Kommentar zur aktuelle Aussendung des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl anlässlich des Rücktritts der Stadträtin Eva Maria Fluch (ÖVP), seit März 2008 bis dato zuständig für Bildung, Kindergärten und Stadtentwicklung:
Es mag sein, dass im konkreten Fall (Causa Stadträtin Eva Maria Fluch, Anm.) der Stadt Graz kein materieller Schaden entstanden ist. Ein Schaden um Ansehen und Integrität der StadtpolitikerInnen, zumal jenen der ÖVP, besteht auf jeden Fall. Der Versuch des Bürgermeisters, die Causa mit einer Entschuldigung seitens der Stadträtin zu planieren („Zählt eine Entschuldigung heute noch – ja oder nein?“) und deren Angebot, eine Spende in Höhe des Auftragshonorars an die Caritas zu leisten (umso suspekter, wie in der Kleinen Zeitung angedeutet, so die Spende aus eigener Tasche erfolgen sollte), gleicht einem weiteren Affront. Als Stadträtin war Eva Maria Fluch nicht allein gegenüber ihrer Partei verantwortlich, sondern darüber hinaus den Grazer BürgerInnen. Ihren Rücktritt damit zu begründen, „dass Sie (sic.) ihrer Volkspartei nicht schaden möchte“, deutet auf ihr Verständnis gegenüber dem Amt einer Stadt-Rätin hin. Mit dem jetzt erfolgten Rücktritt darf die Sache jedenfalls nicht wie aus der Welt geschafft erscheinen. Untersuchungen im weiteren Umfeld der vormaligen Stadträtin sind jedenfalls anzustellen. Ein vielleicht kathartischer Prozess, unumgänglich, soll die Glaubwürdigkeit der in der Stadtregierung verbleibenden ÖVP-Politiker wieder hergestellt sein.
- Verfasser/in:
- Wenzel Mracek, Kommentar