1970 Flächennutzungsplan 1970

Rudolf Wurzer erarbeitete im Auftrag der Stadt Graz ab 1965 einen Flächennutzungsplan-Entwurf auf Basis von Bevölkerungs- und Beschäftigungsprognosen.

19/07/2004

Rudolf Wurzer

1965 beauftragte die Landeshauptstadt Graz Prof. Dr. Rudolf Wurzer aufgrund einer eingehenden Strukturanalyse des Stadtgebietes einen Flächennutzungsplan-Entwurf auszuarbeiten.

Dem Entwurf des Flächennutzungsplanes wurden die im Rahmen des Verkehrskonzeptes der österreichischen Bundesregierung erarbeiteten Bevölkerungs- und Beschäftigungsprognosen zugrunde gelegt. Weiters fand auch die Prognose über die voraussichtliche Entwicklung des Steiermärkischen Zentralraumes ebenso Berücksichtigung, wie die über das regionale Güteraufkommen der politischen Bezirke Graz-Stadt bzw. Graz-Umgebung. Schließlich mußte auch noch auf die Bundesstraßen-Belastungsprognose 1980 [...] Bedacht genommen werden, weil auch sie für die Gestaltung des kommenden Straßennetzes von wesentlicher Bedeutung ist.

Da das im Flächennutzungsplan-Entwurf ausgewiesene Bauland von 5.298 ha bei einer mittleren Siedlungsdichte 331.000 Personen ausreicht, ist den bisher erwähnten Prognosewerten Rechnung getragen.

Demnach dürfte die Arbeitsbevölkerung in der Stadt Graz von 128.412 Beschäftigten im Jahr 1961 auf 161.700 bzw. 155.400 Beschäftigten im Prognosejahr (1980) ansteigen.

Rudolf Wurzer, Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970, S 47

"Regionalstadt"

Eine "Regionalstadt" gliedert sich

- entweder in eine dominierende Kernstadt und mehrere kleinere städtische Zentren,

- oder in mehrere städtische Zentren von unterschiedlicher Größe, in Wohnbezirke, Industriebezirke sowie Sport- und Erholungsbezirke.

Diese Gebiete sollen durch das grobmaschige Netz schneller Schienen-Verkehrsmittel und Autobahnen, das mittelgrosse Netz mittelschneller Bahnen und Bundesstrassen und das kleinmaschige Verkehrsnetz der Baugebietserschliessung miteinander und mit den "Übrigen Landesstellen" verbunden werden.

Rudolf Wurzer, Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970, S76

Unter Berücksichtigung der überregionalen und regionalen Zielsetzungen und der vorhin erwähnten Daseinsgrundfunktionen erfolgt daher eine funktionale Gliederung des Gemeindegebietes in

- einen Geschäftsbezirk (mit Erweiterungsflächen)

- einen regionalen Industriebezirk (im Bereich des Autobahnzubringers Ost)und

- in 13 Wohnbezirke ( mit 3000 bis 6000 Einwohner)

gegliedert und durch die Festlegung von Wohnbezirks- und Wohnviertelzentren die Voraussetzungen für die Deckung des täglichen bzw. des regionalen Bedarfs geschaffen.

Rudolf Wurzer, Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970, S75 ff.

Nebenzentren

Für Dienstleistungsbetriebe mit größerem Raumbedarf sollten im Zusammenhang mit den beiden Autobahnzubringern zwei Nebenzentren südlich der City und beiderseits der Mur errichtet werden.

Rudolf Wurzer, Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970, S11Gestaltungsmodell für den Stadtkern

Da die Funktionsfähigkeit eines Stadtkerns vor allem von einer möglichst optimalen Lösung der Verkehrsprobleme abhängt, wurde ein Gestaltungsmodell entworfen, dessen Grundgedanke ein nützliches Zusammenwirken von öffentlichem Verkehr, Individualverkehr und Fußgängerverkehr bildet.

- Öffentlicher Verkehr

Verbinden der beiden Teile des Stadtkerns durch je eine, parallel zur Mur verlaufende, unter Niveau führende Straßenbahnlinie und eine in der Längsachse liegende (im östlichen Teil des Stadtkerns ebenfalls unter Niveau geführte) Straßenbahnlinie mit dem übrigen Stadtgebiet.

Dabei wird in noch größerem Ausmaß als bisher auf ein ausreichendes Platzangebot, auf Pünktlichkeit, Regelmäßigkeit, dichtere Zugfolge, Schnelligkeit und gute Fahreigenschaften Bedacht zu nehmen sein. Dabei kommt der von der Grazer Stadtwerke AG im Stadtkern vorgeschlagenen Verlegung der Strassenbahnlinien unter Terrain besondere Bedeutung zu.

- Individualverkehr

Dem Individualverkehr muß ein, den Stadtkern umschließender leistungsfähiger Tangentenring zur Verfügung stehen, in dessen Nähe ausreichende Parkmöglichkeiten (Parkhäuser, unterirdische Parkgaragen, Parkplätze) mit einem Einzugsbereich von rund 300 m vorzusehen sind.

- Fußgängerverkehr

Erst dadurch wären reale Voraussetzungen für die abschnittsweise Festlegung von Fußgängerbereichen in beiden Teilen des Grazer Stadtkerns gegeben. Wie sehr dessen Attraktivität dadurch erhöht werden könnte, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

Rudolf Wurzer, Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970, S 84 ff.

Hochhausbebauung - Verkehrs- und Versorgungsgunst

Vergleicht man weiters die für den Bau von Hochhäusern mit der größten Verkehrs- und Versorgungsgunst, dann wird die mangelnde Übereinstimmung deutlich. Denn für die nordöstlich von Mariatrost geplante oder die nahe der Stadtgrenze befindliche Wohnhausanlage im Ragnitztal - um nur zwei Beispiele herauszugreifen - muß die Infrasstruktur erst geschaffen werden, die in den zentrumsnahen und nicht dichtbebauten Gebeiten bereits besteht.

Rudolf Wurzer, Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970, S 39 ff.

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1970 Flächennutzungsplan-Entwurf Planverfasser: Arch. o. Prof. Dr. Rudolf Wurzer Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970
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Kommunales Gestaltungsmodell - Stadtzentrum, Nebenzentren, Wohnbezirks- und Wohnviertelzentren Planverfasser: Arch. o. Prof. Dr. Rudolf Wurzer Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970
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Gestaltungsmodell für den Stadtkern Planverfasser: Arch. o. Prof. Dr. Rudolf Wurzer Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970
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Hochhausbebauung – Verkehrs- und Versorgungsgunst Stand: Juni 1969 Planverfasser: Arch. o. Prof. Dr. Rudolf Wurzer Erläuterungsbericht zur Flächennutzungsplanung, Graz 1970

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