An der Definition der Anwendung und Bewahrung der Freiheit und deren Regeln
haben unter ständigem Infragestellen der Klischees wir alle zu arbeiten und darin
eine unserer Aufgaben zu sehen. Nicht aber, wie üblich, in der Beihilfe, einseitige
Trends zu beschleunigen und sie in feste Einrichtungen zu installieren. Wir
müssen an unserer Umwelt aktiv mitgestalten, schöpferisch tätig sein, wir
müssen handeln, wenn wir unsere volle Freiheit erhalten wollen.
Unter handeln verstehen wir die eindringliche Weiterleitung der Information, die
Aufklärung der Öffentlichkeit, um so an der Bildung neuer Leitbilder einer zukünftigen Umwelt beizutragen. Ein Image in ständiger Entwicklung ist notwendig, nicht aber ein Image als Klischee. Die schöpferische Einzelleistung inmitten einer willkürlichen, einseitigen, Direktiven unterworfenen Wucherung kann ein Beitrag, ein Beispiel oder ein Impuls für eine höhere Ordnung sein. Auch dann, wenn sie künstlerischen Gesetzen folgt, wird sie erst durch Einfügung, durch eine Übersetzung in den organisierten Rahmen einer Gemeinschaft ein umfassendes, erlebbares Environment im urbanischen Sinn bilden.Günther Domenig, trigon'67, in: Architektur Aktuell 3/September 1967, S 29 ff.
