Die Wiedergewinnung des Flußraumes und der Mur selbst als lebendiger Teil der Stadt war in den letzten beiden Jahrzehnten in allen maßgeblichen politischen Programmen und offiziellen Entwicklungskonzepten ungeachtet der dafür erforderlichen Aufwendungen verankert. Besonders bildhaft führte eine 1986 von Hubert Rieß ausgearbeitet Studie vor Augen, welche Möglichkeiten sich für eine sorgsame Stadtgestaltung entlang der Mur bietet.
Im Jahre 1991 vereinigten sich die drei Elektrizität-Versorgungsunternehmen von Graz, die STEWEAG, die Grazer Stadtwerke und die Steg in einer Arbeitsgemeinschaft, um die 1980 von Prof. Simmler zuerst formulierte Idee einer energiewirtschaftlichen Nutzung der Mur wieder aufzugreifen und ein Vorprojekt zu erstellen.
Die Phase Eins dieses Vorhabens hatte die grundsätzliche Machbarkeit zu klären. Rund 15 Mio S gab die ARGE Puntigam für diese Untersuchung aus.
Bevor mit den Ergebnissen der Phase Eins die zweite Projektierungsphase, die Erstellung und Bearbeitung eines konkreten Einreichungsprojektes eingeleitet werden konnte, machte die Freigabe der Stromlieferungsbedingungen innerhalb der EU den bisherigen wirtschaftlichen Überlegungen der Stromversorgungsunternehmen einen Strich durch die Rechnung. In Konkurrenz mit Billigenergielieferanten scheinen zur Zeit die hohen Investitionen in ein Kraftwerk mit höchsten Ansprüchen an die Einpassung in seine Umwelt nicht tragbar.
Der Lebensraum an der Mur, in: stadtarchitektur architekturstadt, Architektur und Stadtentwicklung 1986 - 1997, Magistrat Graz, Amt für Stadtentwicklung und Stadterhaltung, Graz o.J., S 222 ff.
Innere Stadtentwicklung - Impulse von der Europäischen Union


