Ralph Erskine, Hubert Rieß
Planung 1981 Umsetzung 1985 - 1997
Eine einfache Grundrisskonfiguration zeichnet den Baukörper aus, wobei den Hauptteilen sekundäre Elemente, wie Balkone und Erker vorgesetzt sind. Dadurch ergibt sich trotz grundlegender Strenge des Aufbaues eine sehr lebendige und im einzelnen auch farbenfreudige Auflockerung des Gesamtkonzeptes, das diese Wohnungsanlage für paradigmatisch erscheinen lässt.
Jurorenbericht, Landespreis der Architektur Erskine + Riess 1988, Katalog Landespreis 1988
Im November 1981 gab uns die Jury unter Vorsitz von Domenig ziemlich eindeutig den Zuschlag.
Im Frühjahr 1982 kam es dann zur Auftragserteilung für die 1. Etappe mit 150 Wohnungen. [...]
Bei den Materialien der Häuser griffen wir ganz im Sinne Erskines auf das verfügbare und Bewährte am Ort zurück. Massive Ziegelbauweise mit Betondecken, einfaches, statisches System, einfache glatte Baukörper mit angehängten Balkonen, Laubengängen, Treppen, flachgeneigte Dächer mit Blecheindeckung. Das Ergebnis der Kostenermittlung sprach dann trotz der Fundierungsprobleme für sich.
Die Farbgebung wurde durch Corbusiers Malereien und Skulpturen, die wir gemeinsam in Venedig sahen, beeinflusst. Die Außenanlagen, Wege, Plätze, Pflasterungen, Bepflanzungen sollten entsprechend Erskines bekannten Ambitionen zu diesem Thema, dem günstigen Klima und der erfreulichen Kostensituation, stattlich ausfallen. Was letzlich aus diesem Teil der Siedlung wird, wo die Bewohner das Heft schon in die Hand genommen haben, wird sich zeigen.
Hubert Rieß, Siedlung in Graz-St.Peter (Der Baumeister 9/88), in: Architekturpreis 1988, HDA 1989





