400 steirische Kulturschaffende in der Grazer Burg

Am Mittwoch, den 08.02.2006 luden der Landeshauptmann der Steiermark, Franz Voves, und der steirische Kulturminister und LH-Stellvertreter Kurt Flecker die Kulturschaffen

09/02/2006

Am Mittwoch, den 08.02.2006 luden der Landeshauptmann der Steiermark, Franz Voves, und der steirische Kulturminister und LH-Stellvertreter Kurt Flecker die Kulturschaffenden des Landes zu einem Empfang im Weißen Saal der Grazer Burg.

Voves und Flecker, so hatte man den Eindruck, „können“ gut mit der steirischen Intelligentsia und vermitteln Offenheit und eine gewisse Neugier.

In seiner Eröffnungsrede betonte Voves, dass die Kultur wichtige Akzente setze und dass er sich eine lebendige Kulturszene weit über die Grenzen des Landes hinaus wünsche. Die Kultur sei deshalb so wichtig, weil sie erfühle und ans Licht fördere, was unsichtbar sei. Die Politik sei aufgerufen, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Sein erklärtes Ziel sei es, die Dichte und Vitalität der Kultur in der Steiermark zu erhalten und die Vielfalt zu sichern.

Kurt Flecker bekannte, „überwältigt und nervös“ zu sein, weil so viele Kulturschaffende gekommen waren (rund 400 Vertreter aller Kunstsparten, darunter zahlreiche Architekten wie Eilfried Huth, Klaus Kada, Markus Pernthaler, Manfred Wolff-Plottegg,... Anm.); er fasste sich dann auch entsprechend kurz und allgemein: Die Politiker regen im allgemeinen mehr auf als die Künstler, letztere aber sollten uns insofern entlasten, weil sie mit Unpopulärem wesentlich mehr bewirken und auf ein größeres Verständnis stoßen als die Politiker, was sich durch die Aufregungen der letzten Tage auch zeigte; dabei gehe es um die Auseinandersetzung zweier Kulturen, „durch die aufgebrochen ist, was sich schon lange aufgestaut hat“. Kunst und Kultur haben vermittelndes Potenzial in sich. Es bestehe die Gefahr, dass einerseits ein Wunsch nach Abschottung bestehe, andererseits den Eskalationen durch Disziplinierung begegnet werde, weil man sich dadurch Befriedung erhoffe. Tatsächlich aber sei Toleranz die Stärke der zivilisierten Gesellschaften. Selbst die Radikalität der künstlerischen Aktivitäten ziele in Wirklichkeit auf die Toleranz ab, die wir brauchen. Das jüngste Beispiel des Umgangs der Politik bzw. der Gesellschaft (mit dem Foto des nur mit einer EU-Unterhose bekleideten Frauenkörpers) sei eine kleine kulturpolitische Schande. Die KünstlerInnen sollten sich davon nicht entmutigen lassen. Er, Flecker, wünsche den KünstlerInnen jedenfalls Zivilcourage. Anschließend lud der Landeshauptmann die Gäste zu einem Buffet.

Verfasser/in:
Vilja Popovic,
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Der Regisseur Alfred Ninaus im Gespräch mit Landeshauptmann Mag. Franz Voves

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