Sicher ist der bisher fertiggestellte Baublock mit seiner Blechhaut, dem abgehängten Balkongerüstwerk, dem halb aufgebrochenen Erdgeschoß und der gestuften Dachzone ein Fremdling in dem aus Einfamilienhäusern, öden Wohnhausblöcken und Industrie-anlagen bunt gemischten südlichen Grazer Stadtrand. Aber Wolff-Plottegg hat mit Hilfe seines Plotters und der Chaosforschung die vorhandenen wirren Ordnungslinien zu einem Gruppenbild von Geschoßwohnbauten und Einfamilienhauszeilen gefügt, in das sich ein zentraler öffentlicher Bereich mit einem - welche Ausnahme! - Geschäftslokal integrieren ließ. Die spitzwinkelig verschränkten Linien des Konzeptes durchziehen sogar den Wohnbereich und bringen Wohnungsgrundrisse verschiedenen Zuschnitts hervor. Ein bißchen Computerspiel ist schon dabei, aber das alles wäre noch überzeugender, würden die Geschoßbauten in der gleichen Weise fortgesetzt, denn die Planung der Einfamilienhäuser mußte schon abgetreten werden.
Werden andere Architekten als Mitgestalter zugezogen, wird auch der zersiedelte und wirre südliche Grazer Stadtrand der Möglichkeit beraubt, Chaotisches sublimiert zu sehen.
Sokrates Dimitriou, in: Wohnbau in der Steiermark 1986 - 92, S 28



