.
Zubau LKH Knittelfeld,
Planung: fasch&fuchs. ZT GesmbH mit Lukas Schumacher, Wien
Bauherr: Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft mbH
Die formale Durchbildung des, in der Maßstäblichkeit mit dem Altbau harmonierenden Zubauprojektes überlässt nichts dem Zufall. Jede Form hat ihren Zweck und ihre Begründung. Die Neigung der Baukörper bringt neben der formalen Öffnung des Baukörpers Licht ins Gebäude, in die Gänge, in die Bäder, durch die Böden. Die Stationszimmer sind transparent und keine Überwachungseinheit, die Patientenzimmer sind nach außen offen und transportieren Bilder der Region, Aufenthaltsräume öffnen die Gänge. Eine Art von archaischer Ruhe prägt das Gebäude und bietet eine sehr gute Umgebung der Genesung. Die Verbindungsbrücke zum Altbau fordert die Öffnung desselben ein. Die Serviceebene hat ein luftiges Dach. Die Geländeabsenkung zur Belichtung des unteren Geschosses ist als reizvoller Garten gestaltet. Das Projekt besticht durch die Ambition ohne Dogmen Form für den Organismus Haus einzusetzen.
Bürohaus Seeger, Kumberg
Planung: Arch. DI Guido Seeger, Kumberg
Bauherr: Georg Loder, Kumberg
Am Ortsplatz von Kumberg gelegen befindet sich ein schlichtes, eingeschossiges Haus mit ziegelgedecktem Satteldach. Ein ehemaliges Geschäft, das zugesperrt hatte, die Auslage war leer. Man kennt das als negatives Bild in Ortskernen. Die Neugestaltung der Öffnung greift diese Situation auf, verändert sie. Neue Holzfenster werden eingebaut, vorgeblendete Lamellen aus Holz, abnehmbar, beleben die Fassade des historischen Bestandes ohne die Struktur des Hauses zu kompromittieren. Ein Architekturbüro hat sich hier angesiedelt, hier wird gearbeitet, man kann erkennen, was drinnen passiert.
Gerade für die Ortserneuerung zeigt diese kleine Maßnahme, wie man mit einfachen Mitteln, von der gewachsenen Struktur ausgehend Zeichen setzen kann für eine Belebung und Erneuerung. Die Maßnahme kommt ohne stilfremde Typologien aus und geschieht doch heute und jetzt. Sehr geschickt verbessert die neue Struktur die alte und belebt diese.
Frauenhaus Kapfenberg
Planung: Arch. DI Dr. Uli Tischler
Bauherr: Land Steiermark, FA für Sozialwesen, vertreten durch LIG Steiermark
Am Südhang inmitten von Wohnsiedlungen in Zentrumsnähe gelegen versammelt dieser Um- und Zubau ehemalige desolate Bauten zu einem Ort des Schutzes für Frauen. Vom Altbau ist eigentlich nichts mehr zu bemerken. Ein neues Gebäude in ansprechender, zeitgemäßer Architektursprache ist entstanden und integriert sich in die umliegende Bebauungsstruktur. Dem Projekt gelingt der Bogen von größtmöglicher Öffnung zur erforderlichen Abschirmung. Die Sicherheitszonen sind mit Blechelementen gestaltet und vermeiden so eine abschreckende Wirkung auf die Umgebung. Im Inneren bietet das Gebäude emotionale Rückzugsmöglichkeiten und Sicherheit. Die Architektin gestaltete kleine, übersichtliche Räume, schützende Gänge im Bauch des Hauses, schön detaillierte Stiegenaufgänge. Diese Elemente vermitteln die notwenige Leere um wieder zur Ruhe zu kommen. Zum Innenhof öffnet sich das Gebäude mit seiner Glasfassade. Im Dachgeschoß gibt es eine Aussichtlaterne und eine Dachterrasse, die sich zur Welt öffnen. Das Gebäude löst die schwierige und besonders verantwortungsvolle Aufgabe sehr unprätentiös und wertkonservativ, ein Umstand der den Wohnbedürfnissen seiner Bewohnerinnen entspricht.
Sport- und Freizeitanlage Stattegg
Planung: Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz
Bauherr: KEG Gemeinde Stattegg
Die kleine Sportanlage im zentralen Bereich von Stattegg versteht sich gekonnt als Identifikationspunkt in der Gemeinde. Das Gebäude nimmt die Grundstücksform auf und verarbeitet sie formal gekonnt in Form der konischen Terrasse und seiner Dachkonfiguration. Der einfache kubische Baukörper wird durch Holzterrasse, Tribüne und transparentem Dach zum Ort. Das Gebäude nimmt sich nicht so wichtig, unprätentiöse, lockere konstruktive, formale und farbliche Ausformung verbinden die Funktionen des Sports mit denen eines Gemeindetreffpunktes. Die Anordnung der Mannschaftsräume unter dem Lokal und den Gemeinschaftsräumen garantieren gute Funktionalität. Der Spieler- und Trainingsbereich funktioniert professionell, bei der Gestaltung steht aber die Freude an sportlicher Betätigung erfrischend im Vordergrund.
Volksschule Wildon
Planung: Nussmüller Architekten
Bauherr: Marktgemeinde Wildon
Bauträger: ÖWGES, Graz
Der Neubau der Volksschule Wildon überzeugt sowohl durch die strukturelle Einbindung in den Ort, durch die Vermittlerrolle zum Landschaftraum als auch durch die Einfügung in das geneigte Gelände am Hangfuß des Wildoner Schlossberges. Das Gebäude ist klar und ablesbar in zwei sehr unterschiedlich ausformulierte Trakte gegliedert, in einen kubischen Sport-, Bibliotheks- und Verwaltungstrakt sowie einen lang gestreckten, elegant gebogenen Klassentrakt, der über dem Naturraum zu schweben scheint. Durch Ausnützung der topografischen Situation und Aufständerung des Baukörpers wird geschickt eine witterungsgeschützte Freizone für multifunktionale Nutzung geschaffen. Das Spiel der Materialien – Beton-Glas des Kubus, Holz-Glas des Klassentraktes sowie Naturstein und Grün der Außenbereiche – wird sehr ansprechend eingesetzt und mit Durchdringungen in Spannung gehalten. Die Klassenzimmer, Gang- und Foyerzone sind hell und kinderfreundlich gestaltet und durch die Glasfassade im Nordosten sowie die großen Fensterelemente im Südwesten immer mit dem Außenraum, der Natur und dem Ort verbunden.
Lapidarium Schloss Eggenberg, Graz
Planung: Purpur.Architektur
Bauherr: Landesmuseum Joanneum
Eine den Raum durchlaufende, einer Zeitschiene gleichend aus der Gegenwart in die Tiefe der Vergangenheit führende Treppe, ist Mittelpunkt und Achse des Lapidariums im Garten des Schlosses Eggenberg in Graz. Der teils offene, teils verglaste, in klare Flächen aufgelöste Baukörper erfährt durch die der Fassade vorgesetzte Wandscheibe einen Bezug, ein Aufeinandertreffen in räumlich-zeitlicher Dimension zwischen der Ebene des mit einbezogenen Gartens und der unterirdischen Ausstellungsfläche. Mit den historischen Bauteilen der ehemaligen Orangerie und des Gärtnerhauses werden die stark abgegrenzten klaren Konturen des Bauwerkes in einem spannungsvollen Bezug gehalten.
Orangerie Pöllau bei Hartberg
Bauherr: DI Gerd Leinich
Die Orangerie in Pöllau liegt nördlich der Pfarrkirche in einer von Steinmauern umgebenen Gartenanlage die um 1800 erwähnt wird. Das Dach des Objektes war bereits eingefallen, die Natur hatte den einst gestalteten Garten wieder zurückerobert und es schien alles dem Verfall preisgegeben. Der Bauherr hat unter Berücksichtigung wesentlicher historischer Vorgaben dieses in seiner Form und Funktion typische und doch baukulturell besondere Gewächshaus zusammen mit dem Garten nicht nur erhalten, sondern durch die sinnvolle und fachgerechte Sanierung und Revitalisierung ohne äußerliche zeitgenössischen Zutaten auch ein Zeichen im Sinne der Baukultur dieses Landes gesetzt. Durch sensible Eingriffe im Inneren wurde das Gebäude einer neuen, mit der historischen Bausubstanz verträglichen Nutzung aufbereitet und somit mit neuem Leben gefüllt.KONTAKT:
Verein BauKultur Steiermark
Landhausgasse 7, 8010 Graz
T 0316/877-2534, baukultur@steiermark.at
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich







