Architekt Manfred Wolff-Plottegg ist „Styria´s Next Chair Designer“

Manfred Wolff-Plottegg gewinnt den „Züco Design Contest“ mit seinem Stuhlentwurf „Vorläufer“, der am 21. Mai im Rahmen des Designmonats Graz präsentiert wurde.

22/05/2010

Der Schweizer Möbelhersteller Züco veranstaltete in Kooperation mit der Creative Industries Styria (CIS) und dem Haus der Architektur Graz (HDA) im November 2009 den „Züco Design Contest“ mit dem Ziel, eine(n) steirische(n) ArchitektIn/DesignerIn auszuwählen, der/die gemeinsam mit der Firma Züco einen Prototypen für ein Sitzmöbel entwickelt, welches in weiterer Folge auch Serienreife erlangen sollte.

In einem mehrstufigen Auswahlverfahren erarbeiteten sechs Teams - Andreas Weiler (Designer), Rolf Seifert (Architekt) mit Georg Mähring (Tischlermeister), Petrus Gartler (Designer), Manfred W. Plottegg (Architekt), Marion Wicher und Ruth Berktold (YES architecture) und Benjamin Pernthaler (Student) & Markus Pernthaler (Architekt) - gemeinsam mit dem Hersteller Züco Entwürfe für einen Stuhl. In drei Workshops, unter der Leitung von Züco-Geschäftsführer und Designer Roland Zünd, wurden konkrete Konzepte und Entwürfe erarbeitet. Aus dem Finale mit Manfred Wolff-Plottegg, Marion Wicher (YES architecture), Benjamin Pernthaler & Markus Pernthaler ging schließlich Manfred-Wolff-Plottegg mit seinem Entwurf als Sieger hervor. Am 21. Mai wurde der Stuhl im Rahmen des Designmonats Graz im Lendloft der Öffentlichkeit präsentiert.

Der "Vorläufer" von Manfred Wolff-Plottegg

„Vorläufer“ – der siegreiche Entwurf des „Züco Design Contests“ – erfüllt den Innovationsanspruch dabei gleich in mehrfacher Weise. Das Augenfälligste am Sitzmöbel Plotteggs besteht freilich im Totalverzicht der beiden Vorderbeine und gleichzeitig in der großzügigen Ausweitung durch das vorgelagerte Teppichband, welches am anderen Ende als Schleppe fortgeführt ist. Somit verortet sich das Objekt in der Mitte, und damit einhergehend sind verschiedene Nutzungsmöglichkeiten gegeben. Der Vorläufer ist auch als Liege verwendbar, wenn, auf den Boden gelegt, das Teppichband zur Ganzkörper-Unterlage wird. „Mein Ansatz basiert darauf, konventionelle Zuordnungen von Objekt und Verwendung aufzuheben“, so Plottegg. „Die Hybrid Architektur sagt – wie wir alle wissen – , ein Sessel ist nicht nur dem Sitzen, ein Bett nicht nur dem Schlafen

zuzuordnen.“

Ein zweiter spannender Aspekt am preisgekrönten Design-Entwurf betrifft die Ergonomie. Schließlich ersetzen die Beine des Benutzers die Sesselbeine und werden auf diese Art in das statische System miteinbezogen. Umso dynamischer ist die Wechselwirkung dieser Mensch-Stuhl-Schnittstelle. Die permanente, systemstabilisierende Anpassung des Körpers bedingt ein aktives Sitzen – das so genannte dynamische Sitzen, dem Experten hohe orthopädische Bedeutungeinräumen. Und vor allem eine baukünstlerische Komponente bestimmt den Entwurf: Das Teppichband des Vorläufers hat eine raumbildende Wirkung, schafft eine Aura des Ortes – das Sitzen verortet sich im wörtlichen Sinne. (Der Bericht über den Vorläufer wurde der Broschüre “CIS.doc # 02, Züco Design Contest. Styria´s next Chair Designer” entnommen; siehe LINK))

Der Vorläufer wird auf der Orgatec in Köln im Herbst 2010 präsentiert.

Fotos: (wenn nicht anders angegeben) CIS-Archiv

Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Weiterführende Links

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Die Contest-TeilnehmerInnen
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SIEGER: "Vorläufer" von Manfred Wolff-Plottegg
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... nicht nur Stuhl sondern auch Liege
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Foto: Eva Mohringer-Milowiz
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Präsentation beim Designmonat Graz 2010 im Lendloft. Im Bild Eberhard Schrempf (GF der CIS) und Manfred Wolff-Plottegg. Foto: Eva Mohringer-Milowiz

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