12 Fragen zur Baukultur und Architekturpolitik

...anlässlich der Landtagswahlen am 02.10.2005. Lesen Sie die Antworten von ÖVP (LBD Gunther Hasewend), SPÖ (Mag. Franz Voves), Grüne (Max Oswald), FPÖ (DI Leopold Schögg

29/09/2005

Anlässlich der Landtagswahlen in der Steiermark am Sonntag, den 02.10, im Burgenland am Sonntag, den 09.10. und in Wien am 23.10. richtete die Plattform für Architektur und Baukultur gemeinsam mit den lokalen Architekturinitiativen einen Fragenkatalog zu Architektur und Baukultur an die jeweils kandidierenden Parteien.

Lesen Sie nachfolgend die Antworten von ÖVP (Landesbaudirektor Gunther Hasewend für Frau LH Klasnic), SPÖ (Franz Voves), Grüne (Max Oswald, Klubdirektor Grüner Landtagsklub, LAbg. Ingrid Lechner-Sonnek), FPÖ (2. LH-Stellvertreter DI Leopold Schöggl) und BZÖ (DI Michael Schmid eh) auf die 12 Fragen zur Baukultur und Architekturpolitik in der Steiermark. Die ÖVP reagierte lediglich auf die Fragen 8, 10, 11 und 12. Von Seiten der KPÖ erfolgte keine Beantwortung der Fragen.

1. ARCHITEKTURPOLITIK

FRAGE: Werden Sie sich als entscheidungstragende/r Politiker/in mit Nachdruck dafür einsetzen, dass auch künftig in der Steiermark ein entsprechendes Budget für eine engagierte Architekturpolitik bereitgestellt wird?

Und wenn ja, welche Ziele/Prioritäten würde eine von Ihnen bestimmte „Architekturpolitik“ verfolgen?

Wie haben Sie vor den Standort Graz/Steiermark weiterhin attraktiv zu machen?

ANTWORTEN

SPÖ

Es muss natürlich budgetär sichergestellt sein, dass dort, wo die öffentliche Hand entweder selbst Gebäude errichtet oder bei der Errichtung von Gebäuden indirekt beteiligt ist, wie z.B. durch die Wohnbauförderung, entsprechende Mittel für die Durchführung von Planungswettbewerben bereit stehen. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Unterstützung einer lebendigen, fortschrittlichen Architektur wäre es auch Maßnahmen zu initiieren oder solche zu unterstützen, die darauf abzielen, in der öffentlichen Meinung ein Klima zu erzeugen, das moderner und zukunftsweisender Architektur grundsätzlich freundlich gesonnen ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass Baumaßnahmen, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Zukunftsweisende neue Architektur kann daher nur realisiert werden, wenn sie eine entsprechende Akzeptanz in der Bevölkerung geniest. Ich könnte mir daher auch vorstellen, dass ihm Rahmen der budgetären Möglichkeiten auch gewisse Mittel zur Förderung einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit bereitgehalten werden.

GRÜNE:

Der Stellenwert der Architekturpolitik in der Steiermark ist in den letzten 10 Jahren offensichtlich gesunken. Ein Hauptgrund dafür liegt darin, dass im Zuge der politischen Vereinbarungen zwischen ÖVP und FPÖ in der Landesregierung der FPÖ die Wohnbauförderung sowie die Bau- und Raumordnungsagenden übertragen wurden. Dieses Zugeständnis der ÖVP halten die Grünen für einen schweren Fehler, der sich nachteilig auf die Architekturpolitik ausgewirkt hat. Der damals erfolgte Einbruch bei Wettbewerben wurde nie wieder ausgeglichen, da sich leider auch bei ÖVP und SPÖ die Haltung durchsetzte, dass Architektur ein Luxus sei und Mehrkosten verursachen würde.

Die Architekturpolitik braucht nicht nur ein entsprechendes Budget, sondern auch ein grundlegendes politisches Bekenntnis als Startschuss für ein neues Verhältnis zwischen Politik/Verwaltung auf der einen Seite und ArchitektInnen, PlanerInnen und TechnikerInnen auf der anderen Seite. Vorbild für die Grünen ist dabei die Resolution des Wiener Gemeinderates zur Bau- und Vergabekultur in Wien vom November 2003, die maßgeblich von den Grünen und im Besonderen von Christoph Chorherr mitbegründet wurde. In diesem Sinne hat der Landtagsklub der Grünen folgenden Antrag entworfen:

> Bau- und Vergabekultur in der Steiermark

> Im November 2003 hat der Wiener Gemeinderat eine Resolution zur Bau- und Vergabekultur

einstimmig verabschiedet, nach dessen Vorbild auch die Steiermark tätig werden soll

> Hochwertige Leistungen von ArchitektInnen, PlanerInnen und TechnikerInnen sind ein unverzichtbarer Beitrag zur Gestaltung und Sicherung der Lebensbedingungen in der Steiermark. Ästhetische Entwürfe tragen wesentlich zur Identität der Steiermark und ihrer BewohnerInnen bei, originelle technische Lösungen schaffen Ressourcen und Lebensräume im knappen städtischen Raum, hohe Planungsqualität ist Voraussetzung für die wirtschaftliche Durchführung von Bauprojekten und eine nachhaltige Wertschöpfung.

> Die Qualität des Planens und Bauens ist unmittelbar verknüpft mit der Qualität wirtschaftlicher,sozialer und kultureller Entwicklung und damit ein entscheidender Standortfaktor. Aus dieser Erkenntnis ist in verschiedenen europäischen Ländern eine breite öffentliche Diskussion über Architektur und Baukultur entstanden. Baukultur wird dabei als " Umgang der Gesellschaft mit gebauter Umwelt, ihre qualitätsorientierte Nutzung und Erhaltung, Planung und Weiterentwicklung "

definiert.

> Eine offene Diskussion ist umso wichtiger, als das Bekenntnis zur Qualität in Zeiten knapper öffentlicher Kassen unter Druck gerät und das Preiskriterium den Wettbewerb um Aufträge der öffentlichen Hand immer stärker zu Lasten der Qualität dominiert. Diese Entwicklung gefährdet den Wert öffentlicher Investitionen, sie verkürzt die Lebensdauer öffentlicher Bauten, sie kann zu beträchtlichen Sicherheitsmängeln führen und mindert den Beitrag der gebauten Umwelt zum sozialen Zusammenhalt.

> Darüber hinaus hat das Land Steiermark durch seine Bedeutung als Nachfrager nach ArchitektInnen und Ingenieurleistungen beachtlichen Einfluss auf die Entwicklung des kreativen und intellektuellen Potenzials der AnbieterInnen.

> Die Sicherung der Qualität des öffentlichen Planens und Bauens in der Steiermark soll daher Gegenstand eines kontinuierlichen öffentlichen Diskussionsprozesses werden, der an konkreten Erfahrungen mit der Vergabe und Realisierung von > öffentlichen Bauprojekten anzusetzen und Möglichkeiten aufzuzeigen hat, wie mit den vom Land Steiermark eingesetzten finanziellen Mitteln möglichst große und möglichst dauerhafte Werte für die Bevölkerung und für den Standort Steiermark in einem erweiterten Europa geschaffen werden können.

> Es wird daher der ANTRAG gestellt:

> Der Landtag wolle beschließen:

> I. Das Land Steiermark als Nachfrager und Auftraggeber bekennt sich zu seiner Verantwortung für die Bau- und Vergabekultur in der Steiermark. Bei der Ausrichtung von Vergabeverfahren für ArchitektInnen- und Ingenieurleistungen stellt das Land die Qualität der Lösungsansätze in den Vordergrund.

> II. Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert,

> a) ihre Vergabepraxis laufend in Bezug auf ArchitektInnen- und Ingenieurleistungen im Hinblick auf die Qualität ihrer Ergebnisse zu evaluieren und zu überprüfen. Dabei sind insbesondere folgende Fragen zu beurteilen:

> * Welche Aspekte der untersuchten Vergabevorgänge beeinflussten die Qualität der erbrachten geistigen Leistungen im Bereich des Planens und Bauens positiv, welche negativ? > * Wie können Qualitätskriterien bei der Ausschreibung geistiger Leistungen im Bereich des Planens und Bauens eindeutig und klar beschrieben werden?

> * Wie kann das Qualitätsniveau von Angeboten für die Erbringung geistiger Leistungen im Bereich des Planens und Bauens beurteilt und eingeschätzt werden?

> * Welche Maßnahmen können im Rahmen des gesetzlichen Vergabeverfahrens gesetzt werden, um die Qualität geistiger Leistungen im Bereich des Planens und Bauens abzusichern?

> * Welche Wirkung hat die konkrete Vergabepraxis des Landes Steiermark auf die Erreichung der Vergabeziele und auf die Effizienz der Bauabwicklung bei den untersuchten Projekten?

> b) die Evaluierung der Vergabepraxis durch eine Arbeitsgruppe aus ExpertInnen aus den Bereichen Architektur, Vergaberecht und Projektmanagement, VertreterInnen der Landesbaudirektion und der zuständigen Dienststellen der Landesregierung, der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten sowie VertreterInnen der Bauwirtschaft zu bewerkstelligen. Die Arbeitsgruppe soll zu einem Zeitraum von 3 Jahren jeweils mindestens 3 Projekte evaluieren, die von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe einvernehmlich ausgewählt werden. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe erfolgt im Einvernehmen zwischen der Landesregierung und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark und Kärnten und wird dem Ausschuss für Infrastruktur zu Kenntnis gebracht.

> c) regelmäßig alle drei Jahre ein Symposium „Baukultur in der Steiermark" zu veranstalten, das der Information über aktuelle Projekte, über Entwicklungen und Trends der Vergabepraxis, über Erfahrungen, Erfolge und Probleme im Bereich des Vergabewesens und der Präsentation von Projekt- Evaluierungen dient.

> d) die Ergebnisse der Evaluierungen der Vergabe von ArchitektInnenen- und Ingenieurleistungen durch die Arbeitsgruppe dem Landtag vorzulegen.

Dieser Antrag wurde von den Grünen letztendlich nicht eingebracht, um stattdessen eine gemeinsame Antragsstellung aller Parteien im Landtag zu ermöglichen. Leider ist die FPÖ aus diesem Prozess ausgeschert, hat allein einen Antrag in diese Richtung eingebracht, und ÖVP, SPÖ und FPÖ haben die Angelegenheit dann gemeinsam entsorgt, indem sie statt einer Behandlung im Landtag eine Stellungnahme von der Landesregierung einforderten. Dort vergammelt das Anliegen unerledigt, wobei zu sagen ist, dass die Zuweisung eines Stückes an die Landesregierung immer wieder dazu dient, unliebsame Anträge auf die lange Bank zu schieben.

In der neuen Landtagsperiode werden die Grünen den angeführten Antrag einbringen. Sollten Ihrerseits Verbesserungen des Antragstextes gewünscht werden, werden wir dem gerne nachkommen.

FPÖ

Selbstverständlich werde ich mich als Landespolitiker auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Steiermark ein Architekturland bleibt und dafür ein entsprechendes Budget zur Verfügung gestellt wird. Gut die Hälfte meiner ersten Regierungsperiode durfte ich für die Fachabteilung 20A (Landeshochbau) zuständig sein und diese dann auch erfolgreich in die Landesimmobiliengesellschaft privatisieren. Die hochqualitative Arbeit der ehemaligen Landeshochbauabteilung wird dort nunmehr hervorragend fortgesetzt.

Nichtsdestotrotz habe ich innerhalb meiner ressortzuständigen Abteilung 16 (Landes- und Gemeindeentwicklung) nach wie vor die Zuständigkeit über das Referat für Gemeindeentwicklung, Wohnbau, Gemeindehochbau und Ortserneuerung. Innerhalb dieses Referates ist es mir auch auf Grund eines entsprechenden Budgets möglich, Planungs-, Bauleitungs- und Baukosten für andere Rechts- und Bauträger auf Grund besonderer vertraglicher Vereinbarungen zu gewähren. Des Weiteren werden auch über dieses Referat Bauleitungs- und Projektierungskosten für den Landeshochbau gefördert.

Besondere Ziele und Prioritäten möchte ich gerne in der Förderung von steirischen Jungarchitekten, einer ausgewogenen und innovativen Wettbewerbspolitik und in der allgemeinen Architekturvermittlung zur verbesserten Positionierung der Steiermark als Architekturland setzen. Der Architekturstandort Graz-Steiermark kann nur insofern weiterhin attraktiviert werden, indem man den Architekturnachwuchs fördert, innovative Projekte unterstützt und, wie schon oben angeführt, Architekturvermittlung auch auf internationaler Ebene vorantreibt.

BZÖ

Grundsätzlich - und somit auch alle Fragen betreffend - habe ich vor, mich dafür einzusetzen, dass die

Architektur, der Wohnbau sowie die dazugehörigen Gesetzesmaterien wieder professionell bearbeitet

werden. Wichtig ist aber vor allem eine neue Offensive im Wohnbau,

nachdem der von mir übergebene Budgettopf (3 Milliarden ATS Cash + ca. 43

Milliarden ATS Darlehensaußenstände) vollkommen ausgeräumt wurde.

2. Bekenntnis zur zeitgemäßen, qualitativ hochwertigen Architektur und Planungskultur

FRAGE: Durch welche konkreten Maßnahmen und Anreize werden Sie den Stellenwert zeitgemäßer, qualitativ hochwertiger Architektur und Ingenieurskultur fördern, um damit eine spürbare und breit angelegte Steigerung der allgemeinen Architekturqualität und Planungskultur in der Steiermark zu erreichen?

Haben Sie vor, durch Investitionsprogramme innovative und qualitätsorientierte Architektur/Planungskultur nachhaltig zu fördern, und wenn ja, wie sehen diese konkret aus?

ANTWORTEN

SPÖ

Wie schon eingangs erwähnt, bin ich davon überzeugt, dass die wirkungsvollste Maßnahme mit Sicherheit die Durchführung entsprechender Planungswettbewerbe ist. Da gerade größere Projekte ohne Einbindung der Bevölkerung künftig kaum mehr vorstellbar sein werden, ist es auch notwendig dort Verständnis und Interesse für zeitgenössische Architektur zu wecken. Es kann aber nicht Aufgabe der Politik sein, hier missionarisch zu wirken, sondern vielmehr sind Berufsvertretung, diverse Interessensvertretungen und die Hochschule aufgerufen, Projekte und Ideen zu entwickeln, die bei Vorliegen entsprechender Förderwürdigkeit, von der Politik finanziell unterstützt werden können. Hinsichtlich allfälliger Investitionsprogramme gilt natürlich auch in Zukunft, dass die Politik dabei den Spagat zwischen dem hinlänglich bekannten Diktat der leeren Kassen einerseits und der Ankurbelung der Wirtschaft durch entsprechende Impulse andererseits schaffen muss. Klar ist aber, dass bei Investitionsprogrammen die zu baulichen Maßnahmen führen, darauf geachtet werden muss, dass diese in qualitätsvoller Art und Weise umgesetzt werden.

GRÜNE

Konkrete Maßnahmen und Anreize (siehe Antrag):

Bekenntnis des Landes:

Das Land Steiermark als Nachfrager und Auftraggeber bekennt sich zu seiner Verantwortung für die Bau- und Vergabekultur in der Steiermark. Bei der Ausrichtung von Vergabeverfahren für ArchitektInnen- und Ingenieurleistungen stellt das Land die Qualität der Lösungsansätze in den Vordergrund.

* Laufende Überprüfung der Vergabepraxis

Vergabepraxis laufend in Bezug auf ArchitektInnen- und Ingenieurleistungen im Hinblick auf die Qualität ihrer Ergebnisse evaluieren und überprüfen

* Öffentlichkeit für Baukultur schaffen

Symposien, ExpertInnengruppen etc. (siehe oben)

Man kann auch ohne zusätzliche Investitionen schon viel erreichen, wenn die öffentlichen Bauten und jene, die durch das Land gefördert werden (Wohnbau, kommunale Bauten via Bedarfszuweisungen, Schulen, Sportstätten etc.), Wettbewerben unterworfen werden. In diesem Zusammenhang sollen auch neue Technologien des Bauens wie insbesondere die Verwendung von Holz, Solararchitektur und ökologisches Bauen im allgemeinen fixer Bestandteil sein. Hier kann die Architektur eine Schlüsselrolle auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht einnehmen. In diesem Sinne sollen für Investitionen in Architektur und Planungskultur auch Mittel aus der Wirtschaftsförderung herangezogen werden.

FPÖ

Die hierbei gestellte Frage deckt sich nahezu mit der oben angeführten Antwort. Die allgemeine Architekturqualität und Planungskultur in der Steiermark kann meiner Meinung nach maßgeblich dadurch gesteigert werden, daß man transparente, innovative und offene Wettbewerbspolitik betreibt, Jungarchitekten die Teilnahme ermöglicht und indem man sich intensiv dafür einsetzt, die Bildungsstätten hochqualitativ zu besetzten, damit der gute Ruf der „Grazer Schule“ auch für die Zukunft gewährleistet werden kann.

BZÖ

Bekenntnis selbstverständlich ja. Architekturqualität ist aber keine Sache der Politik, sondern der Ausbildungsstätten,

3. QUALITÄTSSTANDARDS

FRAGE: Werden Sie für all jene Bauvorhaben, bei welchen Mittel der „öffentlichen Hand“ eingesetzt werden, verbindliche Qualitätsstandards festlegen, die eine hochwertige architektonische, planerische und ökologische Qualität gewährleisten, und wenn ja, welche Kriterien sind für Sie dabei maßgeblich?

Werden Sie das Prinzip der Teilung von Planung und Ausführung für alle Bauvorhaben, bei welchen Mittel der „öffentlichen Hand“ eingesetzt werden, für verbindlich erklären?

ANTWORTEN

SPÖ

Ich bitte zu berücksichtigen, dass die Stmk. Landesregierung aus 9 Mitgliedern besteht, von denen jedes einzelne klar definierte Zuständigkeitsbereiche zu verwalten hat. Aufgrund der derzeit bestehenden Geschäftsverteilung kann ich weder Qualitätsstandards festlegen noch irgendwelche Prinzipien für Bauvorhaben, bei denen öffentliche Mittel eingesetzt werden, für verbindlich erklären. In wieweit sich diese Zuständigkeiten nach der kommenden Landtagswahl ändern könnten ist rein spekulativ und hängt nicht nur vom Ausgang der Wahl, sondern auch vom Ergebnis der im Anschluss durchzuführenden Parteienverhandlungen über die künftige Geschäftsverteilung ab. Außerdem gibt es meines Wissens schon jetzt in vielen Bereichen verbindliche Qualitätsstandards wie z.B. in der Wohnbauförderung, wo eigens eingerichtete Institutionen wie der Wohnbautisch oder der Wohnbauförderungsbeirat auf die Einhaltung dieser Standards achten.

GRÜNE

Ich verweise auf den Inhalt des oben angeführten Antrages.

FPÖ

Festgelegte Qualitätsstandards sind die Grundvoraussetzung für jedes gut abgewickelte Projekt. Dies sollte Grundsatz nicht nur in der Wirtschaft sondern auch in der Architektur sein. Dahingehende Kriterienkataloge müssen und sollen ressortentsprechend aufgestellt werden. Im Bereich des Landeshochbaues wurde immer mit Qualitätsstandards erfolgreich gearbeitet.

BZÖ

Die einzige Möglichkeit Einfluss auf planerische Qualität zu gewährleisten ist von Seiten der politischen Hand das Forcieren von Wettbewerben. Wie man weiß, wurden in den 90er Jahren hunderte Gutachterverfahren durchgeführt.

4."CHEFSACHE"

FRAGE: Werden Sie Architektur/Baukultur zur „Chefsache“ machen und eine kompetente, finanziell gut ausgestattete und vor allem Ressort übergreifende Instanz schaffen, die Architekturpolitik und Planungskultur effizient umsetzen kann, und wenn ja, wie würde eine solche Instanz konkret aussehen?

ANTWORTEN

SPÖ

Auch bei der Beantwortung dieser Frage muss ich darauf hinweisen, dass `Chefsache´ wohl nur der Kompetenzbereich eines Landeshauptmannes sein kann. Selbst unter der Annahme, dass die Wählerinnen und Wähler der SPÖ soviel Vertrauen schenken werden, dass wir in der Lage sind, den Landeshauptmann zu stellen, kann heute bestenfalls darüber spekuliert werden, welche Ressorts dann von der SPÖ und vom künftigen Landeshauptmann verwaltet werden.

GRÜNE

Wenn damit gemeint ist, dass die Architektur/Baukultur im Ressort von Klasnic oder Voves angesiedelt werden sollte, dann bin ich dagegen. Beiden fehlt es meiner Überzeugung nach an einem ernsthaften und zeitgemäßen Zugang zu Architektur/Baukultur. Zudem muss in Rechnung gestellt werden, dass in der politischen Kultur der Steiermark RegierungschefInnen von Kirtag zu Zeltfest eilen, statt sich ernsthaft mit Sachfragen auseinanderzusetzen.

Besser ist es, alle einschlägigen Materien bestmöglich über ein Ressort zu koordinieren, denn Kompetenzaufsplitterungen sind Gift für Qualität in Politik und Verwaltung.

FPÖ

Innerhalb meines großen Ressorts (Infrastruktur, Energie, Wissenschaft, Forschung, Raumordnung, Volkskultur und Blasmusik) habe ich immer versucht, durch bestimmte Akzente (Wettbewerbe wie z.B. Lapidarium, Campmodule, Pilgerzimmer usw.) die Architektur und vor allem auch die Baukultur zur „Chefsache“ zu erklären.

Besonders wichtig ist mir in diesem Rahmen auch, den steirischen Revitalisierungsfonds zu erwähnen, wo denkmalgerechtes Sanieren steiermarkweit gefördert und ausgezeichnet wird. Gerade seitens des Revitalisierungsfonds, des Referates für Gemeindehochbau und den Referaten für integrierte Regionalentwicklung und EU-Gemeinschaftsinitiativen wird seit Jahren erfolgreich ressortübergreifend gearbeitet und einige der oben angeführten Wettbewerbe sind daraus entstanden.

BZÖ

No na…

5. ANERKENNUNG VON LEISTUNGEN

FRAGE: Werden Sie für Vergaben des Landes bzw. landesnaher Organisationen ausnahmslos und ohne Vorbehalte die jeweils aktuellen Leistungsbilder und Honorarrichtlinien für Architekten und Ingenieure anerkennen (wie dies z.B. in Deutschland und anderen EU-Ländern der Fall ist)?

ANTWORTEN

SPÖ

Sollte ich im Rahmen künftiger Kompetenzen jemals über die Honorarforderungen von Architekten und Ingenieuren zu entscheiden haben, werde ich mich grundsätzlich an den dann gültigen Honorarrichtlinien orientieren. In erster Linie bin ich aber als Vertreter der öffentlichen Hand den Prinzipien der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit verpflichtet, sodass eine vorbehaltlose Festlegung, einfach nicht getroffen werden kann.

GRÜNE

Ja.

FPÖ

In den letzten fünf Jahren habe ich immer besonderen Wert darauf gelegt, in Abstimmung mit der Ingenieurkammer und festgelegten Qualitätsstandards sowohl das Wettbewerbswesen als auch diverse Vergaben abzuwickeln.

BZÖ

Anlässlich einer öffentlichen Ausschreibung für Architektenleistungen habe ich den Passus verankert, dass Nachlässe von mehr als 20 % der Gebührenordnung nicht berücksichtigt werden. Etwa 80 % unserer Kollegen haben trotzdem höhere Nachlässe gewährt. Jeder weitere Kommentar dazu hat sich also erledigt.

6. QUALITÄTSWETTBEWERBE

FRAGE: Werden Sie zur Sicherung der Qualität für NutzerInnen/KonsumentInnen dafür sorgen, dass für alle Bauvorhaben des Landes bzw. landesnaher Organisationen die Vergaben von Planungsleistungen ausschließlich nach Qualitätskriterien, anstatt nach reinen Kostenfaktoren erfolgen?

Erkennen Sie den Leistungswettbewerb/Architektenwettbewerb als transparentes und effektives Vergabeverfahren an, um die besten Ideen zu finden bzw. die höchste Qualität zu erreichen und wenn ja, ab welcher Größenordung ist Ihrer Meinung nach ein derartiges Wettbewerbsverfahren verbindlich durchzuführen?

ANTWORTEN

SPÖ

Wie bereits erwähnt, sind Politiker bei der Durchführung von Bauvorhaben, die von der öffentlichen Hand finanziert werden, in erster Linie den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet. Kein Politiker kann Ihnen daher versprechen, Planungsleistungen unabhängig von den Kosten zu vergeben. Damit meine ich aber weniger die Honorare für die Planer selbst, sondern vielmehr die Umsetzungskosten für die Realisierung der vorgelegten Planungsvarianten. Gute Architektur misst sich meines Erachtens eben nicht nur an der optischen Ausdrucksform, sondern letztlich auch daran wie kostenintensiv sie ist. Ich habe bereits bei der Beantwortung der bisherigen Fragen festgehalten, dass ich den Architektenwettbewerb für ein sehr geeignetes Mittel erachte, hohe planerische Qualität zu sichern. Die Frage, ab welcher Größenordnung ein solcher Wettbewerb verbindlich festzuschreiben wäre, kann aber aus meiner Sicht weder bei bestimmten Geldsummen noch bei bestimmtem Bauvolumen festgemacht werden. Oft kommt es in hohem Ausmaß auf die Lage eines künftigen Gebäudes oder auf den Zweck an, dem es einmal dienen soll.

GRÜNE

Ich verweise auf den Inhalt des oben angeführten Antrages.

FPÖ

Wie schon vorab erwähnt, ist gerade ein Architekturwettbewerb bzw. ein Gutachterverfahren ein äußerst effektives Mittel zur Ideenfindung und zur Abwicklung höchst-qualitativer Architekturprojekte. Die Größenordnung ist meiner Meinung nach nicht ausschlaggebend. Schon bei Kleinprojekten können gerade die Ideenfindung und die Qualität aller Wettbewerbsergebnisse maßgeblich zielführend sein. Wettbewerb ist daher bei mir nicht nur ein beliebtes sondern auch ein gut gefördertes Instrument zur Qualitätssicherung.

BZÖ

siehe Punkt 3

7. GANZHEITLICHE PLANUNGSKULTUR

FRAGE: Welche konkreten Maßnahmen würden Sie für Planungs- und Bauvorhaben, insbesondere der Infrastruktur, festlegen, um eine vernetzte und interdisziplinäre Planungskultur, eine ausgewogene Gesamtplanung und eine qualitätsvolle Gestaltung des Raumes zu erreichen?

ANTWORTEN

SPÖ

Ich glaube, dass gerade bei Infrastrukturmaßnahme ohne ausgewogene Gesamtplanung kaum mehr das Auslangen gefunden werden kann. Schon heute sind solche Projekte aufgrund der Vielzahl von betroffenen Anrainern ohne vernetzte Vorgehensweise nicht umzusetzen.

GRÜNE

Für die Umsetzung einer ganzheitlichen Planungskultur muss vor allem bei der Raumordnung angesetzt werden. Eine Totalrevision des Raumordnungsrechtes wurde schon vor 15 Jahren angekündigt, aber niemals eingelöst. Die negativen Folgen für Einrichtungen der Infrastruktur sind leider längst sichtbar. Zum Beispiel: Wie kann ein Ortszentrum gestaltet werden, wenn die Umgebung flächenhaft zersiedelt und nur mit KFZ erreichbar ist?

FPÖ

Zuständig für die Landesgemeindeentwicklung und somit für die überörtliche Raumplanung, Bereiche des Landeshochbaues und aber auch des gesamten Infrastrukturressorts ist es mir natürlich ein Anliegen, stets ressortübergreifend zu denken und vernetzt zu arbeiten. Betreffend das Infrastrukturressort wäre noch erwähnenswert, daß für den Großteil aller steirischen Bezirke bereits Regionalverkehrskonzepte als völlig neue und innovative Planung für die Infrastruktur entwickelt wurden. Es handelt sich hierbei um Gesamtverkehrskonzepte, die einerseits alle Verkehrsarten, wie den motorisierten Individualverkehr, den öffentlichen Verkehr, den Radverkehr und den Fußgängerverkehr, andererseits sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr umfassen. Das Konzept wird von der Verkehrsabteilung des Landes Steiermark in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Region und der überörtlichen Raumplanung entwickelt. Ergebnis ist ein Plan für die Durchführung von kurz- bis mittelfristigen Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur und des Verkehrsbetriebes (öffentlicher Verkehr).

BZÖ

Auch mein Wunschdenken wird sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen Rechtsträger sowie der unterschiedlichen Zuständigkeiten im Genehmigungsverfahren sowie auch aufgrund des Fehlens einer Landschaftsplanung nur schwer realisierbar sein.

8. QUALITÄTS-/ARCHITEKTURVERMITTLUNG

FRAGE: Durch welche bildungspolitischen Maßnahmen im Schulwesen (insbesondere im Pflichtschulbereich) werden Sie die Bildung eines architektonisch-gestalterischen Qualitätsbewusstseins in der Bevölkerung ermöglichen?

Durch welche Maßnahmen werden Sie im Bereich der Erwachsenenbildung zeitgemäße Architekturvermittlung fördern?

Wie stehen Sie zur Forderung im Sinne der Gleichbehandlung für steuerliche Erleichterungen von gemeinnützigen Vereinen/Organisationen im Bereich der Kultur-/Architekturvermittlung zu sorgen (so, wie dies bereits jetzt für Sportvereine möglich ist)?

ANTWORTEN

ÖVP

Architekturvermittlung und Standort-Präsentation

_ Jahrbuch der Architektur/Präsentation am 17.9.2005

_ Architekturlaboratorium Steiermark – AL_S

_ Baustelle Land

_ Mut zur Qualität-Beispiele aus dem kommunalen Hochbau

_ Architektur-Begleiter Steiermark/Mai 2005

_ Bauherrenbegleiter – Bauen in der Südsteiermark/Juni 2005

_ Medien- und Architekturbiennale

Weitere Schwerpunkte bzw. Intensivierung

Zugehörige organisatorische Vorstellung

_ Neu-Positionierung des Hauses der Architektur (HdA)

_ Etablierung der LBD-ST als Koordinationsstelle

inkl. entsprechender finanzieller Dotierung

_ Architekturkalender ab 2006 durch Haus der Architektur

_ Gestaltungsbeiräte

SPÖ

Zu diesen Fragen muss ich festhalten, dass sie allesamt auf Maßnahmen abzielen, die aufgrund der Kompetenzverteilung unserer Verfassung ausschließlich von der Bundespolitik initiiert werden könnten. Nichts desto trotz habe ich bereits eingangs gesagt, dass alle Maßnahmen, die dazu beitragen können in der öffentlichen Meinung ein offenes Klima für moderne Architektur zu schaffen, wichtig und unterstützenswert sind. Ob allerdings gerade die Schulen und hier insbesondere der Pflichtschulbereich das geeignete Forum darstellen, ist für mich zumindest fraglich.

GRÜNE

Der Bereich der bildnerischen Erziehung wird in Schule und Erwachsenenbildung deutlich vernachlässigt. Es geht nicht nur um Architekturvermittlung, es geht viel früher darum, Ästhetik zu vermitteln. Wo das nicht geschieht, fehlt es später an Rückhalt in der Politik.

FPÖ

Architekturvermittlung bei Kindern fängt meines Erachtens schon vor der Pflichtschule zu Hause an. Durch das eigene Wohnen erlebt jedes Kind das erste architektonische Wahrnehmen. Darüber hinaus wäre es schön und zweckmäßig, wenn auch schon im Pflichtschulbereich dahingehende Akzente gesetzt werden könnten.

Architekturvermittlung ist sehr wichtig und sollte in der Steiermark zukünftig einen höheren Stellenwert bekommen. Hierbei geht es für mich nicht nur um die Bewerbung und Vermarktung steirischer Architektur, in Österreich, Europa und weltweit, sondern auch um eine gesteigerte Vermittlung zwischen Architektur und Wirtschaft, Architektur und innovativen Baustoffen, Architektur und den Behörden…

BZÖ

Die Architekturvermittlung mit Sport oder Blasmusikvereinen in Zusammenhang zu bringen, halte ich für nicht zulässig.

9. NACHWUCHSFÖRDERUNG

FRAGE: Welche konkreten Förderungen, Erleichterungen bzw. Auftragsangebote können Sie anbieten, um JungunternehmerInnen in den Bereichen Architektur und Planung beim Aufbau ihres Unternehmens bzw. beim Start in die Selbständigkeit zu unterstützen?

ANTWORTEN

SPÖ

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die beste Nachwuchsförderung auch für junge Architekten darin besteht, dass der Staat erstklassige Hochschulen zur Verfügung stellt, die eine qualitativ hochwertige, modernsten Anforderungen entsprechende, Ausbildung garantieren. Dafür hat die Politik zu sorgen. Darüber hinaus gibt es natürliche allgemeine Starthilfen für alle Unternehmen unabhängig davon, ob sie Freiberufler oder sonstige Selbständige sind. Ich glaube aber auch, dass gerade bei dieser Frage Berufs- und Interessensvertretungen in hohem Maße gefordert sind.

GRÜNE

Die Nachwuchsförderungen für JungunternehmerInnen sind generell unzureichend. Damit ist nicht allein die finanzielle Dimension, sondern sind vor allem die Begleitung auf dem Weg in die Selbständigkeit und der Zugang zum Markt bzw. zu öffentlichen Aufträgen (z.B. Wettbewerbe) gemeint.

FPÖ

Das Land Steiermark hat die Aufgabe, Jungarchitekten und -unternehmer zu fördern, indem es ihnen bei Wettbewerben oder Gutachterverfahren, sowie bei passenden Vergaben die Möglichkeit gibt, sich zu behaupten.

BZÖ

Für die qualitative Ausbildung sind - wie schon erwähnt - die Lehrstätten verantwortlich. Im Bezug auf die Startmöglichkeiten werde ich mich aber dafür einsetzen, diese wie in den 90er Jahren wieder zu forcieren. Ich möchte jedoch nicht unerwähnt lassen, dass aufgrund des Überangebotes von Architekten gerade unsere älteren Kollegen vielfach in eine schwierige Situation gekommen sind.

10. RAUMORDNUNG / RAUMPLANUNG

FRAGE: Wie stehen Sie zu einem bundesländerübergreifenden, übergeordneten Raumkonzept?

ANTWORTEN

ÖVP

Gesamtheitliche Planungskultur – Raumordnung

_ Österreichweite Harmonisierung der baugesetzlichen Regelungen

_ Raumplanerische Aspekte und Fragen der Infrastruktur

• Die kommenden Richtlinien einer nachhaltigen Wohnbauförderung

SPÖ

Bisher ist mir in meiner Funktion als Gemeindereferent vor allem die Notwendigkeit einer gemeindeübergreifenden Raumplanung aufgefallen. Hier gibt es ganz sicher Defizite, weil die örtliche Raumplanung naturgemäß an der Gemeindegrenze endet und keine Rücksicht auf die Planung der benachbarten Gemeinde nimmt. Hier kommt es immer wieder zu Planungswidersprüchen, zu Nutzungskonflikten und zum schädlichen Standortwettbewerb. Ich habe daher mein Konzept von einer Steiermark der Regionen erarbeitet, in dem durch verstärkte Kooperation, unter anderem auch im Bereich der Raumplanung, eine gemeindeübergreifende Vorgehensweise garantiert werden soll.

GRÜNE

Raumordnung ist in Österreich Ländersache. Dennoch ist ein übergeordnetes Raumkonzept in der Steiermark insbesondere auch mit den Nachbarregionen in Slowenien und Ungarn dringend erforderlich. Würde es nicht am politischen Willen fehlen, könnte das auf freiwilliger Basis natürlich jederzeit in die Wege geleitet werden.

Die größten Löcher in der übergeordneten Raumplanung beginnen in der Steiermark aber schon bei der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, dem fehlenden interkommunalen Finanzausgleich, sowie bei der nicht vorhandenen Ausrichtung der Bedarfszuweisungen an regionalen Entwicklungskonzepten.

FPÖ

Raumplanung ist Ländersache. Sinnvoll wäre es, daß gewisse Sachbereiche, die sämtliche Bundesländer betreffen, über die österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROG) länderübergreifend abgestimmt werden.

BZÖ

Ich würde es schon begrüßen und es ist eine ständige Forderung meinerseits, wenn regionale und länderinterne Entwicklungskonzepte von den politischen Entscheidungsträgern ernst genommen würden. Natürlich sind bundesländerübergreifende Konzepte wünschenswert.

11. CREATIVE INDUSTRIES

FRAGE: In wie weit werden Sie den Standort Graz/Steiermark als attraktiven Standort für Creative Industries fördern und wie werden Sie gegen die Abwanderung in diesem Bereich vorgehen?

ANTWORTEN

ÖVP

Nachwuchsförderung und Creative Industries

• Graz-Profilierung für die "Zukunft der Arbeit"

• Gleichsetzung von Architektur-Büros mit Unternehmens-Gründungen

• Förderung junger Architekten durch Zuladung zu Gutachterverfahren

SPÖ

Gerade bei den Creative Industries handelt es sich um Dienstleister, die ihre Standortentscheidung in erster Linie davon abhängig machen, wo das für ihren Betrieb notwendige hochqualifizierte Personal vorzufinden ist. Die für die produzierende Industrie so wichtigen Standortkosten spielen hier eine untergeordnete Rolle. Aus diesem Grund ist es gerade für die Ansiedelung von Betrieben in diesem Unternehmensbereich so wichtig, dass es in der Steiermark hervorragend ausgebildete Fachkräfte gibt. Ein Argument mehr, warum die Politik wesentlich mehr in die Grund-, Berufs-, und lebenslange Weiterbildung unserer BürgerInnen investieren muss. Hier gibt es ohne Zweifel enorme Defizite, die aber wiederum in die Bundesverantwortung fallen und vom Land nur sehr eingeschränkt ausgeglichen werden können. Allerdings ist mir bekannt, dass beispielsweise die Stadt Wien die Creative Industries zu einem Schwerpunktefeld der Wiener Wirtschaftsförderung gemacht hat. Es wurde eine Markt-, Innovations- und Arbeitsplatzanalyse durchgeführt und festgestellt, dass es kaum an innovativen und international marktfähigen „Produkten“ mangelt, dafür aber umso mehr an entsprechender Kapitalstärke und einem vertriebsorientierten Verwertungs- Know-how. Da dieser Befund wahrscheinlich auch für die Steiermark gilt, könnten hier gezielte Fördermaßnahmen des Landes ansetzen.

GRÜNE

Das ist tatsächlich - wie alle einschlägigen Studien feststellen - ein großes Manko des Standortes Graz. Maßnahmen sehen die Grünen darin, dass bestehende Potentiale (FHs, Universitäten, KünstlerInnen, Zivilingenieure etc.) und mögliche Auftraggeber gezielt zusammengeführt werden. Siehe auch den oben angeführten Antrag. Der Standort ist dringend zu verbessern. Die schlechte Erreichbarkeit von Graz ist in diesem Zusammenhang ein gewichtiger Standortnachteil.

FPÖ

Architekturvermittlung bedeutet auch stets einen guten Kontakt zu Wirtschaft und Industrie zu pflegen, denn gerade in diesen Bereichen finden sich oft besonders interessante Anknüpfungspunkte um vor allem auch junge Architektur zu vermitteln und geschehen zu lassen.

BZÖ

Ich bin nicht bereit, wie andere Politiker, durch große Ankündigungen, die im Wandel Europas entstandenen Probleme wegzudiskutieren. Die Beantwortung dieses Punktes und auch des einen oder anderen wäre schon ein abendfüllendes Thema.

12. STELLENWERT VON ARCHITEKTUR

FRAGE: Welchen Stellenwert hat zeitgenössische Architektur in Ihrem Programm? Welches Projekt würden Sie – sowohl vom Prozess als auch vom Ergebnis – als besonders gelungen bezeichnen?

ANTWORTEN

ÖVP

Stellenwert und Bekenntnis zur zeitgemäßen Architektur

_ Architekturpolitik als Teil der Kulturpolitik

_ Regierungssitzungsbeschluss vom 12. Juli 2004

_ Architekturkalender 2005

_ Reaktivierung „Kunst und Bau“

_ Architektur-Fachpreise

_ Weitere Schwerpunkte und Einladung zur Kooperation

Stellenwert und Bekenntnis zur zeitgemäßen Architektur

• Architekturpolitik als Teil der Kulturpolitik

LH Waltraud KLASNIC hat mit Übernahme des Kulturressorts 2003 die Förderung der

Architektur neben Film und Theater als eine Säule der steirischen Kulturpolitik deklariert. In

der Folge wurden auch entsprechende Schwerpunkte gesetzt, wie die nachfolgende

Aufstellung zeigen wird.

• Regierungssitzungsbeschluss vom 12. Juli 2004

Nach der Parlamentarischen Enquete-Kommission vom 30. März 2004 und entsprechender

Aufbereitung durch die Landesbaudirektion unter Einbeziehung der damit befassten Stellen

wurde von der Regierung auf Antrag von LH Klasnic Folgendes einstimmig beschlossen:

“Das Land Steiermark bekennt sich dazu, dass Baukultur mit ihren Ausprägungen als

Raumordnung, Städteplanung, Architektur, Nachhaltigkeit und Lebensraumqualität ein

übergeordnetes Prinzip der Landespolitik darstellt.

Die Landesbaudirektion Stabsstelle hat in einer Arbeitsgruppe die Umsetzung der im

Positionspapier vorgesehenen Maßnahmen zu betreiben.

Dabei ist in der Vergabepraxis in Bezug auf Architektur- und Ingenieurleistungen in Hinblick

auf die Qualität ihrer Ergebnisse sowie die kommenden EU-Anforderungen der Energie- und

Ressourcen-Effizienz besondere Aufmerksamkeit zu widmen.“

Aus diesem Bekenntnis sind in Zukunft vielfältige Aktivitäten sowohl der Politik, der

Verwaltung und der Regionen als auch der Interessen- und Berufsvertretungen sowie der

Presse und Medien zu setzen.

• Architekturkalender 2005

Als konkreter Versuch, die Architektur verstärkt in die öffentliche Diskussion und ins

Bewusstsein von Entscheidungsträgern zu bringen ist der Architekturkalender 2005 zu sehen.

Es wurde monatlich mindestens eine breit bekannt gemachte Präsentation/Veranstaltung zur

steirischen Architektur durchgeführt und soweit wie möglich kooperativ unterstützt (siehe

Anlage).

Mit einer verbesserten Vorbereitung für 2006 unter Koordinierung des Hauses der Architektur

sollte die bisherige positive Wirkung weiter verstärkt werden können.

Für die Aufbereitung dieser Präsentation werden in den Folgejahren verstärkt Mittel zur

Verfügung zu stellen sein.

• Reaktivierung „Kunst und Bau“

Mit dem Beschluss der Novellierung des Steiermärkischen Kulturförderungsgesetzes 1985

durch den steiermärkischen Landtag im Sommer 2005 wurden die Aktivitäten rund um „Kunst

und Bau“ reaktiviert. Durch die im Gesetz vorgesehene finanzielle Bedeckung in Form eines

Fonds ist sichergestellt, dass Projekte auch eine entsprechende finanzielle Bedeckung

erfahren.

Nach Kundmachung des Gesetzes wird durch Einrichtung der Organisation und Installierung

des Gremiums dieser Ansatz mit Leben zu erfüllen sein.

• Architektur-Fachpreise (z.B. Geramb-Rose, Holzbaupreis, Landes-Architekturpreis)

Durch die Verleihung von Preisen an herausragende Projekte der steirischen Architektur auf

Grund verschiedenster Gesichtspunkte wird in der Öffentlichkeit die Vielfalt der heimischen

Architekturproduktion bewusst gemacht.

In Zukunft werden verstärkt Aspekte der Nachhaltigkeit und der Lebensraumqualität bei den

Bewertungskriterien in den Vordergrund zu rücken sein.

• Weitere Schwerpunkte und Einladungen zur Kooperation

Durch verstärkte Kooperation von Architektur-Vertretungen, Politik, Verwaltung und TU-Graz

werden die Aktivitäten zur Leistungspräsentation und Bewusstseinsbildung koordiniert und in

ihrer Wirkung zu verstärken sein.

Schwerpunkte weiterer Bemühungen sollten sein:

- der kommunale Hochbau, wo von guten Ansätzen (Mut zur Qualität) ausgehend das

Bewusstsein bei den Gemeindevertretern verbreitert werden muss und – Plattform

Kommunaler Hochbau - und

- das Bauen im Tourismus (Kritik aus dem Ausland!), wo die Architektur der jungen

Weinbauern als gutes Teilergebnis angeführt werden kann.

2. Architekturvermittlung und Standort-Präsentation

• Jahrbuch der Architektur/Präsentation am 17.9.2005

Mit dem im Jahr 2005 erstmals erscheinenden „Jahrbuch der Architektur“ soll ein jährlicher

„Rechenschaftsbericht“ über die heimische Architekturproduktion an Hand ausgewählter

Beispiele vorgelegt werden. Dadurch werden aktuelle Entwicklungen in gleicher Weise einem

Fachpublikum ebenso wie einer breiten Bevölkerung vermittelt.

Spätestens alle vier Jahre (also erstmals 2008) sollen die vorangegangenen Jahre von einem

externen Kurator aufgearbeitet und in einer gesonderten Ausstellung präsentiert werden. Je

nach Erfahrungen mit dem nächsten Projekt AL.S kann diese Ausstellung später auch gezielt

exportiert werden.

• Architekturlaboratorium Steiermark – AL_S

Als weitere Schiene für die Präsentation heimischer Architektur stellt das

„Architekturlaboratorium Steiermark“ die Arbeiten steirischer Architekturbüros - geordnet nach

Themenschwerpunkten – in den Kontext der europäischen Architekturentwicklung. In

mehreren Ausstellungen in verschiedenen europäischen Nachbarländern wird die heimische

Architektur präsentiert, dokumentiert und mit der jeweiligen nationalen Entwicklung in Dialog

gestellt.

Im Rahmen eines erweiterten „ARCHITEKTURKALENDERS 2007“ soll in einer finalen

Ausstellung eine Zusammenschau aller Einzelausstellungen den Stellenwert steirischer

Architektur in Europa dokumentieren und zu mehr internationalen Kontakten führen.

• Baustelle Land

Bereits vor mehreren Jahren initiiert, bringt die Architekteninitiative „Baustelle Land“ lokalen

Entscheidungsträgern (Bürgermeister, Landtagsabgeordnete) gute regionale Architektur auf

dem einfachen Weg gut organisierter Bereisungen nahe und weckt so Bewusstsein

gleichermaßen für lokale und architektonische Formensprache. 2004 wurde durch eine

„Bereisung“ in Vorarlberg ein weiteres „Musterland“ vorgestellt.

Durch die Fortsetzung und Intensivierung der Bewusstseinbildung bei Entscheidungsträgern

ist eine nachhaltige Änderung der Einstellung der breiten Bevölkerung zur Architektur und

Baukultur am effizientesten zu erreichen.

• Mut zur Qualität - Beispiele aus dem kommunalen Hochbau

Im Jahr 2002 erstmals herausgegeben und in der Folge durch den Leitfaden für die

Abwicklung von Gemeindehochbauten ergänzt, wurde 2005 die zweite Ausgabe dieser

Publikation vorgelegt. Sie dient als Nachweis, dass lokale Interessen, gesunkene Finanzmittel

und architektonische Kompetenz auch oder gerade im ländlichen Bereich vereinbar sind.

Dieses „Architektur-Journal der besonderen Art“ ist eine unersetzliche Argumentationshilfe,

wenn es darum geht, lokalen Entscheidungsträgern die Machbarkeit moderner Architektur im

ländlichen Raum nahe zu bringen.

Dessen regelmäßige Aktualisierung liegt naturgemäß im Interesse der Sache.

• Architektur-Begleiter Steiermark/Mai 2005

Angeregt durch den im Kulturhauptstadtjahr 2003 entstandenen „Architekturbegleiter Graz“

bietet die Steiermarkausgabe einen praxisorientierten Führer durch die steirische

Architekturlandschaft. So wird allen Interessierten, auch Kulturreisenden die Möglichkeit

geboten sich schnell und zielsicher einen Eindruck von zeitgenössischem Bauen zu machen.

Um dem Anspruch der Aktualität gerecht werden zu können, wird es erforderlich sein, den

Architekturbegleiter alle fünf bis zehn Jahre neu herauszugeben.

• Bauherrenbegleiter – Bauen in der Südsteiermark/Juni 2005

In Ergänzung zur „Baustelle Land“ versucht der „Bauherrenbegleiter“ künftige Bauherren in

eine zeitgemäße architektonische Formensprache einzuführen und die häufigsten

planerischen Fehlleistungen, wie sie etwa aus der Standardisierung von Fertighäusern

entstehen können, zu vermeiden.

Da gerade im ländlichen Bereich die regionalen Unterschiede des Bauens besonderes

deutlich zu Tage treten, sollten diesem auf die Südsteiermark abgestimmte

Bauherrenbegleiter weitere für die gesamte Steiermark folgen. Eine Erweiterung auf andere

Regionen ist nach entsprechender Beobachtung, geplant.

• Medien- und Architekturbiennale

Die Medien und Architekturbiennale Graz, 2005 zum 7. Mal veranstaltet, versteht sich als

exemplarisches Forum der Debatte über zeitgenössische Architektur und aktuelle

Medienkunst. Durch seine internationale Besetzung ist es gleichermaßen Fenster und Spiegel

nach außen.

• Weitere Schwerpunkte bzw. Intensivierung der bisherigen Instrumente zur Architektur-

Vermittlung und Standort-Präsentation sind konsequent zu verfolgen. Dazu wird vorerst eine

offene Diskussion und Evaluierung der bisherigen Ansätze erforderlich sein.

3. Zugehörige organisatorische Vorstellungen

• Neu-Positionierung des Hauses der Architektur (HdA)

Das Haus der Architektur sollte seine Rolle der Architektur Präsentation verstärkt und effektiv

wahrnehmen können.

Dazu sind verschiedene Punkte zu diskutieren:

- Einführung einer zeitlich beschränkten Intendanz

- Die bisherige Plattform Architektur sollte als Beirat im HdA fungieren

- Bessere finanzielle Dotierung durch die öffentliche Hand

- Am neuen Standort des HdA (Palais Thienfeld) neben dem Kunsthaus auf der

Mariahilfergassen-Seite sollten erweiterte Funktionen des HdA überlegt werden.

• Etablierung der LBD-ST als Koordinationsstelle

inkl. entsprechender finanzieller Dotierung

Auf Seite des Landes ist nach Wegfall der bisher bestehenden Hochbauabteilungen als

Anlaufstellen für Architekturanliegen, speziell als „Vis a Vis“ zum HdA, aber auch zur internen

Koordinierung der landesweiten Bemühungen die LBD-Stabsstelle zu beauftragen. Dazu gehört

z.B. auch ein entsprechendes Jahresbudget für die unterstützung des jährlichen Architektur-

Kalenders.

• Architekturkalender ab 2006 durch das Haus der Architektur

Von der Landespolitik initiiert und 2005 von der Landesbaudirektion koordiniert, sollte ab 2006

die Zusammenstellung und Umsetzung des Architekturkalenders vom Haus der Architektur

wahrgenommen und organisiert werden.

Damit kann es seiner Funktion als Integrationskern der steirischen Architektur und als

Verbindungsstelle zur internationalen Szene gerecht werden.

Für die Aufbereitung und Durchführung dieser Tätigkeit sind in den Folgejahren verstärkt Mittel

zur Verfügung zu stellen.

• Gestaltungsbeiräte

Als Entscheidungshilfe für Gemeinden und regionalen Instanzen sollen Gestaltungsbeiräte die

Etablierung eines zeitgemäßen und kompetenten Architekturverständnisses im ländlichen

Raum ebenso wie im städtischen Bereich sicherstellen.

Von der Stadt Graz bereits umgesetzt sollten in der gesamten Steiermark Gestaltungsbeiräte

etabliert werden. Die finanzielle Unterstützung seitens der Politik könnte an die Umsetzung

dieser Forderung gebunden werden.

Mit der schrittweisen Einführung dieses Instrumentes wird in sensiblen Landesregionen (z.B.

Naturpark Südsteiermark, Vulkanland, Ennstal) zu beginnen sein.

4. Qualitäts-Wettbewerbe und Qualitätssicherung

• BIG, LIG und KAGES vergeben alle relevanten Aufträge über Wettbewerbe

In Fortsetzung der früher von den Landesdienststellen wahrgenommenen Aufgaben der

Bauverwaltung vergeben die Nachfolgeorganisationen BIG-Services, LIG und KAGES alle

relevanten Bauvorhaben auf Basis von Architekturwettbewerben. Diese werden im Normalfall

EU-weit bekannt gemacht und sichern so gleichermaßen die Teilnahme an aktuellen

Strömungen der Architekturszene wie die Präsentation heimischen Bauwesens im Ausland.

Aktuelles Beispiel ist etwa der Wettbewerb für das Haus des Verkehrs in der Grenadiergasse.

Die hohe Qualität der dabei erzielten Projekte spiegelt sich in den immer wieder errungen

Auszeichnungen und Preisen wider.

• Abteilungen des Landes und ausgegliederte Gesellschaften (Joaneum) vergeben

relevante Leistungen über Wettbewerbe

Dienststellen des Landes vergeben Planungsaufgaben - sofern sie die Leistungen nicht über

die LIG beziehen – auf Grund von Architekturwettbewerben. Aktuelle Beispiele sind die

Neugestaltung der Alten Aula oder die Generalsanierung des J. J. Fux-Konservatoriums.

Die hohe Qualität der dabei erzielten Projekte spiegelt sich detto in den errungen

Auszeichnungen und Preisen wider.

• Weitere Schwerpunkte/Maßnahmen

Darüber hinaus wird im erweiterten Wirkungsbereich des Landes, die Einhaltung

architektonischer Wettbewerbsregeln zu beachten sein:

- Kategorisierung (Wohnbautisch) und Durchführung von Gutachterverfahren bei größeren

Geschoßwohnbauvorhaben

- Speziell bei Bauten des Tourismus und im Veranstaltungsbereich sowie im großen Sektor

des kommunalen Hochbaues besteht akuter Intensivierungsbedarf (siehe auch Punkt 1:

Stellenwert und Bekenntnis)

Positives Beispiel ist etwa die Entwicklung rund um die Weinbauern und Weingüter der

Südsteiermark: der Anfang dafür lag wie beim „Weinwunder Steiermark“ in Bemühungen

der Weinbauschule Silberberg.

- Ein weiterer Ansatzpunkt wird das Prinzip der Teilung von Planung und Ausführung bei

Bauvorhaben mit maßgeblicher Beteiligung der „öffentlichen Hände“ sein, insbesondere

wenn sie über „Generalunternehmer“ abgewickelt werden.

- Wie weit in den neuen Formen der vorbereitenden UVP für den Industriebau, Tourismus

usw. architekturpolitischer Einfluss genommen werden kann, ist noch abzuklären.

5. Nachwuchsförderung und Creative Industrie`s

• Graz-Profilierung für die „Zukunft der Arbeit“

Die Landeshauptstadt mit ihren vielen Qualifizierungs-Einrichtungen einerseits und dem bekannt

kreativen Human-Potential aus ihrer kulturellen Nahtstellen-Situation heraus, könnte und sollte

sich eine Profilbildung zum Thema „Zukunft der Arbeit“ vornehmen:

Dazu wäre die Vernetzung der

- Architektur-Kompetenz (TUG)

- Designer-Qualifikation (FH) und

- Handwerkliche Ausbildung (bfi, wifi, Berufsschulen u.a.m.)

zu betreiben und zugehörige Unternehmeransätze im Bereich „Produktinnovation“ im

erweiterten Sinne mit Landeshilfe förderlich zu unterstützen.

Diese Vernetzung könnte wiederum direkte architektonische Herausforderungen zur Folge

haben.

• Gleichsetzung junger Architektur-Büros mit Unternehmens-Gründungen

Wie junge Architektur-Teams sehr oft schon vorleben, bewegen sie sich stark in sozialen

Themen, aber auch in Design-Fragen. Gleichzeitig kommen Architekten im Vergleich zu

anderen Dienstleistungs-Gründern oft nur über viele „kostenlose Vorleistungen ins Geschäft“.

Daraus ergibt sich alleine eine gute Begründung für die Gleichsetzung mit Jungunternehmern.

• Förderung junger Architekten durch Zuladung zu Gutachterverfahren

(Stärkung des „Interessentenpools“ gegenüber dem „Profipool“)

6. Gesamtheitliche Planungskultur – Raumordnung

• Österreichweite Harmonisierung der baugesetzlichen Regelungen

Die österreichweite Harmonisierung der baugesetzlichen Regelungen, die unter steirischem

Vorsitz im Österreichischen Institut für Bautechnik (OIB) umgesetzt wird, dient neben der

Beseitigung nicht mehr aktueller regionaler Besonderheiten vor allem der Integration und

Umsetzung der verschiedenen EU-Richtlinien.

• Raumplanerische Aspekte und Fragen der Infrastruktur

sind zwingend im Vorfeld dazu abzuklärende Punkte (Handbuch für den Kommunalen

Hochbau).

Bei der Vergabe von Förderungsmitteln – egal ob für Geschosswohnbau oder in Form von

Bedarfsmittelzuweisungen werden in Zukunft neben festgeschriebenen Vergabeabläufen

insbesondere die Beachtung architektonischer Kriterien (siehe z. B. die bereits erwähnten

Gestaltungsbeiräte, Leitfaden zur Abwicklung von Gemeindehochbauten,

Architekturwettbewerbe) sowie die umfassende Bedarfs - , Standort- und

Umweltverträglichkeitsprüfung als Kriterien heranzuziehen sein.

• Die kommenden Richtlinien einer nachhaltigen Wohnbauförderung

werden Kriterien in Richtung einer ganzheitlichen Planungskultur enthalten; der „Wohnbau-

Tisch“ zwischen den Abteilungen der Raumplanung (A16) und Wohnbauförderung (A15)

sowie unter Mitwirkung von Fachleuten der FA17B (Hochbau und Baugestaltung) und des

Referates „barrierefreies Bauen“ (Magistrat Graz, Stadtbaudirektion) wird zu seinen

diesbezüglichen langjährigen Bemühungen auch diese Kriterien überwachen.

DI Gunther Hasewend Landesbaudirektion für LH Klasnic (ÖVP) 15.09.05

SPÖ

Die Architektur ist eine der ausdruckstärksten und am weitesten sichtbaren Kunstformen. Jedermann kann, ja muss diese Kunstform geradezu wahrnehmen, da sie nicht erst in Ausstellungen gezeigt werden muss, sondern sozusagen automatisch erlebt wird. Trotzdem findet sie sich kaum in politischen Programmen. Es ist aber für mich selbstverständlich, dass es Aufgabe der Politik ist, zeitgenössische Architektur zu fördern, damit auch das 21. Jhdt. baukulturelle Spuren für die Nachwelt hinterlässt. Als ein gelungenes Projekt sehe ich in diesem Zusammenhang durchaus den 3. Anlauf für das Grazer Kunsthaus. Gleichzeitig sind aber gerade bei diesem Projekt die politischen Streitereien in den Jahren und Jahrzehnten vor dem endgültigen Baubeschluss ein Beispiel dafür, wie sich die Politik diesem Thema nicht nähern sollte.

Ich hoffe, dass es mir mit diesem Brief gelungen ist, auf alle Fragen einzugehen und einigermaßen zufriedenstellende Antworten zu geben. Freilich wurden in Ihren Fragen Problembereiche angesprochen, die kaum in einigen wenigen Sätzen abschließend abgehandelt werden können. Trotzdem hoffe ich, einige wichtige Standpunkte klar skizziert zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen Franz Voves, 15.09.2005

GRÜNE

Für die Grünen hat Architektur als ein zentraler Bestandteil unserer Umwelt einen traditionell hohen

Stellenwert, auch vor dem Hintergrund einer weltoffenen, diskursorientierten und zukunftsorientierten

grünen Politik, in der vernetztes Denken eine große Rolle spielt.

Es gibt zahlreiche gelungene Projekte, die die Steiermark in der Vergangenheit berühmt gemacht

haben, und ebenso auch heute noch realisiert werden, z.B. was die Qualität der Gestaltung, den

Beteiligungsprozess oder die Verwendung von Materialien anbelangt. Diese Projekte kennen Sie

ohnehin besser als wir.

Mit freundlichen Grüßen!

Max Oswald, Klubdirektor Grüner Landtagsklub

LAbg. Ingrid Lechner-Sonnek

FPÖ

Die Förderung von zeitgenössischer, innovativer Architektur ist wichtig, muß jedoch leistbar und zielführend sein. Besonders stolz bin ich auf die Ergebnisse des Wett-bewerbes der Campmodule. Bereits fertiggestellt sind sie in Passail sowie im Lafnitz-tal und in Kürze auch in Bad Aussee, auf der Planneralm und im Gesäuse zu sehen. Hierbei handelt es sich um ein zeitgenössisches Architekturprojekt mit einem innovativen Ansatz auch hinsichtlich des Baustoffes Holz. (Gerade Holz als steirischer Baustoff sollte mehr thematisiert und in den Vordergrund gestellt werden). Das Projekt stellt die bereits angesprochene, erfolgreiche ressortübergreifende Arbeit gemeinsam mit der überörtlichen Raumplanung, der EU-Gemeinschaftsinitiative Leader+ und dem Hochbaureferat des Landes unter Beweis.

Landeshauptmannstellvertreter DI Leopold Schöggl für die FPÖ

BZÖ

Natürlich einen sehr hohen. Wobei - wie allgemein bekannt - ich in meiner Tätigkeit als Regierungsmitglied auf die technische und bauphysikalische Durchführbarkeit großen Wert gelegt habe.

Ich hoffe, ich konnte die Fragen zu vollster Zufriedenheit beantworten.

DI Michael Schmid eh., 07.09.2005

Verfasser/in:
HDA Graz und Redaktion GAT

Weiterführende Links

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Landesbaudirektor Gunther Hasewend und LH Klasnic (ÖVP)
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Mag. Franz Voves (SPÖ), 1. LH-Stellvertreter
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DI Leopold Schöggl (FPÖ), 2. LH-Stellvertreter
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Arch. DI Michael Schmid (BZÖ)
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Ingrid Lechner-Sonnek (DIE GRÜNEN STEIERMARK)

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