Der internationale Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (IVWSR) lädt heuer bereits zum 15. Mal Filmemacher und Fachleute zur Teilnahme am internationalen Film-Video-Wettbewerb des IVWSR ein, der im Jahre 1974 anlässlich des IVWSR Weltkongresses in Wien zum ersten Mal vergeben wurde. Die Beiträge sind bis zum 25. August 2006 einzureichen. Das Ergebnis wird im Rahmen des 50. IVWSR-Weltkongresses, der von 10. bis 14. September 2006 in Genf tagt, bekannt gegeben.
Das Thema des diesjährigen Wettbewerbes lautet "Leben in der Stadt-Eingrenzungen und Transformationen" und gliedert sich in drei Unterthemen:
_ Leben in Ausgrenzungen
_ Überwindung der Vorstadt-Abschottung
_ Die unsichtbare Stadt
"Leben in Ausgrenzung" reflektiert die Realität einer akzeptierten oder aber abgelehnten Pluriformität in der Wohnumgebung von Stadtbewohnern. Es besteht eine gebietsmäßige Einheit, die jedoch unterschiedliche Bedingungen anbietet, je nachdem. wie wir leben, wo wir arbeiten und wie wir unsere Zeit und unseren Raum nutzen, um sie an die Barrieren, die sich uns in den Weg stellen, anzupassen. In den Städten lässt sich ei Trend zu verstärkter Segregation erkennen. Wer die freie Wahl hat, wird sich um einen Platz unter Gleichgesinnten bemühen. Andere, die dazu nicht in der Lage sind, werden bisweilen gewissermaßen zu Gefangenen in Vierteln mit billigen Wohnungen, wo das Leben vielfach schwierig geworden sein mag. Dieses Unterthema handelt davon, wie Menschen sich anpassen, wenn sie ethnisch, wirtschaftlich, kulturell oder sozial nicht in die richtige städtische Vielfalt hineinpassen.
"Überwindung der Vorstadtabschotung" handelt von unmittelbarer und konkreter Segregation. In den letzten Jahren haben wir die Entstehung und Entwicklung von geschlossenen "gated communities" für die begüterten und erfolgreichen Bevölkerungsschichten erlebt, von Städten in Städten also. Auf der anderen Seite des Spektrums findet man heruntergekommene, ghetto-artige Wohnviertel für Arme und Einwanderer.
Die konkreten Fragen von Raum und werten, vom Gefühl der Zugehörigkeit und einer breiten kulturellen Kluft äußern sich in städtischen Problemen und sozialer Unruhe. Eines der bedeutendsten Themen, mit dem sich moderne Städte und Stadtgesellschaften auseinander zu setzen haben, ist die Zukunft in und mit den Vorstädten. So sind Filmemacher nun eingeladen, ihren Blick auf dem Wege der kreativen Verwendung der Leinwandsprache durch Gegenüberstellungen, Bilder und Erzählungen über das Leben von Individuen in einem breiten städtischen Kontext auf dieses Thema zu richten.
Das dritte Unterthema "Die unsichtbare Stadt" wurde gewählt, um Filmemacher einzuladen, Geschichten aus dem städtischen Leben in den jeweiligen Umgebungen vor Augen zu führen, Geschichten also, die es zwar gibt, die jedoch nicht offen auf der Oberfläche liegen. Ziel ist es, unter die Oberfläche zu schauen, die Fassade dem Inhalt dahinter gegenüber zu stellen. Das Thema lässt genügend Freiraum, um sich sowohl mit sozialen Fragen als auch mit konkreten materiellen Problemen im städtischen Raum auseinander zu setzen.
Die Einsendungen zu diesem Wettbewerb werden nach der Balance zwischen dem filmkünstlerischen Beitrag einerseits und der durchdachten Erkundung der Stadt andererseits juriert, also anhand ihrer Menschen und der Natur in ihr, der Identität gegebener urbaner Räume und architektonischer Werte, des überkommenen Erbes, der Ökologie, städtischer Ereignisse, Anekdoten...Individuen und Gruppen in der Stadt, Gebäude und der jeweilige Standort, Vergangenheit und Zukunft, reale Situationen und Aktionen, Geschichten und Lösungen für konkrete Bedürfnisse - all dies sollte Filmemacher dazu motivieren, das Wesen städtischen Lebens, kulturelle Energien und menschliche Werte einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Gelungene Beispiele ebenso wie unakzeptable Situationen in Städten sollten in gleicher Weise den Teilnehmern zu Inspirationen verhelfen.
WETTBEWERBSBEDINGUNGEN
1. Gegenstand und Typ des Films oder Videos (im Folgenden als "Produktion" bezeichnet):
Teilnahmeberechtigt sind Filme oder Videos, die das oben genannte Thema oder eines der Unterthemen zum Gegenstand haben.
Das Hauptthema und die drei Unterthemen sind in Bezug auf die Bewertung und endgültige Entscheidung der Jury gleichwertig.
Die Produktion soll die Schönheit und Ausdrucksfähigkeit der Filmkunst in Zusammenhang mit einschlägigen und beispielhaften Projekten im städtischen Raum und in der Natur ganz allgemein zum Ausdruck bringen.
a. Die Form der Produktion ist den Produzenten freigestellt. Mit anderen Worten, in frage kommen Dokumentarfilme und dramatische Produktionen (mit professionellen oder Laiendarstellern), Animationen oder beliebige Kombinationen daraus.
b. Die Produktion muss sich an ein breites Publikum richten und sich auf die genannten Themen beziehen. Rein technische Produktionen (z. B. über das Bauen oder Entwerfen) kommen nicht in Frage.
c. Produktionen, die, aus welchem Grund auch immer, nach Ansicht des IVWSR, des Prüfungsausschusses oder der internationalen Jury irgendeine geografische, ethnische, religiöse oder soziale Gruppe verletzen, werden von der Teilnahme ausgeschlossen.
2. Technische Spezifikationen
a. Alle Filmformate, also Super 8 oder 16 sowie 35 mm werden akzeptiert. Unabhängig vom Produktionsformat muss der Jury zur Betrachtung und zum Zwecke des Wettbewerbs eine PAL-VHS-Kopie vorgelegt werden.
b. Alle Videoformate von Mini-DVD bis hin zu neuem HD-Material sind zulässig. Ungeachtet des Videoformats des eigentlichen Films ist eine VHS-Kopie zur Vorführung für die Jury erforderlich.
c. Die Produktionen können Farb- oder Schwarz/Weiß- sowie Ton- oder Stummfilm-Aufzeichnungen sein.
d. Die Wahl der Sprache für Dialoge und Untertitel ist freigestellt. Allen Einsendungen ist eine vollständige Kurzdarstellung (max. 120 Wörter) in englischer Sprache sowie eine Übersetzung aller in der Produktion vorkommenden Quellen-, Hersteller- und Urheberangaben und Untertitel beizufügen.
e. Die Spieldauer der Produktion ist bis zu einer maximalen Länge von 30 Minuten beliebig.
f. Die eingereichten Produktionen müssen nach dem 1. September 2003 freigegeben worden sein.
3. Wettbewerbseinsendungen
Produktionen, die am 15. IVWSR Film-/Video-Wettbewerb teilnehmen sollen, sind bis spätestens 25. August 2006 zu übermitteln an:
IVWSR Fil-/Video-Wettbewerb
z. H.: Frau Nicole Primola
Symporg S.A.
2, avenue Krieg
CH-1208 GENF
Kontakt für Rückfragen:
T +41 (0)22/839 848 46
F +41 (0)22/839 848 51
primola.nicole@symporg.ch
4. Auswahl und Bewertung der Einsendungen, öffentliche Vorführungen
a. Alle berücksichtigten Einsendungen werden von einer internationalen Jury geprüft. Diese wählt die drei besten Produktionen aus und vergibt mindestens drei und höchstens acht "lobende Erwähnungen", in Form eines Diploms.
b. Die vom IVWSR berufene internationale Jury setzt sich aus international anerkannten Experten der Bereiche Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, Bildungswesen, Public Relations, audiovisuelle Produktionen und/oder Kunst (Insbesondere Film- und Fernsehkunst) zusammen.
c. Den Vorsitz führt Herr Rajko Radovic. Personen, die an der Auftragserteilung, der Produktion oder am Vertrieb eines zum Wettbewerb eingereichten Films oder Videos beteiligt waren, können nicht Mitglieder der Jury sein.
d. Die Entscheidungen der internationalen Jury sind endgültig und unwiderruflich. Alle Preise, Auszeichnungen und lobenden Erwähnungen werden öffentlich verkündet. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden veröffentlicht. Alle Teilnehmer werden über das Wettbewerbsergebnis informiert.
e. Generell werden alle preisgekrönten Filme und Videos im Verlauf des IVWSR-Kongresses in Genf vorgeführt. Die Produktion mit dem ersten Preis wird am Tage der Eröffnung des Kongresses gezeigt; in diesem Rahmen werden auch die Namen der weiteren Preisträger genannt.
f. PREISE:
_ 1. PREIS: € 4.000
_ 2. PREIS: € 3.000
_ 3. PREIS: € 2.000
_ mindestens drei, maximal acht lobende Erwähnungen (in Form eines Diploms).
5. Die internationale Jury
Die internationale Jury setzt sich aus fünf Mitgliedern aus verschiedenen Ländern zusammen, den Vorsitz führt Herr Rajko Radovic, Filmemacher in Montreal, Kanada.
Die weiteren Juryteilnehmer sind:
_ Leon Contato, Direktor der nationale Gesellschaft für preisgünstiges Wohnen, Luxemburg
_ Prof. Nachio Torisu, Präsident des Instituts für allgemeine städtebauliche Studien in Tokio, Japan
_ Andre Iten, Direktor des Zentrums für zeitgenössischen Film in Genf sowie Direktor der "Biennale für Bild und Bewegung"
_ Bernard van Baalen, Verantwortlicher für die Ausbildung in elektronischen Medien für Animationsfilmemacher von lokalen TV-Sendern in den Gebieten Ost-Lausanne und Avanchets, sowie Mitglied des europäischen WACC-Ausschusses (professionelle Medienorganisation)
_ Prof. Daniel Zamarbide, Architekt mit Lehrstuhl an der Universität für angewandte Kunst (und HEAA) in Genf.
6. Präsentation der Preise
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird im Verlauf der Eröffnungssitzung des 50. IVWSR-Weltkongresses in Genf (Dauer: 10.-14.09.2006) bekannt gegeben.
7. Einverständniserklärung
Durch die Beteiligung am Wettbewerb und die Einreichung von Beiträgen erklären die Teilnehmer ihr volles Einverständnis mit und die Einhaltung von allen genannten Wettbewerbsbedingungen.
ANMELDUNG UND EINSENDUNG DER WETTBEWRBSBEITRÄGE:
IVWSR Fil-/Video-Wettbewerb
z. H.: Frau Nicole Primola
Symporg S.A.
2, avenue Krieg
CH-1208 GENF
Kontakt für Rückfragen und Anmeldeformular:
T +41 (0)22/839 848 46
F +41 (0)22/839 848 51
primola.nicole@symporg.ch
EINSENDESCHLUSS DER WETTBEWERBSBEITRÄGE: 25. August 2006
- Verfasser/in:
- Redaktion GAT Graz Architektur Täglich