Die Entwurfsaufgabe des EU-weiten, offenen und anonymen baukünstlerischen Wettbewerbs umfasste eine teilweise Sanierung sowie ein Umbau und Zubau für das Pflegewohnheim der Geriatrischen Gesundheitszentren (GGZ) der Stadt Graz. Ausgelobt wurde das Verfahren vom Referat Hochbau der Grazer Stadtbaudirektion in Abstimmung mit dem Bauherrn GGZ. Am 1. Juli wählte die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Markus Pernthaler das Projekt der ARGE Andexer-Haidacher aus Graz zum Sieger. Es konnte sich damit gegen die Entwurfsvorschläge von DI (FH) Schwarz/GUS Architekten aus Stuttgart (2. Rang) und der ARGE Balloon-WohofskyZT-KEG aus Graz (3. Rang) durchsetzen. Insgesamt haben 31 Architektenteams aus drei europäischen Ländern ihre Entwürfe eingereicht.
Der Baubeginn für das Pflegewohnheim, das samt Einrichtung rund sieben Millionen Euro kosten wird, soll bereits im Mai 2011 sein, die Fertigstellung ist für Ende 2012 geplant. In dieser Zeit erfolgt die teilweise Sanierung, ein Bestandsumbau und Zubau einer gerontopsychiatrischen Tagesstätte sowie ein Erweiterungsbau mit vier Hausgemeinschaftsmodellen inklusive einer sozialpsychiatrischen stationären Pflegeeinheit. Im Erweiterungsbau werden rund 50 Betten Platz finden, womit die Gesamtkapazität am Standort auf etwa 100 Betten steigt.
BESCHREIBUNG DES SIEGERPROJEKTS:
(Auszug aus dem Juryprotokoll)
„Typologisch unterscheidet sich dieses Projekt sehr deutlich von allen bisher beschriebenen Lösungen. Die feingliedrige Struktur betont in ihrer Ausdehnung die Horizontale im Gegensatz zur Vertikalen des Bestandes. Die große Qualität des Entwurfs liegt in der Ausarbeitung einer fein differenzierten inneren Landschaft, aus der heraus sehr pointiert Außenraumbezüge hergestellt werden. Der zentrale Zugang teilt das Gebäude in gleichwertige Wohngemeinschaften, garantiert eine gute Übersichtlichkeit und lässt einen optimalen Betrieb erwarten. Auch im Altbestand werden durch diesen Zugang die einzelnen Funktionsbereiche klar und übersichtlich abgegrenzt. Im Neubau wird es jedoch notwendig sein, eine temporäre Trennung der zwei Funktionseinheiten auch baulich umzusetzen. Die Darstellungen der Innenräume sind überzeugend und entsprechen den Erwartungen bezüglich atmosphärischer Qualität.“
Als Beweis für die qualitative Stärke der Grazer Architekturszene wertet der Grazer Stadtbaudirektor Bertram Werle, selbst Jurymitglied, die Entscheidung für das Projekt der ARGE Andexer-Haidacher: „Erst vor wenigen Tagen wurde das Siegerprojekt für die Realisierung des neuen MED CAMPUS vorgestellt, und auch da hat sich in einem europaweiten und ebenfalls völlig anonymen Wettbewerb ein Architekturbüro aus Graz durchgesetzt, nämlich Riegler Riewe Architekten ZT-GmbH!“ Die von der
Stadtbaudirektion forcierte Vorgangsweise, bei größeren Projekten durch Wettbewerbe für größtmögliche Qualität zu sorgen, hinterlasse offenbar positive Spuren in der bekannt hochwertigen Grazer Architekturlandschaft.
Ausstellung aller eingereichten Projekte im Palais Thinnfeld
Alle eingereichten Vorschläge des Wettbewerbs für das Pflegewohnheim Rosenhain sind bis einschließlich Freitag, dem 6. August 2010, im Palais Thinnfeld (2. OG), Mariahilferstraße 2, ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 8.00 bis 15.00 Uhr, der Eintritt ist frei.
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich
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