Nachbetrachtung einer Exkursion, veranstaltet von HDA Graz und ZT Forum, gesponsert von Eternit.
Bei der Anmeldung zur Exkursion erwartete ich eine akademische Begegnung mit Architektur. Ich kehrte zurück von einer erfrischenden Landpartie, die alle Sinne berührt hat.
Die Atmosphäre des Stiftes Admont erfahren zu haben, hätte alleine schon die Fahrt gelohnt. Weitere 15 Beispiele historischer und überwiegend zeitgenössischer Architektur ließen das Programm zu einem dichten Curriculum werden.
Karin Tschavgova, unser „guide“, hatte ein vielfältiges Programm konzipiert und Bauten ausgewählt, für die sie Bewunderung zu wecken verstand, die aber auch kritisch hinterfragt werden konnten. So waren ihre Erklärungen auch für uns „Laien“ gut verstehbar (unsere kleine Gruppe bestand mehrheitlich aus an Architektur Interessierten, die nicht Fachleute sind). Jede Fassade machte neugierig auf die Innengestaltung.
Zwei Vertreter von Eternit Österreich – großzügiger Sponsor der Kurzreise – wiesen auf die häufige Verwendung von Eternitplatten als Fassadengestaltung hin. Für viele Teilnehmer ein Novum: die verbesserte Qualität und die ansprechende Farbigkeit des Materials. An neuen Kindergarten von Kreiner Architektur und dem Bürogebäude STIA in Admont, am Seniorenheim von Ernst Giselbrecht in Bad Aussee war dies 1:1 erfahrbar. Interessant auch das Seebad Putterersee (Arch. Egger u. Molina, Anmerkung der Redaktion), die Sportanlage mit dem luftig, leichten Dach in Bad Aussee (Arch. Josef Hohensinn), die Kirche von Volker Giencke in Aigen und die benachbarte Aufbahrungshalle und das Großhandelskaufhaus Eurogast, beides von Egger-Kreiner. An allen Bauten konnte ich viel über Funktionalität und Formgebung erfahren.
Nachhaltigen Eindruck hinterließ der Besuch zweier Einfamilienhäuser in Irdning (Haus H&L von x architekten) und Bad Aussee (Haus M von Josef Hohensinn). Der herzliche Empfang durch die Besitzer und ihre offensichtliche Freude an ihren Wohnstätten waren berührend und beeindruckend.
Zeit blieb auch noch an jeweils einem der beiden Tage für den Besuch der Regionale-Ausstellungen im Schloss Trautenfels und im Stift Admont. Der abendliche Konzertbesuch beim neu ins Leben gerufenen Arcana-Festival für neue Musik in der Pfarrkirche von Sankt Gallen wird einigen der Teilnehmer lange in Erinnerung bleiben. Auch kulinarische Erwartungen wurden durch die gelungene Auswahl von Lokalen erfüllt.
Vor der Heimreise konnten in Pürgg die romanischen Fresken der Johannes-Kapelle bestaunt werden und im legendären Gasthaus Krenn genossen wir noch einmal bei Kaffee und Mehlspeise die angenehme Stimmung unter der Reisegruppe, die in den zwei Tagen intensiven gemeinsamen „Konsumierens“ von Baukultur, darstellender Kunst und Musik schon zusammen gewachsen war.
Bericht von Ulli Sbaschnik
Hinweis: Die Regionale schloss am letzten Sonntag ihre Pforten. Die beiden genannten, wirklich empfehlenswerten Ausstellungen „Der schaffende Mensch. Welten des Eigensinns“ im Schloss Trautenfels und „Play Admont“ Im Stift Admont sind noch bis 31.Oktober bzw. bis 7.November zu besuchen.
Link: www.stiftadmont.at und www.museum-joanneum.at
ULLI SBASCHNIK, eine Teilnehmerin der ersten "Architektur erfahren"-Tour, hat dankenswerterweise einen Nachbericht verfasst und diesen GAT.st zum Abdruck zur Verfügung gestellt.
- Verfasser/in:
- Ulli Sbaschnik, Nachlese
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