Die Stadt Graz wickelt unter der Leitung des Amts für Stadtentwicklung und Stadterhaltung nunmehr das zweite URBAN-Programm der Europäischen Union ab. Dieses urbane Förderprogramm soll nach URBAN I (‚Gries – ein Bezirk lebt auf!‘) und e.l.m.a.s ('Ein Leben mit allen Sinnen', Bezirk Jakomini) unter dem Titel 'Urban_Link Graz-West. Raum für Zukunft' im Grazer Westen eine innovative und nachhaltige Stadtteilentwicklung initiieren.
Ziel von Urban_Link Graz-West ist, in der Auseinandersetzung mit den Problemen einer peripheren, überalteten Industriezone eine Entwicklung zu initiieren, die den kommenden Anforderungen moderner Stadtentwicklung entspricht und auf neue Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereitet.
Ausgangspunkt dafür ist die Sadtteilinitiative Graz-West, die den intensiven Kommunikationsprozess mit und für den Grazer Westen eingeleitet hat:
Die im Rahmen der Umsetzung des URBAN Programms geplanten Schwerpunkte und Maßnahmen basieren zum Großteil auf den bisherigen Erkenntnissen des kommunikationsorientierten Entwicklungsprozesses „Graz-West, Raum für Zukunft“. Dieser im Jahr 2000 auf Initiative des Grazer Gemeinderates gestartete Prozess hat die Grundlagen für die Weiterentwicklung des Grazer Westens unter permanentem Meinungsaustausch mit allen maßgeblichen Personen und Institutionen ausgeleuchtet, um eine abgestimmte Prozessentwicklung zu ermöglichen.
Um diesen eingeschlagenen Weg nun erfolgreich weiter zu gehen, fließen sowohl die Ergebnisse des kommunikationsorientierten Entwicklungsprozesses, als auch die übergeordneten städtebaulichen Leitlinien aus „Graz-West“ in das EU-Programm URBAN II ein und ermöglichen so einen fortlaufenden und nachhaltigen Entwicklungsprozess des Stadtteils.
http://www.urban-link.at/- Programmschwerpunkt 1 Entwicklung der Potenziale der Informationsgesellschaft
[...] Den Ausgangspunkt hierzu bildet der Bereich um die Fachhochschule, in dessen Einfluss eine (über neue Medien vernetzte) Entwicklungszone für Aus- und Weiterbildung, Forschung und innovative, technologieorientierte Produktion entstehen soll.
Dazu sollen nicht nur die infrastrukturellen Rahmenbedingungen verbessert und ausgebaut, sondern auch die Bewohner des Stadtteils auf die neuen Anforderungen der Informationsgesellschaft vorbereitet werden (Entwicklung der Humanressourcen).
FH-Campus
- 2001 Ausbbau der Fachhochschule
Planung: Architektengemeinschaft Eisenköck und Peyker
Die IMMORENT SÜD zeichnet als Investor für die Finanzierung verantwortlich und führt als Generalunternehmer sämtliche Baudienstleistungen sowie das Projektmanagement durch. Mieter des Gebäudes wird die Stadt Graz sein, die das Gebäude dem Betreiber, dem Technikum Joanneum, zur Schaffung neuer Studienplätze zur Verfügung stellt.
- 2001 Städtebaulicher Wettbewerb
Atopos, London; Kees Christiaanse, Rotterdam; Helmut Reitter, Innsbruck; Delugan Meissl, Wien; Heiner Hierzegger, Graz; Andreas Kleboth, Innsbruck; L.O.V.E., Graz; MVDRV, Rotterdam.
Jury: Gert Lorber, Joost Meuwissen, Hansjörg Luser (Amt für Stadtentwicklung), Heinz Rosmann (Amt für Stadtplanung), Herr Reininghaus (Vertreter der Fachhochschule)
- 2003 Fachhochschul-Campus Graz West, Zweistufiger, europaweiter Architektenwettbewerb
Mit der Errichtung des Siegerprojektes (Architekturbüro ZT - Arquitectos Lda. Goncalo Byrne & Thomas Zinterl Lissabon/ Graz) wurde die Grazer Bau- und Grünlandsicherungsges.m.b.H. (GBG) beauftragt.
http://www.graz.at/news/fhcampus-detail.htm
- Programmschwerpunkt 2 Zukunftsfähige Stadtteilentwicklung
Mit der Teilnahme an der Initiative „European Sustainable Cities and Towns“ hat sich die Stadt Graz zu den Zielen nachhaltiger Entwicklung, die der Gemeinderat mit seiner Beschlussfassung über das Sachprogramm „Ökostadt 2000“ weiter konkretisierte, bekannt.
[...]
Als primäre Maßnahme zur Harmonisierung der Stadtstruktur wird die Beseitigung der Barrierewirkung der Bahntrassen angestrebt; dabei werden bestehende, überregionale Vorhaben aufgegriffen und hinsichtlich der im URBAN-Programm verankerten Ziele nach den Prinzipien der Umweltfreundlichkeit adaptiert, um eine nachhaltig positive Qualität des Grazer Westens zu gewährleisten.
Weitere Schwerpunkte bilden die umweltfreundliche Verkehrserschließung des Grazer Westens (Qualitätsverbesserungen für den Fuß- und Fahrradverkehr, Impulse zur Stärkung des ÖPNV) und die Schaffung und Sicherung zukunftsgerechter Freizeit- und Erholungsräume.
- Programmschwerpunkt 3 Prozessbegleitende Kommunikation
Über die frühestmögliche Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Planungsvorhaben sowie die Gewährleistung eines ständigen Informationsflusses zwischen den Bewohner(innen) und den Projekten soll eine Beratungsinfrastruktur für spezifische Themen der Ökologie, des nachhaltigen Wirtschaftens, aber auch der sozialen Ausgeglichenheit von Vorhaben im Stadtteilzentrum (Infopoint) Graz-West entstehen.
Im Rahmen der dabei initiierten Prozessbegleitung soll der Veränderungsprozess im Stadtteil entsprechend erfasst, visualisiert und zu einem öffentlich zugänglichen Stadtteilmonitoring ausgebaut werden.