Bürgermeister Siegfried Nagl lässt seit vergangenem Freitag am Grazer Freiheitsplatz die Bagger auffahren. Er leitete damit die umstrittene Begrünung des Platzes ein und beugt sich zumindest in einem Punkt dem Druck der Anrainer, die im Frühjahr Hand angelegt und mittels einer Fotocollage und deren Abdruck in einem steirischen Tagblatt ihre Wünsche zur Behübschung des Freiheitsplatzes geäußert hatten: eine "ordentliche" Pflasterung, Baumpflanzungen, Bänke zum Verweilen und Blumentröge.
Die ASVK hatte im Gegenzug dazu in einer Stellungnahme betont, dass der Freiheitsplatz der einzige, in seinen Grundzügen klassizistische Platz in Graz sei und die nach 2003 vorgenommene Neugestaltung des Platzes als die gelungenste Platzgestaltung der letzten Jahre in Graz bezeichnet werden könne. "Eine Begrünung des Platzes, und sei es auch nur durch Baumpflanzungen an den Platzseiten", ist aus Sicht der ASVK "weder historisch zu begründen, noch stellt sich dem, der die Stadt bewusst als zeitgeschichtliches und urbanes Ensemble erlebt, die Frage nach einer Behübschung durch Blumentröge oder Grünflächen".
Entscheidend für den Start der Baumpflanzungen war letztendlich das Ergebnis der Grabungsarbeiten, die vom Bundesdenkmalamt veranlasst worden waren: Auf der Seite des Schauspielhauses wurde im Februar dieses Jahres ein insgesamt drei Meter breiter Graben ausgehoben, in dem eine 20-köpfige Mannschaft die historischen Reste der alte Kaiserburg Friedrich des III. Schicht für Schicht untersuchte. Da sensationelle Funde, die eine Bepflanzung nicht zugelassen hätten, ausblieben, gab das Bundesdenkmalamt nun grünes Licht.
Für die Grabungsarbeiten bezahlte die Stadt Graz angeblich € 150.000. Die Neugestaltung des Freiheitsplatzes im Jahr 2004 hatte € 100.000 gekostet.
- Verfasser/in:
- Fabian Wallmüller, Redaktion GAT

