Architekten: Karl Raimund Lorenz, Friedrich Zotter
Planung 1954 Ausführung 1962-1964
1954 bekommt Karl Raimund Lorenz gemeinsam mit Friedrich Zotter von der
AWG, der Alpenländischen Wohnbaugemeinschaft Graz, den Auftrag, einen bereits
bestehenden Entwurf eines 18-geschossigen Gebäudes mit bis zu 100
Wohnungen an der Elisabethstraße zu überarbeiten. Der ursprüngliche Entwurf
eines Hochhauses mit Y-förmigem Grundriss war wegen grundrißlicher formaler
Mängel massiver Kritik ausgesetzt.
Dieser Entwurf gliedert den Komplex in ein 24-geschossige Hauptgebäude mit je
4 Wohneinheiten je Geschoß mit flexiblen Grundrissen, einen Verbindungsteil mit
5 Geschossen als Bindeglied und einen straßenseitigen, ebenso 5-geschoßigen
Baublock, mit je 3 Wohneinheiten als Garçonnieren mit Laubengangerschließung.
Vom Standpunkt des modernen Städtebaus ausgehend sah Karl Raimund Lorenz
den Baukomplex als Kompromißlösung, um einen harmonischen Ausgleich der
typischen Korridorstraße der Elisabethstraße mit modernen zeitgemäßen
Baugedanken zu erreichen und bezeichnet das Projekt keineswegs als "radikal
modern".
Diese Baukörperkomposition wurde deshalb vorgeschlagen, um
1. das Profil der Elisabethstraße in seiner Einheitlichkeit der Gebäudehöhen zu
wahren und
2. die das Hochhaus umgebende Grünfläche so groß wie möglich zu belassen.
In eingehenden Modellversuchen in Bezug auf Baumassenverteilung,
Gesamtproportion, Baukörper- und Fassadengliederung wurde versucht, die
Baumasse durch eine feine Gliederung soweit wie möglich aufzulockern, um ihr
den Eindruck der Schwere und der Massigkeit zu nehmen.
Das ursprüngliche Dach - eine große Welle - als auch die Tiefgarage unter dem
Vorplatz für 100 Fahrzeuge für 138 Wohnungen, wurden aus Kostengründen nicht
ausgeführt - dafür wurden um 6 Geschosse mehr ausgeführt als ursprünglich
geplant.
Quelle:
Georg Plankensteiner, Univ.Prof.Arch.Dipl.-Ing. Karl Raimund Lorenz (1909-1996). Leben und Wirken einer Architekten- und Lehrerpersönlichkeit, Diss., Graz 2001, S. 152 ff.
